In den vergangenen Tagen drehten sich die Schlagzeilen rund um den FC Aarau hauptsächlich um Lars Unnerstall, die Torhüter-Leihgabe von Schalke 04. Dabei ging beinahe vergessen, dass die Aarauer in der Winterpause mit Nauris Bulvitis und Luca Radice zwei weitere Transfers getätigt hatten.

Letztgenannter stand beim gestrigen 1:1-Unentschieden gegen den FC St. Gallen - wie auch Unnerstall - sogleich in der Startformation. Nach siebeneinhalb Saisons beim FC Winterthur und über 200 Einsätzen in der Challenge League feierte Radice als linker Mittelfeldspieler sein Debüt in der obersten Spielklasse des Landes.

„Am Anfang war ich sicherlich nervös. In der zweiten Halbzeit fühlte ich mich schon wohler", sagte Radice nach dem Abpfiff. Dabei zeigte der 26-jährige Italiener schon vor dem Seitenwechsel eine solide Leistung und hatte sogar seinen Anteil am Aarauer Führungstreffer.

In der 34. Minute vermochte er zwar ein hohes Zuspiel von Olivier Jäckle nicht zu erreichen, doch sein Laufweg zwang Gäste-Torhüter Daniel Lopar zu einer verunglückten Intervention an der Strafraumgrenze, woraufhin Sven Lüscher gefühlvoll ins verwaiste Ostschweizer Tor traf.

Dass es bei der persönlichen Premiere in der Super League nicht zu drei Punkten reichte, erklärte Radice mit der fehlenden Durchschlagskraft in der Offensive: „Wir hätten vorne gefährlicher und vor allem auch effizienter auftreten müssen".

Damit dürfte auch Nauris Bulvitis gemeint gewesen sein. Der lettische Innenverteidiger wurde erst in der Schlussphase für Juan Pablo Garat eingewechselt und vergab in der 93. Minute einen möglichen Aarauer Siegtreffer, als er nach einem Eckball am gegnerischen Kasten vorbeiköpfte.

„Ich muss dieses Kopfballtor erzielen", gab sich Bulvitis selbstkritisch. Insgesamt sei er aber zufrieden mit seinem Debüt im Schweizer Fussball, nachdem er in seiner Karriere bislang - abgesehen von einer Saison beim schottischen Verein Inverness Caledonian Thistle - ausschliesslich im Baltikum gespielt hatte.

Es sei nicht einfach gewesen, im Laufe des Spiels eingewechselt zu werden. „Als Spieler hoffst du immer, in der Startformation zu stehen", so der 26-jährige Bulvitis. Er werde versuchen, sich im Training weiter aufzudrängen. Und sowieso dürften die Chancen nicht allzu schlecht stehen, dass der lettische Internationale gegen GC am kommenden Sonntag von Anfang an eingesetzt wird, weil Olivier Jäckle eine Sperre absitzen muss. Der Abwehrspieler kassierte gestern - wie auch Davide Callà - seine vierte Verwarnung in der laufenden Spielzeit.

Goalie Lars Unnerstall schon nach dem ersten Match Publikumsliebling

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