Eishockey

Nächster Halt: Nationalmannschaft - Sven Leuenbergers Weg vom Aarau-Junior zum Natispieler

Sven Leuenberger, 20, steht sinnbildlich für ein talentiertes Prospect-Team in Olten, der einstige Aarau-Junior hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich – als i-Tüpfelchen seiner bisherigen Reise debütiert der Zug-Stürmer in dieser Woche im A-Nationalteam.

Patrick Fischer spricht viel, korrigiert, lobt, lässt Pfiff um Pfiff erfolgen, währenddem die Spieler anspruchsvollste Übungen mit vielen Stop-and-go-Sprints absolvieren. Es ist nicht zu übersehen: Der Schweizer Nationaltrainer verlangt höchste Bereitschaft und Intensität.

Mittendrin im 22-Mann-Aufgebot der Prospects – also der hoffnungsvollsten Nachwuchsspieler, die schrittweise an das höchste Nationalteam-Niveau herangeführt werden sollen –, steht Sven Leuenberger. Der 20-Jährige aus Hüttikon ZH, unweit von Wettingen, ist einer von acht Spielern, die erstmals ein Aufgebot der A-Nati erhalten haben. «Es ist schon etwas Spezielles. Es freut mich und ich geniesse es sehr, mal für die Nati zu spielen und dabei wertvolle Erfahrungen sammeln zu dürfen», sagt Leuenberger.

Dass er an der Heim-WM im kommenden Mai aber noch Teil der Nationalmannschaft sein wird, schätzt er als unrealistisch ein. «Ich denke nicht darüber nach. Klar, es kann schnell gehen, aber ich will hier eher für die nächsten Jahre etwas aufbauen. Dafür sind diese Camps ja auch da», sagt er nach dem Morgentraining in der Oltner Eishalle Kleinholz, die er aus früheren Tagen und Spielen mit der EVZ Academy kennt.

Via Wettingen und die Argovia Stars nach Zug

Sven Leuenberger hat eine bemerkenswerte Reise an die Eishockey-Spitze hinter sich. In Hüttikon aufgewachsen, lernte er nicht etwa bei einem Zürcher Grossklub das Hockey-Abc, sondern in Wettingen. Aufgrund der Kooperation mit den Argovia Stars durchlief er auch einige Stationen auf der Aarauer Kunsteisbahn.

Auch wenn sein Vater, Heinz Leuenberger, nach langjähriger Tätigkeit nicht mehr als Sportchef in Aarau amtet, ist er noch heute mit dem Klub verbunden, schaut sich bei Gelegenheit Spiele seines Bruders an, der in der 2. Mannschaft der Argovia Stars spielt.

Im Alter von 14 Jahren wechselte Sven Leuenberger als vielversprechendes Talent von Aarau zum EV Zug und arbeitete sich im zweiten Jahrgang der klubeigenen Hockey Academy Schritt für Schritt hoch. Von den Elite-Junioren führte die Reise zur EVZ Academy in der Swiss League, wo er sich in der Saison 17/18 als Leader etablierte und sich mit 37 Skorerpunkten aus 44 Spielen einen Vertrag in der ersten Mannschaft, in der National League, verdiente.

Dort schenkte ihm EVZ-Trainer Dan Tangnes mehr und mehr Vertrauen. Es ging so weit, dass Leuenberger sogar in den brenzligsten Situationen, den Special Teams, eingesetzt wurde und Verantwortung übernahm. Seither gehört Leuenberger dem Stammkader an. «Ich darf in einem Superteam spielen, habe eine gute Rolle, in der ich viel profitieren kann», sagt er stolz.

Längst gilt der einstige Aarau-Junior als Vorzeigeathlet für den Weg, den der EV Zug als Ausbildungsverein eingeschlagen hat. «Es hat sich gezeigt, dass das System funktioniert und die ­Hockey-Academy eine grossartige Ausbildungsmöglichkeit ist.»

In der aktuellen Saison steht der 20-Jährige bei sechs Skorerpunkten aus 41 NL-Spielen. «Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr den Meistertitel holen können», sagt er schmunzelnd. Doch vorerst macht der Zuger mit der Nationalmannschaft Halt in Olten. Jeweils am Morgen in dieser Woche absolviert sie im Kleinholz ein Eistraining, am Donnerstag folgt der Test gegen Deutschland in Herisau, am Freitag in Olten (jeweils 20.15 Uhr).

Als grössten Unterschied zu seinem Alltag beim EV Zug macht er aus, dass die Intensität im Prospect-Camp «noch ein Stück weit höher» ist. «Jeder ist noch etwas motivierter, will seinen Platz erkämpfen und möglichst auffallen.»

Einen eigenen Namen gemacht

In den Büchern von Trainer Patrick Fischer ist Sven Leuenberger notiert – wobei der Name im Schweizer Eishockey längst präsent ist durch Namensvetter Sven Leuenberger, Sportchef der ZSC Lions. Es kam schon vor, dass der EVZ-Leuenberger Glückwünsche zum Geburtstag erhielt, die für ZSC-Leuenberger gedacht waren.

Und einmal meldete sich Nico Hischier, damals noch Junior des SCB, bei EVZ-Leuenberger, der vom damaligen Berner Elite-Trainer wissen wollte, wann das nächste Training stattfände. Solche Verwechslungen habe es aber schon lange nicht mehr gegeben. Denn EVZ Sven Leuenberger hat sich einen eigenen Namen gemacht. Und daran arbeitet er auch in dieser Woche in der Nati weiterhin unter höchster Intensität.

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