TV Endingen
Nach Zusammenbruch: Trainer Cordas denkt schon wieder an Handball

Dem Trainer des TV Endingen geht es nach seinem Zusammenbruch besser. Er verblüffte seine Vereinsfreunde bei deren Besuch. Er fragte: «Ist es für den Klub in Ordnung, wenn ich am Mittwoch beim Spiel fehle.»

Rainer Sommerhalder
Drucken
Teilen
Kann wieder lachen: Zoltan Cordas. (Archiv)

Kann wieder lachen: Zoltan Cordas. (Archiv)

Alexander Wagner

Der Zusammenbruch von Endingen-Trainer Zoltan Cordas macht betroffen. «Ich war sehr schockiert, als ich davon hörte. So etwas geht einem als Berufskollege nah», sagt Patrik Fend, Trainer von Endingens Aufstiegsrivale HSC Suhr Aarau. Es sei schlicht eine sehr, sehr schlimme Sache. «Und natürlich war es in den letzten Tagen auch in unserem Team ein grosses Thema.»

Auf sportlicher Ebene hingegen fokussiert der neue Tabellenführer ganz auf die eigenen Fähigkeiten. So sieht man Trainer Fend kaum je in einer gegnerischen Halle. Auch am Sonntag war er in Wettingen nicht zugegen, als das Drama um Zoltan Cordas geschah. Den heutigen Gegner RTV Basel studiert er lieber über die im Internet verfügbaren Videoaufnahmen der Partien. «Das ist viel effizienter», sagt Fend.

Der Lerneffekt aus der Niederlage

Der Trainer spricht von einer dritten Chance für sein Team, den Wiederaufstieg aus eigener Kraft zu schaffen. «Zuerst war die Niederlage gegen Yellow, und zuletzt jene gegen Endingen. Danach war die Enttäuschung bei den Spielern ziemlich gross.» Jetzt sei man durch Zufall oder Wettkampfglück wieder im Rennen. Letzteres sei in dieser Saison zuvor oft auf die Seite von Endingen gekippt.

Ein Spaziergang wird die letzte Partie am Mittwochabend in Basel nicht. Gegner RTV ist das beste Team der Rückrunde, reihte zuletzt zehn Siege aneinander, am Sonntag auf überzeugende Weise auch gegen Endingen.

Trotzdem bleibt Fend zuversichtlich. «Die Erfahrungen unserer jungen Spieler aus der knappen Niederlage gegen Endingen können Gold wert sein. Viele erlebten zum ersten Mal in ihrer Karriere ein derart kapitales Spiel. Und die Premiere ist meistens schwieriger als die zweite oder dritte Erfahrung.»

Die Zuversicht wird offensichtlich auch vom Verband geteilt. Den Pokal für den NLB-Meistertitel schickt er heute auf jeden Fall nach Basel und nicht nach Baden.

Zoltan Cordas wie er leibt und lebt

Derweil erholt sich Zoltan Cordas zu Hause von seinem schweren Kollaps am Sonntag. In Gedanken ist er bereits wieder beim Handball. Beim Besuch der Vereinsverantwortlichen fragte der 51-Jährige: «Ist es für den Klub in Ordnung, wenn ich am Mittwoch beim Spiel fehle?»

Sollte Endingen als NLB-Zweiter die Barrage-Spiele gegen Stäfa bestreiten, dann ist nicht ganz auszuschliessen, dass Cordas bereits wieder an der Seitenlinie stehen wird. Auch wenn Familie und Verein es lieber sähen, wenn er sich schonen würde. Die Gesundheit habe jetzt absolute Priorität.

Mannschaft zusätzlich motiviert

Endingens Geschäftsführer Christian Villiger glaubt, dass sich die Spieler im heutigen Derby gegen den STV Baden für ihren Trainer «zerreissen werden». Ein Selbstläufer sind die zwei budgetieren Punkte aber ebenfalls nicht. Das Hinspiel gewann der TVE mit nur einem Tor Differenz.

Und die Frage, wie die Spieler den sonntäglichen Schock wegstecken, kann erst der Spielverlauf beantworten. Aber wer weiss: Vielleicht endet die Saison für Endingen auch mit dem totalen Happy End. Auszuschliessen ist nach den verrückten letzten Wochen und Tagen nichts mehr.

Aktuelle Nachrichten