Fussball
Neuer Stern aus dem Aargau am Schiri-Himmel

Der 31-jährige Sascha Amhof klettert die Schiri-Karriereleiter Tritt für Tritt hoch. Im August dürfte der Aarauer seinen ersten Auftritt in der Super League haben. Er will in die Fussstapfen von Urs Meier und Daniel Wermelinger treten.

Ruedi Kuhn
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Schiedsrichter Sascha Amhof nähert sich Schritt für Schritt der Super League.

Schiedsrichter Sascha Amhof nähert sich Schritt für Schritt der Super League.

Alexander Wagner

Als Fussballer und Innenverteidiger war Sascha Amhof Mittelmass. Höchstens. Heute ist er guten Mutes, lächelt und sagt: «Ich war ein klassischer 4.-Liga-Kicker beim FC Sarmenstorf. Also ganz klar mehr Raubein als Techniker.» Selbstkritik ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Prompt setzte Amhof bereits im Alter von 18 Jahren voll und ganz auf die Karte Schiedsrichter. «Mein Anreiz? Ganz einfach», sagt der 31-Jährige. «Fussball ist meine Leidenschaft. Ich wollte allen beweisen, dass ich als Spielleiter Erfolge feiern kann.»

Gesagt, getan. Amhofs Werdegang als Schiedsrichter kann sich sehen lassen. Nachdem er 1998 den Schiedsrichter-Lehrgang besucht hatte, leitete er 2000 bereits 4.- und 3.- Liga-Spiele. Sechs Jahre später schaffte er den Sprung in die 2. Liga Interregional. 2008 pfiff Amhof seine erste Partie in der Challenge League.

Nun steht er an der Schwelle zur Super League. Man kann davon ausgehen, dass Amhof Mitte oder Ende August sein erstes Spiel in der höchsten Spielklasse erhalten wird. Das Fernziel des aufstrebenden Spielleiters steht auch schon fest. Hält der Höhenflug an, so will er früher oder später die Qualifikation für die Super League schaffen und sich vielleicht sogar für internationale Einsätze empfehlen.

Meier und Wermelingen als Vorbilder

Auf dem Weg nach oben gab es für den neuen Stern am Aargauer Schiedsrichter-Himmel einige wichtige Stützen. So zeichnet der frühere Spitzenreferee und Inspizient Andy Schluchter seit Jahren als Mentor von Amhof verantwortlich. Viel zu verdanken hat Amhof seinen Aargauer Vorbildern Urs Meier und Daniel Wermelinger, der aktuellen Nummer eins im Aargau. Mit Rat und Tat steht ihm seit geraumer Zeit ausserdem Luigi Ponte zur Seite.

Der Präsident des Schweizer Schiedsrichter-Verbandes hält nach eigener Aussage grosse Stücke auf Amhof. Neben allen Helfern, Regelkenntnissen, Videoanalysen und psychologischen Fähigkeiten ist für Amhof eine Sache besonders wichtig: «Ich versuche immer so zu bleiben, wie ich bin», sagt er. «Natürlich gilt es in erster Linie, Fehler zu vermeiden. Manchmal ist aber auch Fingerspitzengefühl gefragt.»

Drei Trainings pro Woche

Amhof trainiert meistens dreimal pro Woche. Dabei ist es nicht immer einfach, die Familie, den Beruf und den Schiedsrichterjob unter einen Hut zu bringen. Der Sarmenstorfer besuchte in Fahrwangen die Bezirksschule und ging anschliessend in die Kantonsschule in Wohlen. Nach der Matura absolvierte er während eines Jahres eine Lehrerausbildung an der Universität in Basel und schloss 2008 ein Geografie-Studium erfolgreich ab. Seit drei Jahren arbeitet er als Geograf beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt im Buchenhof in Aarau.

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