Aller guten Dinge sind drei. Getreu diesem Motto dürften sich wohl die Aarauer Basketballer auf das letzte Saisonspiel gegen NLA-Vertreter Massagno vorbereitet haben. Denn am gestrigen Abend bot sich den Aarauern die dritte Chance, den NLB-Meistertitel in die Tellihalle zu holen. Doch die Aufgabe war schwierig, denn zuletzt lief die Alte Kanti auf dem Zahnfleisch, zollte der intensiven Saison mit 38 Spielen in sechs Monaten Tribut. Gegen Boncourt, Swiss Central und Lausanne setzte es zuletzt drei Niederlagen in Folge ab. Ein Sieg gegen Massagno musste her, wenn man den Meistertitel nicht doch noch in letzter Sekunde aus der Hand geben wollte. Und das ohne die verletzten Stammspieler James St. Robert und Philippe Sager.

An der Unterstützung der Fans sollte es nicht liegen. Die Tellihalle war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Zuschauer sorgten für eine beachtliche Lärmkulisse. Darunter auch das Aarauer NLB-Frauenteam, das seine Kollegen besonders ausgelassen anfeuerte. Mit gutem Grund, denn sie hatten nur etwas mehr als eine Stunde zuvor in der eigenen Halle den grössten Erfolg der Klubgeschichte gefeiert: den Meistertitel in der NLB – und das notabene nach einer perfekten Saison ohne eine einzige Niederlage.

Überlegener Finalsieg

Der Final der Aarauerinnen gegen Winterthur war vielleicht kein Spiel für Basketball-Ästheten, doch die Intensität war enorm hoch. Vor allem aufseiten der favorisierten Aarauerinnen, die auf dem Feld und auf der Bank mächtig für Emotionen sorgten. «Die Stimmung in unserem Team ist super. Das ist unser grosser Vorteil», sagte Captain Karen Twehues, die gemeinsam mit Marjana Milenkovic in der von Nervosität geprägten Startphase für die nötige Ruhe im Aarauer Spiel sorgte.

Spätestens nach drei Vierteln war jedoch klar, dass die Aarauerinnen dieses Spiel nicht mehr aus der Hand geben würden. Zu gross war der Vorsprung und zu ausgeglichen das Aarauer Team. Und so konnte es sich Trainer Milenko Tomic gar leisten, seine Starting Five einzeln vom Feld zu nehmen, um ihr den wohlverdienten Applaus des Publikums zu gönnen. Nach der Schlusssirene, als der 67:38-Sieg endgültig feststand, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. «Dieser Titel ist fast noch schöner als meine NLA-Titel. Mit so einem jungen Team zu gewinnen, ist grossartig», so Twehues.

Die Bilder zum Triumph der Frauen:

Frauen wohl in der NLA

Und der Triumph des Frauenteams schien auch die Männer zu motivieren. Nach einem Kaltstart – Massagno führte mit 8:0 – waren es vor allem Dejan Hohler, Zoran Zivanovic und Adam Mirkovic, die ihre Farben zurück ins Spiel brachten. In ihrem Sog zeigte sich auch der Rest der Mannschaft äusserst spielfreudig. Zur Pause führten die Aarauer mit 52:35. Diesen Vorsprung gaben sie nicht mehr Preis und gewannen mit 90:81.

Die Männer und die Frauen haben den NLB-Meistertitel geholt. «Ich bin absolut sprachlos. Beide Teams haben sich heute noch einmal in Topform präsentiert und sich den Titel vor einem tollen Heimpublikum verdient», freute sich AKA-Pressechef Yannick Ngarambe.

Doch für die Alte Kanti gibt es nicht nur auf dem Spielfeld Grund zur Freude, sondern auch an der finanziellen Front sieht es besser aus als noch vor ein paar Wochen, als über die Auflösung von einem der beiden NLB-Teams nachgedacht wurde. «Wir haben nun genug Geld, um mit der Frauenmannschaft den Aufstieg wahrzunehmen und mit den Männern in der NLB weiterzuspielen», sagt Präsident Christian Roth. Der definitive Entscheid fällt allerdings erst im Verlauf dieser Woche. Das letzte Wort in Sachen Aufstieg hat das Frauenteam selbst. Bei den Männern ist die Promotion aus finanziellen Gründen noch immer kein Thema, obwohl sie sportlich zum dritten Mal in den letzten vier Jahren erreicht wurde.