An den Aargauer Meisterschaften im Vereinsturnen gibt keinen Gesamtsieger, jede Disziplin wird separat gewertet. Trotzdem schielen viele auf den Medaillenspiegel und auf den inoffiziellen Titel des erfolgreichsten Aargauer Vereins. Dafür im Rennen waren Neuenhof, Sulz und Wettingen. Alle drei qualifizierten sich in drei Disziplinen für den Final.

Eine blanke 10 am Reck

Sulz tat dies in der Rasengymnastik, am Barren und am Reck. Souverän gewannen sie am Barren wie letztes Jahr vor Wölflinswil. Die Sulzer trumpften mir ihrer gewaltigen Menge Turnern an sechs Barren auf. Am Reck knallten sie eine blanke 10 hin. Die Schweizer Meister aus dem Fricktal schlugen die anderen um Längen. Leiter Raphael Wächter freute sich: «Wenn wir das wiederholen können, wäre das eine tolle Note fürs Turnfest.»

Die Sulzer konnten sich beinahe noch über einen dritten Sieg freuen. Die Rasengymnastik von Rothrist wurde nur um einen Hauch besser bewertet: Ein Hundertstel trennte die Fricktaler vom Dreifachsieg. Mit zweimal Gold und einmal Silber legte Sulz also vor im Medaillenspiegel.

Was machten Neuenhof und Wettingen? Schweizer Meister Neuenhof gewann die Gerätekombination vor Titelverteidiger Lengnau. Schweizer Meister Wettingen zog nach und gewann den Wettbewerb an den Schaukelringen. Dies mit der zweiten Maximalnote 10 des Tages. Damit stand es eins zu eins zwischen den Rivalen.

Es folgte das direkte Duell an den Sprüngen und am Boden - mit Neuenhof als Titelverteidiger in beiden Disziplinen und Wettingen als Sieger des Lägerncups. Neuenhof turnte an den Sprüngen zu ungenau, das Timing stimmte oft nicht. Wettingen setzte sich klar durch, zwei zu eins im Medaillenspiegel.

Ziel ist die Final-Qualifikation

Am Boden war es ein Dreikampf zwischen Neuenhof, Wettingen und Lenzburg. Die Leistungen waren fast exakt gleich gut. Keiner im Publikum hätte eine Prognose gewagt. Die Wertungsrichter entschieden und Neuenhof konnte den Sieg bejubeln. Wettingen wurde Vizemeister. Ivan Wolf, der Leiter der Neuenhofer Bodenriege, strahlte: «Die Freude ist riesig. Das ist sensationell für uns, wir konnten noch nicht viele solche Siege feiern.»

Ihn persönlich freue es, dass dies mit den vielen neuen, jungen Frauen gelungen ist. «Jetzt erst recht: Unser Ziel ist die Finalqualifikation an den Schweizer Meisterschaften.»

Im Medaillenspiegel waren am Schluss also Neuenhof, Sulz und Wettingen mit zwei Siegen und einem Vize-Meister-Titel an der Spitze.

Brugg bezwingt Schweizer Meister

In der Gymnastik mit Handgeräten bezwang Brugg mit Reifen und Keulen die Schweizer Meisterinnen aus Bözen. Die meisten Finalqualifikationen schaffte übrigens Rohrdorf. Der Verein qualifizierte sich vier Mal für die Finals, doch überall standen ein oder zwei Vereine vor der Sonne.