FC Aarau

Nach Ellbogencheck: Olivier Jäckle kehrt gegen Wil in die Startformation zurück

FCA-Mittelfeldspieler Olivier Jäckle sieht zum Saisonauftakt gegen Chiasso nach einer Tätlichkeit die Rote Karte

FCA-Mittelfeldspieler Olivier Jäckle sieht zum Saisonauftakt gegen Chiasso nach einer Tätlichkeit die Rote Karte

Nach seinem Ellbogenschlag zum Saisonauftakt gegen Chiassos Daniel Kaufmann darf Olivier Jäckle am Donnerstagabend in Wil nach zwei Spielsperren erstmals wieder ran. Der 23-Jährige wird wieder in der Startaufstellung stehen.

Frage an Marco Schällibaum: Steht Olivier Jäckle nach der roten Karte gegen Chiasso und den zwei Spielsperren gegen Wil wieder in der Startformation des FC Aarau? Der Trainer des FCA ist überrascht, ja sogar perplex. Diese Frage hat er nicht erwartet. Natürlich ist Jäckle gegen die Ostschweizer erste Wahl. Aber diese Frage ist zu heikel, um sie in der Öffentlichkeit mit einem klaren «Ja» zu beantworten.

Was also soll Schällibaum tun? Dem neugierigen Reporter die Wahrheit sagen? Ausweichen? Zu einer Notlüge greifen? Schällibaum will auf keinen Fall ins Fettnäpfchen treten, bleibt cool und gibt sich diplomatisch. «Für mich ist erst einmal wichtig, dass ich nach den zwei Sperren wieder auf Jäckle zählen kann», erklärt der Chef. «Nach dem kräfteraubenden Spiel gegen Servette bin ich gegen den FC Wil auf frische Kräfte angewiesen.»

Jäckle auf dem Weg zum Super-League-Fussballer

Eine frische Kraft ist Jäckle nach den beiden Zwangspausen zweifellos. Das ist aber nicht der einzige Pluspunkt, den der 23-Jährige vor dem prestigeträchtigen Duell gegen den schlecht in die Saison gestarteten Krösus der Challenge League in die Waagschale werfen kann. Jäckle hat bei Schällibaum nämlich einen grossen Stein im Brett.

Mittelfeldspieler Olivier Jäckle: «Wir haben eine starke Mannschaft»

Mittelfeldspieler Olivier Jäckle vor dem Saisonstart im Interview: «Wir haben eine starke Mannschaft»

«Olivier hat zuletzt grosse Fortschritte gemacht», sagt der Trainer. «Er wird immer ballsicherer, hat eine gute Übersicht und spielt genaue Pässe. Er ist ein cleverer und intelligenter Spieler. Gelingen ihm in den nächsten Wochen weiterhin konstant starke Leistungen, ist er auf dem Weg zum Super-League-Fussballer.»

Den Platzverweis vergessen machen

Was für eine Lobeshymne! Kein Zweifel – der Trainerwechsel von Livio Bordoli zu Marco Schällibaum hatte für Jäckle in den vergangenen zehn Monaten Schubwirkung. Der Spieler selbst gibt sich trotz der vielen Komplimente bescheiden. «Ich spüre das Vertrauen des Trainers und fühle mich im zentralen Mittelfeld sehr wohl», sagt Jäckle. «Aber ich weiss, dass ich Tag für Tag für meinen Platz in der Startformation kämpfen muss. Ob ich gegen Wil von Beginn an zum Einsatz komme, weiss ich nicht. Eines aber ist klar», fügt er hinzu, «nach der dummen roten Karte gegen Chiasso werde ich meine ganze Kraft in den Dienst der Mannschaft stellen.»

FCA- Chiasso: Rot für Olivier Jäckle (1. Spieltag 16/17)

FCA- Chiasso: Rot für Olivier Jäckle (1. Spieltag 16/17)

Dass Jäckle im vergangenen Jahr Fortschritte gemacht hat, ist offensichtlich. Einerseits ist er reifer geworden, anderseits hat er an Muskelmasse zugelegt. Und das kam so: Weil der 1,83 Meter grosse und nur 75 Kilogramm schwere Techniker seine Werte in den Zweikämpfen verbessern wollte, legte er zusätzliche Schichten im Krafttraining ein. Jäckle folgte einem Tipp von YB-Verteidiger Loris Benito und wählte ein Fitness-Studio in Niedergösgen, das vom ehemaligen Spitzenfussballer Samuele Drakopulos geführt wird. Drakopulos spielte beim FC Baden, den Young Boys und Aarau, weiss also genau, wie er mit Profis arbeiten muss.

Jäckle hat dank Training zugelegt

Der Aufwand hat sich gelohnt. Jäckle hat im vergangenen Jahr drei Kilogramm zugelegt und fühlt sich körperlich topfit. «Das Training unter der Leitung von Drakopulos ist eine tolle Sache», gerät Jäckle ins Schwärmen. «Logischerweise hat sich meine Stabilität in den Zweikämpfen dank dem grösseren Körpergewicht verbessert.» Jäckle ist nicht der einzige Spieler des FC Aarau, der ganz speziellen Wert auf die Fitness legt. Mit Daniele Romano hat sich ein Teamkollege für zusätzliche Krafttraining-Schichten entschieden. Mal schauen, ob aus dem Leichtgewicht schon bald ein kleiner Muskelprotz wird.

Autor

Ruedi Kuhn

Ruedi Kuhn

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