Unmittelbar nach der Schlusssirene war man sich im Lager des HSC Suhr Aarau noch nicht so richtig sicher über die eigene Gefühlslage zum 28:28-Unentschieden gegen St. Otmar St. Gallen. Verständlich, nach dieser dramatischen Schlussphase, in der von der Niederlage bis zum Sieg plötzlich wieder alles im Bereich des Möglichen lag. Und das, obwohl der HSC knapp 20 Minuten vor dem Ende mit vier Treffer zurückgelegen hatte.

«Ich weiss nicht so recht, wie ich den Punkt einordnen soll», sagte HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann kurz nach dem Ende der Partie. «Einerseits waren wir in den letzten beiden Minuten in Überzahl, da ist es wohl eher ein verlorener Punkt. Aber wenn man andererseits die 58 Minuten davor betrachtet, dann ist das eher ein glücklicher Punkt.»

Vorsprung auf Verfolger ausgebaut

Das Einordnungs-Dilemma liess sich eine gute Stunde nach der Schlusssirene in der Aarauer Schachenhalle schon etwas besser aufarbeiten: Dann nämlich, als das Endresultat der Partie zwischen Pfadi Winterthur und Wacker Thun (25:24) feststand. Denn damit war klar: Der HSC hat seinen dritten Rang in der Tabelle der NLA-Finalrunde dank des Unentschiedens gegen die Ostschweizer gefestigt.

Den Vorsprung auf Bern Muri, den ersten Verfolger, haben die Aargauer um einen auf zwei Punkte ausgebaut, denjenigen auf die fünft- und sechstplatzierten St. Galler und Thuner um einen auf drei Punkte.

Zwei Partien vor dem Ende der Finalrunde hat der HSC in Sachen Heimvorteil für die Playoff-Viertelfinals alle Trümpfe auf seiner Seite. «Wir haben uns das etwas anders vorgestellt. Aber dank dieses Unentschiedens haben wir immer noch alles in den eigenen Händen», sagte Kreisläufer Martin Slaninka. Der 29-jährige Slowake blieb makellos und war mit acht Treffern bei ebenso vielen Versuchen bester Werfer des HSC.

Ein Szenario in drei Wiederholungen

Der Spielverlauf ist schnell zusammengefasst: Der HSC geriet mit drei bis vier Toren in Rückstand und kämpfte sich zurück. Dieses Szenario wiederholte sich drei Mal. Weil die Mannschaft von Trainer Kaufmann vor 986 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Schachenhalle nie aufsteckte, verdiente sie sich das Unentschieden redlich.

Am kommenden Samstag hat der HSC seinen ersten Matchball, um sich den Heimvorteil für die Playoff-Viertelfinals endgültig zu sichern. Die Aufgabe auswärts beim Zweitplatzierten Pfadi Winterthur (Anpfiff: 17.30 Uhr) dürfte allerdings kaum einfach werden. Matchball zwei folgt dann in anderthalb Wochen am Donnerstag, 4. April, zu Hause gegen Bern Muri (20.00 Uhr).

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