Challenge League
Nach Ramadani auch noch Gjorgjev: Der FC Aarau als Auffangbecken für Aargauer GC-Junioren

Die neuste Verpflichtung von FCA-Sportchef Sandro Burki hat eine bemerkenswerte Vita für einen 20-Jährigen. Im Brügglifeld will sich Nikola Gjorgjev wie Edmond Ramadani wieder für höhere Aufgaben empfehlen.

Sebastian Wendel
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Nikola Gjorgjev (links) von den Grasshoppers im Duell mit Fenerbahçes Mehmet Topal

Nikola Gjorgjev (links) von den Grasshoppers im Duell mit Fenerbahçes Mehmet Topal

KEYSTONE/EPA/SEDAT SUNA

„Nikola Gjorgjev ist unglaublich schnell und trickreich. So einen Spieler im Team zu haben, ist pures Gold wert.“ Die Worte aus dem Mund des früheren U21-Trainers von GC, Bors Smiljanic, gleichen einem Ritterschlag. Der Haken: Die Worte stammen aus dem Jahr 2015.

Damals war Gjorgjev gerade volljährig geworden und ein aufstrebendes Talent bei den Grasshoppers. Wie Smiljanic hielt auch GC-Profitrainer Pierluigi Tami viel vom Flügelspieler und stellte Gjorgjev in der Saison 2016/17 regelmässig auf. So kann Gjorgjev als 20-Jähriger auf 40 Einsätze in der Super League, Europa League und im Cup sowie auf drei Länderspiele mit Mazedonien zurückblicken.

Karriereknick nach dem Trainerwechsel

Warum aber hielt der steile Aufstieg nicht an? Warum ist Gjorgjev zweieinhalb Jahre nach Smiljanic‘s Lobeshymne beim FC Aarau gelandet?

FCA-Neuverpflichtung Nikola Gjorgjev

FCA-Neuverpflichtung Nikola Gjorgjev

Zur Verfügung gestellt

Ein wichtiger Grund dürfte die Entlassung seines Förderers im Frühjahr 2017 gewesen sein: Tamis Nachfolger Carlos Bernegger verzichtete im Abstiegskampf auf Gjorgjevs Dienste, worauf dieser die Konsequenzen zog und sich im vergangenen Sommer zu Twente Enschede ausliehen liess. Wohl ein Fehlentscheid: Denn in Holland, fernab der Heimat, wartete niemand auf den kleingewachsenen Dribbler, schliesslich kam er nur in den ersten zwei Meisterschaftsspielen und in der ersten Cuprunde zum Einsatz.

Erneut zog Gjorgjev die Notbremse, absolvierte im Januar ein Probetraining beim österreichischen Bundesligisten Altach, ehe er diese Woche einen Leihvertrag bis Ende Saison beim FC Aarau unterschrieb. Die Transferrechte sind immer noch bei GC.

Die Parallelen zu Ramadani

Die leihweise Verpflichtung von Gjorgjev passt wie die Faust aufs Auge zu der von Edmond Ramadani (19), der seit Jahresbeginn beim FC Aarau weilt: Beide stammen aus dem Kanton Aargau, Gjorgjev aus Wettingen, Ramadani aus Lenzburg. Beide machten ihre ersten fussballerischen Schritte im Aargau, ehe sie als Teenager in die GC-Nachwuchsabteilung wechselten. Beide haben bei den Hoppers Vertrag bis 2020. In der Hoffnung, irgendwann doch noch den Durchbruch beim Schweizer Rekordmeister zu schaffen, liessen sie sich nun nach Aarau ausleihen. Auch ihre fussballerischen Profile decken sich: Flügelspieler, kleingewachsen, dribbelstark, schnell.

Edmond Ramadani

Edmond Ramadani

Keystone

Grundsätzlich passen sowohl Gjorgjev als auch Ramadani ins Konzept von Sportchef Sandro Burki, künftig vermehrt auf Talente aus der Region zu setzen. Gleichzeitig aber relativieren sie die Vertragsabschlüsse mit den hauseigenen Junioren Matija Randjelovic und Noah Lüscher-Boakye: Deren Perspektiven auf Profieinsätze in der Rückrunde dürften durch die Verpflichtung des GC-Duos deutlich geschmälert worden sein.