FC Aarau

Neuer FCA-Torhüter Steven Deana: «Jeder von uns will den Aufstieg»

Ehrgeizig: Mit dem FC Sion hat Steven Deana ein dutzend Mal in der Super League gespielt, nun will er mit dem FC Aarau ins Oberhaus zurück.

Ehrgeizig: Mit dem FC Sion hat Steven Deana ein dutzend Mal in der Super League gespielt, nun will er mit dem FC Aarau ins Oberhaus zurück.

Torhüter Steven Deana startet mit dem FC Aarau am Freitag in die neue Challenge-League-Saison. Bereits in der Saison 2015/16 spielte der Zürcher bei den Aarauern. Für den Rückkehrer gibt es nur ein Ziel: Aufstieg.

Steven Deana, müssen sich die Fans des FC Aarau vor dem Saisonstart am Freitag in Neuenburg Sorgen machen?

Steven Deana: Warum sollten sie?

Weil eine 0:1-Niederlage im Testspiel gegen Aufsteiger Rapperswil keine gelungene Hauptprobe ist.

In Vorbereitungsspielen sind die Resultate zweitrangig. Nein, sie brauchen sich sicher keine Sorgen zu machen. Wir bereiten uns hoch konzentriert vor.

Sie haben bei Ihrer Rückkehr angekündigt, mit dem FC Aarau aufsteigen zu wollen. Ist das nicht mehr Wunschdenken als Realismus?

Wenn ich so etwas sage, dann will ich es auch erreichen. Jeder von uns hat dieses Ziel. Wir schauen von Spiel zu Spiel.

Der FCZ hat sich aus der Challenge League verabschiedet. Etliche Klubs liebäugeln mit dem Aufstieg.

Wir müssen auf uns schauen. Die Partie gegen Xamax ist wegweisend. Natürlich haben die Neuenburger eine gewisse Qualität. Aber wir wollen ein Zeichen setzen.

Sie haben bereits in der Saison 15/16 für Aarau gespielt. Da war Ihre Integration wohl ein Kinderspiel.

Ich habe nie Probleme, mich an einem neuen Ort zu integrieren. Ich bin keine schwierige Person. Aber natürlich ist es einfacher, wenn man mit vielen zusammengespielt hat. Ich habe mich von der ersten Sekunde an wieder wohlgefühlt.

Wie haben Sie Ihre erste Saison beim FC Aarau in Erinnerung?

Die ersten sechs Monate waren schwierig. Da lagen wir ja zwischenzeitlich auf dem letzten Platz. Dann allerdings gab es eine Rekordserie von 15 Partien ohne Niederlage. Der Aufschwung kam zwar zu spät, dennoch blicke ich mit positiven Gedanken auf jene Saison zurück.

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit dem neuen Goalietrainer Lorenzo Bucchi angelassen?

Gut. Er weiss, wovon er spricht. Er stand lange genug selber im Tor. Er legt Wert auf saubere Fussarbeit mit dem Ball und verlangt, dass wir uns hoch positionieren.

Steven Deana zurück beim FC Aarau

Steven Deana zurück beim FC Aarau.

Sie selber haben den Ruf, ein guter Fussballer zu sein. Obwohl Sie nie im Feld gespielt haben; selbst bei den Junioren nicht.

Training, Training, Training…

Ein Tor aber haben Sie noch nie geschossen.

Sollte ich bei einem Rückstand in der Schlussphase mit nach vorne gehen, dann traue ich mir schon zu, mal ein Tor zu schiessen. Ich werde mit meiner Körpergrösse von 1,90 Metern entschlossen in jedes Kopfballduell gehen oder in den Ball hechten. Dann sehen wir, was passiert.

Sie haben ein ganz spezielles Jahr beim FC Wil hinter sich.

Es war eine zusammengekaufte Mannschaft, die sich zuerst finden musste. Als es dann zu laufen begann, drehten die türkischen Investoren den Geldhahn zu und sprangen ab, weil sich das neue Stadion und der Trainingscampus nicht realisieren liessen. Nur mit jungen Spielern war es fast unmöglich, zu punkten. Und ausserhalb des Spielfeldes war es auch nicht einfach, als der Lohn ausblieb. Doch das Leben musste weitergehen. Heute kann ich sagen, dass mich diese Erfahrungen mental stärker gemacht haben. Ich lernte, ein Profi zu sein, der trotz der schwierigen Situation in der Lage ist, gute Leistungen zeigen.

Sie waren zuvor fünf lange Jahre in Sion, in denen Sie nur zwölf Mal in der Super League zum Einsatz kamen. Dabei hatte Präsident Christian Constantin einmal gesagt, Sie würden über alle Qualitäten für eine grosse Karriere verfügen. Haben Sie nicht Ihre Zeit auf der Reservebank vergeudet?

Stimmt, ich musste lange warten, bis meine Chance kam. Ich hatte mit Andris Vanins einen sehr guten Goalie vor mir, der nie verletzt war. Aber dann durfte ich doch meine Super-League-Erfahrungen sammeln. Und: Ich konnte viel von der Zusammenarbeit mit Vanins und den Goalietrainern Stephan Lehmann und Marco Pascolo profitieren. Ich lernte Französisch − und vor drei Jahren meine Freundin kennen. Sie ist mit mir nach Aarau und Wil gekommen, hat Deutsch gelernt und arbeitet jetzt in einem Modegeschäft.

Bereits in der Saison 2015/16 stand Deana beim FC Aarau im Tor.

Bereits in der Saison 2015/16 stand Deana beim FC Aarau im Tor.

Wofür steht Ihre Tätowierung?

Für meine Familie und meinen Glauben.

Sie haben gesagt, sie würden in der Freizeit ziemlich oft Tennis spielen. Dann haben Sie sicher am Sonntag mit Roger Federer mitgefiebert.

Mega! Unglaublich, was er leistet. Viele hatten ihn schon abgeschrieben. Er aber ist besser denn je zurückgekommen.

Hätte Ihr Vater Tennis gespielt, dann wäre aus Ihnen möglicherweise ein Tennisprofi geworden.

Vielleicht. Doch er war Fussballgoalie beim FC Schaffhausen. Als Knirps zog ich seine Torwarthandschuhe sowie den Pullover an und beschloss, Torhüter zu werden. Ich bin glücklich damit.

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