Ranko Jakovljevic kann sich freuen. Der Trainer des FC Baden reitet mit seinem Team trotz der ersten Niederlage am Wochenende auf der Erfolgswelle und hat in neun Spielen in der 1. Liga sieben Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage eingefahren. Freude kommt bei ihm aber nicht nur aufgrund der Tabellenführung auf, sondern vor allem wegen seiner talentierten jungen Spieler. Zwei von ihnen sind Nicholas Ammeter (17) und Marco Corradi (18). Spricht Jakovljevic von ihnen, kommt er ins Schwärmen: «Zwei Super-Typen, sie sind zielstrebig, fokussiert, arbeiten sehr seriös und machen alles, um ihren Traum zu erfüllen.»

Ammeter ist die klare Nummer eins im Tor der Badener, Corradi als Innenverteidiger gesetzt. Beide sind gross gewachsen, erledigen zuverlässig ihren Job in der Defensive und sind ein wichtiges Puzzleteil im sehr gut funktionierenden Kollektiv des FC Baden.

Sieben Trainings die Woche

Zwecks Spielpraxis sind sie auf diese Saison hin vom FC Aarau an den Erstligisten ausgeliehen worden und verfolgen zielstrebig ihren Traum vom Profifussballgeschäft. Überrascht und zugleich zufrieden zeigen sich die beiden Talente, angesprochen auf das erfolgreiche erste Drittel in der 1. Liga. «Es ist viel besser gelaufen, als wir aufgrund der vergangenen Spielzeit hätten erwarten können», sagt Ammeter, um aber sogleich anzufügen, dass es bei fehlendem Glück schnell in die andere Richtung gehen könne – besonders, wenn man nur ein paar Prozente nachlasse.

Davon ist bei Ammeter und Corradi aber nicht auszugehen. Wöchentlich sieben Trainings absolvieren die beiden Leihspieler vom Challenge-League-Klub. Drei bis vier davon beim FC Aarau. Dass Sportchef Sandro Burki ihnen diese Möglichkeit bietet, ist für die beiden ein Vertrauensbeweis und eine Chance, sich zu zeigen. «Das höhere Tempo in den Trainings in Aarau hilft uns, um uns täglich weiter zu verbessern», sagt Corradi.

Eine Chance für Spielpraxis

Als Umweg sehen die beiden Talente die Ausleihe nach Baden nicht. Und sie glauben auch nicht, dass die Verantwortlichen des FCA dies als Vorwand nutzen, um sie loszuwerden. «Sonst würden wir wohl kaum die Chance erhalten, beim FC Aarau mitzutrainieren», sagt Ammeter. Corradi, welcher schon ein paar Einsätze in der 1. Mannschaft des FC Aarau hatte, sieht die Zeit beim FC Baden als Chance, um Spielpraxis zu sammeln. «Es ist für mich zurzeit wichtiger, spielen zu können, als bei einem höherklassigen Verein auf der Bank zu sitzen.» Und er fügt an: «Spieler wie Marvin Spielmann, Miguel Peralta, Marco Thaler, Mats Hammerich oder Raoul Giger haben den gleichen Weg gemacht, wie Nicholas und ich nun. Diese Beispiele geben mir Zuversicht und lassen mich an meine Chance glauben.»

Für beide Talente war aber auch die Zusammenarbeit mit Trainer Jakovljevic ausschlaggebend. «Wir kennen Ranko schon seit Jahren und wir sind beide überzeugt, dass wir von ihm noch viel lernen können. Wir haben von Ranko gespürt, dass er uns unbedingt in seinem Team haben wollte», sagt Ammeter. Auf die gegenseitigen Stärken angesprochen, kommen die beiden kurz ins Schwärmen. Ammeter sagt: «Marco ist unglaublich zweikampfstark und ein guter Kopfballspieler, welcher viel Mut und Wille hat. Wenn du einen Verteidiger wie ihn vor dir hast, hilft das ungemein.» Corradi sagt: «Bei Nicholas weisst du, dass du einen Torhüter im Rücken hast, der dir hilft. Seine Reflexe auf der Torlinie sind unglaublich stark.»