NLA-Handball

Nach knapp zwei Monaten Coronapause: Luftküsse beim Trainingsauftakt des HSC Suhr Aarau

Während bei den Challenge-League-Fussballern des FC Aarau der Trainingsbetrieb noch ruht haben die NLA-Handballer des HSC Suhr Aarau das Mannschaftstraining am Montag wieder aufgenommen und damit die Vorbereitungen auf die Saison 2020/21 gestartet.

Ein paar Minuten vor 17 Uhr treffen die Spieler des HSC Suhr Aarau langsam bei der Trainingshalle Hofstattmatten in Suhr ein.

Trotz gewohnter Umgebung ist alles etwas ungewohnt: Der Gang ist in einen Eingangs- und einen Ausgangsstreifen unterteilt. Überall stehen Handspender mit Desinfektionsmittel bereit, auch Hygienemaksen liegen auf.

Zahlreiche Aushänge an Wänden und Türen sowie Markierungen am Boden zeigen an, wo man sich aufhalten darf und wo nicht, wo die Schuhe gewechselt und die Sporttaschen abgestellt werden dürfen.

Gut zwei Stunden vor der Mannschaft trifft HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli in den Hofstattmatten ein. Cheftrainer Misha Kaufmann und der Technische Leiter Toni Kern sind schon da. Letzterer ist in seiner neuen Funktion als Covid-19-Beauftragter des HSC besonders gefordert. Das Trio bereitet die Trainingshalle auf den Trainingsauftakt vor.

Das grosse Wiedersehen fällt verhalten aus

Der Montag, 11. Mai, ist ein besonderer Tag. Nach knapp zwei Monaten durch die Pandemie bedingter Pause darf endlich wieder trainiert werden.

Das grosse Wiedersehen in den Reihen des HSC fällt aber aufgrund der vielen Regeln und Massnahmen zum Schutz vor der weiteren Verbreitung des Virus verhalten aus. Statt Umarmungen sind Ellenbogen-an-Ellenbogen oder Faust-an-Faust-Begrüssungen angesagt.

Dem Corona-Speck geht’s an den Kragen

Der Trainingsauftakt des HSC Suhr Aarau war auch im «Aktuell» bei Tele M1 Thema.

   

«Die Vorfreude war unglaublich gross», sagt Geschäftsführer Wernli. «Es fühlt sich an wie eine Ewigkeit, seit wir letztmals hier trainiert haben.»

Alle Coronatests waren negativ, einer fehlt trotzdem

Damit die Freude an der wieder zurückgewonnenen Trainingserlaubnis möglichst anhaltend bleibt, haben sich Spieler und Staff am vergangenen Freitag im Altius Swiss Sportmed Center in Rheinfelden von Teamarzt Dr. Lukas Weisskopf auf das Coronavirus testen lassen.

Die Ergebnisse fielen allesamt negativ aus, andernfalls hätte der betroffene Spieler oder Trainer nicht zum Trainingsauftakt erscheinen dürfen.

Einer fehlt am frühen Montagabend trotzdem: Bei Dylan Brandt wurde nach dem Coronatest und nur wenige Tage vor seinem 20. Geburtstag vom 25. Mai eine Ansteckung mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber diagnostiziert.

Schonender Wiedereinstieg nach der langen Pause

Wer nun aber darauf gehofft hatte, dass der Trainingsauftakt gleichbedeutend mit packendem Handballsport in der Hofstattmattenhalle sein würde, der wurde eines besseren belehrt.

«Nach der langen Pause führen wir unsere Mannschaft langsam wieder an den Handball heran. Dabei legen wir ein grosses Augenmerk auf die Schulter und die Knie. Die Spieler müssen langsam wieder an die Wurfbewegung und auch an die vielen Stop-and-go-Bewegungen gewöhnt werden», sagt Cheftrainer Kaufmann.

Zwei Trainingsgruppen: «Junge» und «Alte»

Folgerichtig stand nach Informationen und Ansprachen zum Trainingsauftakt erst einmal ein Basketball-Spiel ohne grossen Körperkontakt zum Aufwärmen an – in der einen Hallenhälte spielten die «Jungen» unter sich, in der anderen die «Alten».

Um das Risiko oder zumindest das Ausmass einer allfälligen internen Infektionswelle zu vermindern, wird vorerst starr und ohne Durchmischung in diesen Gruppen trainiert.

Das führt dazu, dass Diogo Oliveira theatralische Luftküsse an die Adresse von Lukas Laube aussendet – weil sie nicht in derselben Gruppe trainieren und deswegen in den kommenden Wochen auf Distanz zueinander sein werden.

Humor hilft eben sogar über Corona-Schutzkonzept-Markierungen hinweg.

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