Der für die Fricktaler Sportgruppe «Atlas Personal» fahrende Spengler, mit 19 Jahren einer der jüngsten Teilnehmer im Felde, wurde in den Disziplinen Ausscheidungsfahren, Rundenzeitfahren und Kriterium dreimal Zweiter. Mit diesen sechs Rangpunkten konnte sich Spengler als Gesamtsieger feiern lassen. «Das Team hat mich gut unterstützt. Das Kriterium war besonders hart. Ohne diese Unterstützung wäre der Sieg nicht möglich gewesen», freute sich Spengler nach dem unerwarteten Erfolg. Im entscheidenden Kriterium spielte die Mannschaft «Atlas Personal» ihre Überlegenheit aus und holte sich mit Maksym Averin und Lukas Spengler die beiden ersten Plätze.

Stäuble vorne dabei

Der Ukrainer Averin hatte alleine eine Vorsprungsrunde herausgefahren und vier vor Runden Schluss das Feld überrundet. Damit zog er mit vier andern Fahrern gleich. Dieser war bereits früher im Rennen eine Vorsprungsrunde gelungen. Da Averin auf seiner Vorausfahrt tüchtig Punkte sammelte, konnte er sich zum Sieger des Kriteriums ausrufen lassen. Zweiter wurde auch in diesem Rennen Lukas Spengler. Als Dritter schaffte auch der Fricktaler Reto Stäuble (Sulz) den Sprung aufs Siegerpodest des Kriteriums. Im Ausscheidungsfahren war Stäuble auf den vierten Rang gefahren. Einzig das Rundenzeitfahren verlief nicht wie erhofft: «Als guter Zeitfahrer rechnete ich mir mehr als den elften Rang aus. Letztendlich bin ich jedoch mit dem vierten Schlussrang zufrieden.» Dies auch deshalb, weil Reto Stäuble als einziger seiner Mannschaft in Gansingen dabei war. «Obwohl ich den richtigen Postabgang erwischte und bei der Überrundung des Feldes dabei war, machte sich im Kriterium das Fehlen eines Teamkollegen bemerkbar», gab Stäuble zu.

Abschied von Dario Stäuble

Als zweitbester Fricktaler kam René Lang (Möhlin) auf den sechsten Schlussrang. Der Sieger der Kriterien von Diessenhofen und Affoltern war in der Schlussphase von Krämpfen befallen und konnte nicht mehr in die Entscheidung eingreifen.

Vor dem eigenen Publikum letztmals im Einsatz stand Dario Stäuble, der frühere Junioren-Schweizermeister im Querfeldein aus den Reihen des VMC Gansingen. Er beendet in den nächsten Wochen seine aktive Karriere als Rennfahrer und verabschiedete sich mit einem zwölften Rang von seinem Heim-Publikum. «Ich habe ja heute gezeigt, dass die Form gar nicht so schlecht ist. Aber im Moment fehlt mir die Motivation und die Freude. Da ist es besser, ich höre auf.» Dario Stäuble wird einstweilen wieder in seinen angestammten Beruf als Zimmermann zurückkehren, um sich dann Gedanken über seine weitere berufliche Zukunft zu machen.

Schüler ganz stark

Nach dem Peter Erdin bereits im März dieses Jahres zurückgetreten war, hat der VMC Gansingen nun keinen Elite-Fahrer mehr in seinen Reihen. Ganz hoffnungslos sieht die Radsport-Zukunft im oberen Fricktal gleichwohl nicht aus. Auf jeden Fall hielt in den Schüler-Rennen der Nachwuchs aus der Region ganz vorne mit. Dem Gansinger Keelen Senn, der bisher nur in Brugg bei den Abendrennen gefahren war, gelang bei seinem ersten Start auf nationalem Niveau vor dem eigenen Publikum der zweite Platz. Der Sieg des Lokalmatadoren wurde durch den Zurzibieter Fabio Christen (Gippingen/VMC Klingnau) verhindert. Christen setzte sich im Spurt durch. Sein jüngerer Bruder Jan machte es ebenso: Er gewann bei den jüngsten Schülern vor den beiden Sulzern Kim Roth und Cyrill Weiss.

Rennen auch im nächsten Jahr

Der VMC Gansingen mit Vereinspräsident Rolf Hollinger und OK-Vize Emanuel Hüsler an der Spitze der Organisatoren machte seine Arbeit einmal mehr gut. Von daher hätte man den Fricktalern gerne grössere Teilnehmerfelder und einen grösseren Zuschaueraufmarsch gegönnt. Aber offenbar hatten es die Gansinger von der Datumwahl her in diesem Jahr kein glückliches Händchen. «Dessen ungeachtet werden wir nächstes Jahr das Rennen wieder organisieren. Wir sind überzeugt, dass unsere Veranstaltung eine Zukunft hat», zeigte sich Emanuel Hüsler gleichwohl zuversichtlich. Die Erfolge der Nachwuchsfahrer lassen den Schluss zu, dass der Radsport in der Region auf jeden Fall lebt.