Entscheid gefällt

Nach freiwilligem Abstieg aus der Challenge League: Der FC Wohlen will in der Promotion League neu starten

Bald ist im Stadion Niedermatten kein Challenge-League-Fussball mehr zu sehen: Die Freiämter treten in der Promotion League an.

Bald ist im Stadion Niedermatten kein Challenge-League-Fussball mehr zu sehen: Die Freiämter treten in der Promotion League an.

Neustart für den FC Wohlen in der Promotion League: Nach dem freiwilligen Abstieg per Ende Saison aus der Challenge League ist nun klar, wie es beim FC Wohlen weitergeht: Die Freiämter treten eine Liga tiefer in der Promotion League an.

Viel wurde spekuliert, seit gestern ist klar, wie es mit dem FC Wohlen weitergehen soll. Nach 16 Jahren in der zweithöchsten Liga plant der Verein nach dem freiwilligen Abstieg aus der Challenge League am Ende der Saison den Neustart in der Promotion League. Und damit nur eine Liga tiefer und in jener Klasse, in welcher der FC Wohlen auch mit einem sportlichen Abstieg gelandet wäre.

André Richner als neuer starker Mann

Die Freiämter bewegen sich so weiterhin in der Nähe des Profifussballs und ziehen die höchste Amateurliga der Anonymität einer Regionalliga vor. Für den Neustart soll die FC Wohlen AG bestehen bleiben, der Verwaltungsrat hingegen neu bestückt werden.

Als neuer Verwaltungsratpräsident und Nachfolger von Lucien Tschachtli, der sich wie alle bisherigen Verwaltungsräte zurückziehen wird, wird den Aktionären an einer Generalversammlung Anfang Mai André Richner vorgeschlagen. Richner ist mit der Firma Richnerstutz AG bereits jetzt Trikotsponsor des FC Wohlen und investiert so jährlich 50'000 Franken in den Verein. Künftig will er sich also noch stärker einsetzen.

«Es ist unser Ziel für die nahe und absehbare Zukunft, den FC Wohlen mit einer kompetitiven Mannschaft in der höchsten Amateurliga der Schweiz zu etablieren und langfristig von der gezielten Juniorenförderung im Verein zu profitieren», sagte er gestern.

Die Juniorenabteilung war mit ein Grund für den Entscheid, den Weg in der Promotion League fortzusetzen. Denn ein sportlich ambitioniertes Fanionteam in einer starken Liga beflügelt den Nachwuchs. Talentierte Spieler sollen demnach in der ersten Mannschaft eine Chance bekommen.

Kosten im sechsstelligen Bereich

Alp Gürsu, seit Ende 2017 Präsident des Vereins, ist erleichtert. «Mit dem Entscheid pro Promotion League haben wir einen Meilenstein erreicht», sagt er. Gürsu hatte sich seit Bekanntwerden des freiwilligen Rückzugs aus der Challenge League für eine Fortsetzung in einer ambitionierten Liga starkgemacht. Das Szenario, sich in den Aargauer Regionalfussball zurückzuziehen, war für ihn stets eine Notlösung. Genau wie ein Neustart in der 2. Liga interregional.

Vor allem mit André Richner, aber auch mit Adrian Büchler, Adrian Meyer und Kurt Braunschweiler fand Gürsu Mitstreiter für die Mission Promotion League, die bereit sind, die FC Wohlen AG weiterzuführen. Sie alle stellen sich der Wahl in den Verwaltungsrat. Gürsu selbst ist als Delegierter des Verwaltungsrats vorgesehen. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass der FC Wohlen auch künftig überregional präsent ist.

Ehrenpräsident René Meier bezifferte die Kosten für eine Saison in der Promotion League inklusive Fortführung der Juniorenabteilung einst mit einer Million Franken. Alp Gürsu will keine Zahl nennen, spricht aber von einem Betrag im sechsstelligen Bereich.

Alain Schultz und viele Neue

Bleibt die Frage nach dem Team. Gürsu ist sich bewusst, dass der FC Wohlen für die Promotion League eine fast komplett neue Mannschaft zusammenstellen muss. «Zwar haben wir noch Zeit, trotzdem wird es keine einfache Aufgabe werden», sagt er.

Vereinsikone und Captain Alain Schultz hat signalisiert, den Weg in die Promotion League mitzumachen. Als Nachfolger von Trainer Ranko Jakovljevic, der den Verein Ende der Saison freiwillig verlässt, soll sein Assistent Fabricio Nogueria, genannt Piu, ein Kandidat sein. Gürsu möchte sich dazu nicht äussern und er sagt einzig: «Wir stehen in der Planung noch ganz am Anfang. Wichtig war uns, nun die Gewissheit zu haben, wie und wo es weiter gehen soll.»

Die Pläne der designierten Führung sehen vor, dass sich der FC Wohlen weiterhin am Team Aargau, dem Nachwuchsprojekt der Vereine Aarau, Baden und Wohlen beteiligt – wenn auch finanziell mit weniger Mitteln. Zudem soll die zweite Mannschaft des FC Wohlen neu in der 2. Liga regional spielen. Die Zeit der Spekulationen ist vorbei. Ab heute beginnt die Umsetzung der Mission Promotion League.

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