1. Liga

Nach Sieg im Derby: Baden-Präsident zahlt spontan 500 Franken in die Teamkasse

Der FC Baden gewinnt das 1.-Liga-Derby gegen Wohlen 2:1. Das begeistert Heinz Gassmann so sehr, dass der Präsident die Spieler spontan für die Leistung belohnt.

Kurz nach dem Schlusspfiff folgt der grosse Auftritt von Heinz Gassmann. Der Präsident des FC Baden stellt sich vor die jubelnden Spieler und hält eine kurze, knackige Ansprache. Gassmann ist begeistert über den 2:1-Sieg gegen den Kantonsrivalen Wohlen und lässt seiner Freude freien Lauf. «Ich bin einerseits stolz auf die Mannschaftsleistung, anderseits stolz auf jeden einzelnen Spieler», sagt er. «Dieser Erfolg im Derby bedeutet mir extrem viel. Deshalb zahle ich 500 Franken in die Mannschaftskasse.»

Gassmann war nach dem Erfolg gegen die Freiämter also in Spendierlaune. Und sollte der FC Baden am übernächsten Samstag auch das Heimspiel gegen den aktuellen Leader FC Biel gewinnen, will der Präsident gleich nochmals 500 Franken aus der eigenen Tasche zahlen. Kein Zweifel: Der FC Baden liegt Gassmann am Herzen. Er investiert in erster Linie viel Zeit in die Finanzierung der ersten Mannschaft. Ohne sein grosses Engagement und ohne die Vielzahl an Sponsoren wäre vieles nicht möglich.

Klappt es im achten Anlauf mit dem Aufstieg?

Gassmann machte aber nicht nur nach, sondern auch vor dem Spiel von sich reden. Im Match-
Programm tippte er auf einen 2:1-Sieg für Baden – und traf damit voll ins Schwarze. Der Präsident ist damit zweifellos der Mann der Stunde und darf hoffen, dass die Badener im achten Anlauf endlich den Aufstieg schaffen. Nach fünf Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen und hat 13 Punkte auf dem
Konto. Der FC Wohlen allerdings ist in Rücklage (6 Spiele, 9 Punkte). Die Frage nach der Nummer 2 im Kanton hinter dem FC Aarau ist fürs Erste beantwortet.

Trotz aller Euphorie rund um die Mannschaft von Trainer Ranko Jakovljevic war im Derby längst nicht alles Gold, was glänzt. Zwar bewies das Team sein grosses Offensivpotenzial, führte zu Beginn der zweiten Halbzeit dank Toren von Christopher Teichmann und Stefano Cirelli verdientermassen 2:0 und hatte ein deutliches Chancenplus. Aber dann riss der Faden. Der Leistungsabfall der Badener war das Eine, das Aufbäumen des FC Wohlen das Andere. Die Freiämter bewiesen nach dem Zwei-Tore-Rückstand Moral, Kampfgeist und Willensstärke und stemmten sich in der letzten halben Stunde mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Und hätte Wohlens Joker Luiyi Lugo in der 86. Minute seine Grosschance genützt, wäre es mit der ganzen Badener Herrlichkeit im letzten Moment vorbei gewesen.

Eine Niederlage, die dem FC Wohlen weht tut

Die 810 Zuschauer sahen auf dem Kunstrasen im Stadion Esp von Anfang an ein intensives, temporeiches, packendes und gegen Ende sehr spannendes Spiel. Hätte Raymond Laski nach 72 Minuten seine hochkarätige Möglichkeit zum 3:0 genützt, wäre die Partie entschieden gewesen. Laskis Kopfball landete allerdings im Niemandsland.

Weil der FC Wohlen nach knapp einer Stunde voll auf die Karte Offensive setzte und ein ums andere Mal gefährlich vor dem Badener Tor auftauchte, blieb der Ausgang des Spiels ungewiss. Vilson Doda, Ronny Minkwitz, Muhamed Seferi und Esat Balaj vergaben innert 20 Minuten vier Topchancen oder scheiterten am erst 17-jährigen, höchst talentierten Torhüter Marvin Hübel. Dann gelang Innenverteidiger Nicolas Künzli mittels Kopfball nach einem Corner von Seferi doch noch der Anschlusstreffer (74.). Gegen Ende der Partie drückten die Freiämter vehement auf den Ausgleich. Kurz vor Schluss wurde Lugo im Fünfmeterraum der Treffer zum 2:2 auf dem silbernen Tablett serviert – er verstolperte die Möglichkeit.

So blieb es im Endeffekt beim nicht unverdienten Sieg des FC Baden. Für Wohlen war es im sechsten Spiel die erste Niederlage. «Eine, die extrem weh tut», sagt Präsident André Richner. «Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Sie hat bis zum Schluss nicht nur gut gespielt sondern auch bis zum Umfallen gekämpft.»

Thomas Jent sprach von einem Super-Derby mit vielen Offensivaktionen und guten Chancen «Wir hätten dank der hervorragenden zweiten Halbzeit ein Unentschieden verdient», sagte der Trainer der Wohler. «Aber momentan läuft vieles gegen uns. Es nützt aber nichts, mit dem Schicksal zu hadern. Wir müssen arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten. Irgendwann wird das Glück auf unserer Seite zurückkehren.»

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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