Nationalliga B

Nasse Zündschnur: Der STV Baden verliert am Bodensee

Björn Navarin (Mitte) hat sich seinen Geburtstag anders vorgestellt.

Björn Navarin (Mitte) hat sich seinen Geburtstag anders vorgestellt.

Städtli verschläft die erste Halbzeit des NLB-Matches gegen Kreuzlingen und kann das Auswärtsspiel beim neuen Tabellenersten trotz grossen Kampfs nicht mehr drehen – 27:29.

Wie macht das der HSC Kreuzlingen bloss: Schon Siggenthal brachte gegen diesen Gegner eine Halbzeit lang nichts Schlaues zustande und verlor schliesslich nur hauchdünn – und jetzt hat der STV Baden ziemlich genau dasselbe durchgemacht.

In Zahlen ausgedrückt: Nach 15 Minuten hatte Baden gerade mal fünf Tore zustande gebracht, nach 27 Minuten erst doppelt so viele, und schliesslich endete die Partie 29:27 für Kreuzlingen.

Kalte Dusche

Zu Beginn hatte Städtli versucht, dort anzuknüpfen, wo man letzten Samstag aufgehört hatte. Schnelle Angriffe und eine offensive Verteidigung sollten Kreuzlingen den Schneid abkaufen – sollten.

Tatsächlich endete Angriff um Angriff in der kompakten Abwehr der Gastgeber, mit einem Fehlschuss oder einer Parade des exzellent stehenden Torhüters. Im Gegenzug gingen die Thurgauer durch die Badener Abwehrreihen wie durch Butter. Als es nach 10 Minuten 8:2 stand, schien sich in der Egelsee-Halle ein regelrechtes Debakel anzubahnen.

Aber weit gefehlt: Von einer Schar unentwegter Städtli-Fans lautstark angetrieben, zeigten die jungen Limmatstädter (die bis auf den weiterhin verletzten Sämi Bürki in Vollbestand antreten konnten) Charakter und steckten partout nicht auf.

Was sich lohnen sollte, denn ab der 25. Minute gelang endlich Tor um Tor, und auch hinten hatte man endlich zur Normalform gefunden. Vom 17:8 zum 18:13-Pausenstand brannte Baden nun ein Feuerwerk gelungener Aktionen ab, während Kreuzlingen Ladehemmung hatte.

Nah am Ausgleich

Die zweiten 30 Minuten entschädigten die Badener Fans endgültig für die ausgedehnte Tristesse der ersten Halbzeit. Städtli kämpfte sich mit viel Herz und endlich auch dem nötigen Abschlussglück heran – der Ausgleich wollte und wollte aber nicht fallen.

Und als sich in der 58. Minute eine vergebene Torchance zu einem technischen Fehler im dümmsten Moment gesellte, war das Ende der Badener Siegesserie gegen den HSC Kreuzlingen dann eben doch besiegelt: In der vierten Begegnung konnte zum ersten Mal die Truppe vom Bodensee die zwei Punkte buchen.

Kreuzlinger Fluch

Dass Baden gegen den neuen Tabellenleader den Kürzeren gezogen hat, tröstet die jungen Wilden natürlich nur mässig. Ein übermächtiger Gegner wie etwa der HSC Suhr Aarau letzte Saison war das nicht; mit einer «normalen» ersten Halbzeit wäre viel mehr möglich gewesen.

Aber eben: Kreuzlingen scheint im Moment auf Aargauer Gegner eine besondere Wirkung zu haben...  

Was die Truppe um Trainer Björn Navarin (der sich zum Geburtstag natürlich ein anderes Resultat gewünscht hätte) aber an unerschütterlichem Kampfgeist gezeigt hat, lässt mit Zuversicht auf die kommenden Spiele schauen.


NLB. 3. Runde: Zofingen - Endingen 27:23. Kreuzlingen - Baden 29:27. Birsfelden - Steffisburg 29:30. Horgen - Altdorf 25:31. - Rangliste: 1. Kreuzlingen 3/6. 2. Altdorf 3/5. 3. Steffisburg 3/5. 4. Endingen 3/4. 5. Baden 3/3. 6. Zofingen 3/3. 7. Siggenthal/Vom Stein 2/2. 8. Kadetten Espoirs SH 2/2. 9. RTV Basel 2/2. 10. Yellow Winterthur 3/2. 11. Horgen 3/2. 12. Möhlin 3/2. 13. Chênois Genève 2/0. 14. Birsfelden 3/0.

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