Automobil
Nerven wie Drahtseile: Fabio Leimer siegt im letzten Rennen der Saison

Leimer gewinnt in Sao Paulo das Rennen der LMP1-L-Klasse.

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Fabio Leimer kann nochmals jubeln.

Fabio Leimer kann nochmals jubeln.

Am Nachmittag des Ranntags startete der Rothrister Fabio Leimer im Rebellion Racing R-One an Startposition acht in das 6-Stunden-Rennen von Sao Paulo. In einer frühen Phase musste er seinem Schwersterauto ausweichen, um einen Unfall zu vermeiden und wurde so von der Strecke gedrängt.

Bei dieser Gelegenheit wurde er vom Lotus überholt. Dieser musste jedoch das Rennen bereits früh wegen technischer Defekte aufgeben. Fabio Leimer beendete seinen Einsatz an achter Stelle und übergab an Teamkollege Dodo Kraihamer (Ö).

Dieser absolvierte bei brütender Hitze ebenfalls einen Doppelstint und gab danach an den gesundheitlich angeschlagenen Andrea Belicchi (It) ab. In der Zwischenzeit plagten das Schwesterauto Probleme mit der Kupplung.

Dies führte dazu, dass es 25 Runden zurücklag, bevor es wieder am Renngeschehen teilnehmen konnte. Doch auch die Nummer 13 mit Leimer/Kraihamer/Belicchi wurde nicht verschont.

Andrea Belicchi beklagte gravierende Bremsprobleme, weshalb er mehrmals länger die Box aufsuchen musste. Die Mechaniker versuchten alles, konnten jedoch das Problem nicht beheben.

Volles Risiko

Die Teamentscheidung, die Bremsanlage auszuwechseln, war schon gefällt, was bedeutet hätte, dass das Schwesterauto das Rennen der Klasse gewinnen würde. Doch Leimer versicherte dem Team, dass er trotz dieser Einschränkung noch vor der direkten Konkurrenz das Auto ins Ziel bringen könne.

Der Vorsprung betrug noch drei Runden, als er wieder übernahm. Der Rothrister fuhr Runde um Runde dem Ziel entgegen, doch der Fehlerteufel schlich sich erneut ein: er konnte die Kupplung nicht mehr betätigen.

Dies hätte bedeutet, dass er nach dem letzten Pitstop das Auto nicht mehr hätte anlassen können. Dies hätte faktisch die Rennaufgabe bedeutet. Doch kurz vor Ende fabrizierte Mark Webber im Porsche einen schweren Unfall, was eine bis zum Schluss dauernde Safety-Car-Phase nach sich zog.

Dies ermöglichte ein extrem benzinsparendes Fahren und somit erübrigte sich der Boxenstopp. Somit entschieden Fabio Leimer, Andrea Belicchi und Dodo Kraihamer das letzte Rennen der Saison in ihrer Klasse für sich – und damit drei der letzten vier.

«Es war ein super Tag, der jedoch extrem nervenaufreibend war», so Leimer, «wir haben trotz zweier gravierender Probleme mit dem Auto, welche uns fast den Sieg gekostet hätten, gewonnen.

Ich nahm das Risiko auf mich, um uns nicht doch die Butter vom Brot nehmen zu lassen.» Auch die Gesamtbilanz des 25-Jährigen fiel letztlich positiv aus: «Es war eine tolle Saison mit Auf und Abs. Ich habe sehr viel gelernt, über das Langstreckenfahren aber auch über mich. Unser Team, speziell Andrea und Dodo, war spitze.»