Amateurfussball

Nach Schiri-Attacke: Der FC Würenlingen suspendiert den Steinwerfer – und der versteht dies

Tatort der neusten Attacke auf einen Schiedsrichter im Amateurfussball: Der Sportplatz Tägerhard in Würenlos.Bild: Chris Iseli (Würenlos, 26. September 2019)

Tatort der neusten Attacke auf einen Schiedsrichter im Amateurfussball: Der Sportplatz Tägerhard in Würenlos.Bild: Chris Iseli (Würenlos, 26. September 2019)

Nachdem ein Spieler des Vereins im Nachgang einer Partie einen Stein in Richtung des Unparteiischen geworfen hat, reagiert der FC Würenlingen. Er wirft den betroffenen Spieler per sofort aus der 1. Mannschaft.

Der Vorfall hat für grosse Aufruhr gesorgt: Am 4. September hat ein Spieler des FC Würenlingen nach dem 3.-Liga-Spiel zwischen dem SV Würenlos und dem FC Würenlingen einen Stein in Richtung des Schiedsrichters geworfen. Dies, weil der Unparteiische den Akteur nach einer persönlichen Beleidigung des Feldes verwiesen hat. Zuvor war der Spieler noch mit zwei Toren für seinen Klub, der das Spiel am Ende auch gewinnen konnte, aufgefallen.

Neue vereinsinterne Strafenordnung

Beim FC Würenlingen hat man den Fall in dieser Woche intern aufgearbeitet. Dazu gehört auch, dass die Vereinsleitung und der Spieler gemeinsam an den Tisch gesessen sind. Wie der FCW in einer Medienmitteilung bekannt gibt, wird der betroffene Spieler per sofort suspendiert. Lukas Weibel, Präsident ad interim, sagt: «Den Vorfall bedauern wir natürlich sehr und verurteilen ihn aufs Schärfste.» Der Verein habe nun ein Zeichen setzen müssen – auch für die Zukunft. «Wir wollen nicht Hand bieten für weitere ähnliche Vorfälle. Wir tolerieren solche Aktionen schlichtweg nicht», sagt Weibel, der auch an das Wohl des Dorfvereins mit seinen über 300 Mitgliedern denkt.

Deshalb hat der FC Würenlingen nun auch eine interne Strafenordnung ausgearbeitet, damit künftig bei allfälligen disziplinarischen Fällen in diese Richtung zeitnah gehandelt werden kann. Die Spielkommission und damit auch deren Präsident erhalten mehr Befugnisse. Beim Verein hofft man, dass diese nicht so bald wieder angewandt werden müssen.

Beschuldigter Spieler: «Ich habe einen Seich gemacht»

Auch der betroffene Spieler äussert sich nun zum Vorfall: «Ich will die Aktion nicht schönreden. Ich habe einen Seich gemacht und muss mit den Konsequenzen leben», sagt er am Telefon gegenüber der «Aargauer Zeitung». Trotzdem hält er fest, dass er vom Schiedsrichter auch provoziert worden sei: «Er hat einfach keine Fouls gegen mich geahndet. Am Schluss ist es ausgeartet.» Seine Fussballkarriere, in deren Verlauf er sogar auf bestem Weg zum Profi-Spieler war, erklärt er nun als beendet: «Ich habe keine Lust mehr, ich habe hier nur noch zum Spass gespielt.»

Zudem sieht er sich in der Opferrolle. «Ich wurde im Verein nicht geschätzt. Habe ich gute Leistungen gebracht, wurde ich nie gelobt. Lief ich aber nur ein klein wenig neben der Spur, wurde sofort ein Theater veranstaltet.» Die Suspendierung kann er aber dennoch verstehen.

Sieg – ohne den Fehlbaren

Aus sportlicher Sicht erleidet der FC Würenlingen durch den Rauswurf einen grossen Verlust. Das streitet Weibel gar nicht ab. Er spürt aber, dass dadurch, dass der Spieler gesperrt gewesen war, ein Ruck durch das Team gegangen sei. Dass die Mannschaft auch ohne den fehlbaren Spieler gewinnen kann, zeigte sie am vergangenen Dienstag, als sie gegen Mitaufsteiger FC Suryoye Wasserschloss einen knappen 3:2-Sieg landete. Damit steht der FC Würenlingen nach elf Spielen im hinteren Mittelfeld der Tabelle auf Rang 10 – mit elf Punkten aus neun Spielen.

Meistgesehen

Artboard 1