FC Wohlen

Nach Varela-Knatsch steigt der Druck auf Wohlens Cheftrainer

Carlos Varela

Carlos Varela

Nach dem Abgang von Carlos Varela steht Trainer Urs Schönenberger unter Kritik. Der eigenwillige Spanier deckt Schönenberger zudem mit happigen Vorwürfen ein. Er bezichtigt ihn unter anderem der Lüge. Der FC Wohlen hat unruhige Tage vor sich

Anspannung pur beim FC Wohlen: Die Freiämter haben eine turbulente Woche hinter sich. Und die Freiämter werden trotz des Punktgewinns beim 1:1 gegen Delémont eine turbulente Woche vor sich haben. Der schnelle Abgang von Carlos Varela hinterlässt Spuren, ja Risse.

Dass der 34-jährige Mittelfeldspieler und Cheftrainer Urs Schönenberger in diesem Leben keine Freunde werden, lag schon vor dem spektakulären Transfer auf der Hand: Die zwei sind alleine schon von den Charakterzügen her betrachtet viel zu unterschiedlich. Auf der einen Seite ist Varela ein eigenwilliger Typ, der sich hin und wieder die eine oder andere Freiheit herausnimmt und nicht einfach zu führen ist. Er ist spontan, unberechenbar und gilt als äusserst sensibel. Auf der andern Seite verfolgt Schönenberger bezüglich Trainingsmethoden eine harte, konsequente Linie, legt grossen Wert auf Kleinigkeiten und stellt klare Regeln auf. Ob Spieler mit kleinem oder Spieler mit grossem Namen; wer gegen diese Regeln verstösst, der steht beim Chefcoach auf verlorenem Posten.

Trainerposten infrage gestellt?

Nach der öffentlichen Kritik von Schönenberger an die Adresse von Varela im Anschluss an das Heimspiel gegen Bellinzona (0:1) überschlugen sich die Ereignisse. Der für seinen Stolz bekannte Spanier fühlte sich in seiner Ehre gekränkt und entschloss sich, den bis Ende Saison dauernden Vertrag aufzulösen. Er teilte dies Mitte der vergangenen Woche dem Challenge-League-Verantwortlichen René Meier mit.

Meier versuchte, Varela umzustimmen. Vergeblich. Mit dem Abgang Varelas ist das Problem nun aber nicht vom Tisch. Im Gegenteil. Schönenberger gerät mehr und mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Spielerrat mit Captain Michael Winsauer, Giovanni Proietti, Pascal Renfer und Nenad Bijelic will sich Anfang dieser Woche mit Schönenberger zusammensetzen, um die Spannungen zwischen einem Teil der Mannschaft und dem Coach zu diskutieren, zu analysieren und aus dem Weg zu räumen.

Mit vereinten Kräften

Eine Lösung gibt es nur dann, wenn die beiden Parteien aufeinander zukommen und Kompromisse eingehen. Winsauer hofft auf klärende Gespräche und spricht Klartext. «Das Wohl des FC Wohlen und das Wohl der Mannschaft stehen an erster Stelle», sagt der Österreicher. «Wenn sich alle mit der notwendigen Selbstkritik hinterfragen, kommt es gut. Schliesslich haben wir in dieser Saison mit einem Rang in den Top 10 ein grosses Ziel vor Augen.» Schön und gut: Was aber ist, wenn die Diskussionen auf keinen fruchtbaren Boden fallen? Planen dann weitere Spieler ihren Abgang oder ist der Trainer wieder einmal das schwächste Glied in der Kette?

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