Für einmal ist alles anders. Ganz anders. Das 0:2 gegen Aarau hinterliess beim Trainer des FC Wohlen Spuren. «Diese Niederlage tut ganz besonders weh», erklärte Rueda mit hängendem Kopf.

Warum? «Weil meine Mannschaft dieses 0:2 nicht verdient hat. Ich bin stolz auf meine Spieler. Sie haben eine gute Leistung gezeigt. Ein besseres Resultat wäre durchaus möglich gewesen.»

Eine gute Leistung? Ein besseres Resultat? Na ja! Am Schluss musste Rueda froh sein, dass der FC Wohlen keine höhere Niederlage einstecken musste. Weil die Freiämter gegen Ende der Partie voll auf die Offensive setzten und die eh schon löcherige Defensive vernachlässigten, kam der Gegner zu gefährlichen Konterchancen.

Kantonsderby Aarau-Wohlen

Kantonsderby Aarau-Wohlen

Kurz nach dem Start des Kantonsderbys, können die Aarauer Fans jubeln. Im Derby gegen den FC Wohlen sind sie klar die überlegenere Mannschaft.

Wohlen war zu harmlos

Wäre Torhüter Joël Kiassumbua in der Schlussphase der Partie nicht über sich hinausgewachsen, hätte Aarau mit mindestens drei, ja vier Treffern Unterschied gewonnen.
«Natürlich hatten die Aarauer Chancen für einen dritten Treffer», gab Rueda zu.

«Aber wer mit zwei Toren in Rückstand liegt, der muss etwas riskieren. Das haben wir getan. Unser Kombinationsspiel war bis zur Strafraumgrenze ganz in Ordnung, ja sogar gut, aber in der Abschlusszone waren wir einfach zu harmlos. Unsere Stürmer waren zu harmlos. Es fehlte ihnen in den entscheidenden Momenten ganz einfach an Durchschlagskraft.»

Langsam, aber sicher redete sich Rueda in Fahrt. Es sprudelte so richtig aus ihm heraus. «Noch einmal», erklärte er energisch. «Wir haben einen starken Auftritt gezeigt und hätten mehr als ein 0:2 verdient.» Und wie beurteilt Rueda die Leistung des FC Aarau? «Schauen Sie sich die Mannschaft von Aarau doch einmal genau an», liess er mit hochrotem Kopf verlauten.

«Da sind viele Spieler mit Super-League-Niveau mit dabei. Ein Team mit einer solch hohen Qualität müsste um den Aufstieg mitspielen.» Hoppla! Grosse Worte! Etwas weniger emotional als Rueda reagierte Alain Schultz. «Dass wir schon nach zwei Minuten einen Treffer kassiert haben, war tödlich für uns», hielt der Captain des FC Wohlen fest.

«Das frühe Gegentor hat das ganze System über den Haufen geworfen. Nach Joël Geissmanns ausgezeichneter Möglichkeit zum 1:1 kam postwendend die zweite kalte Dusche. Der Gegentreffer zum 0:2 nach einer halben Stunde brach uns das Genick.»

Im Aargau nichts Neues

Und so bleibt im Duell der Kantonsrivalen also alles wie gehabt. Der FC Wohlen kann gegen den FC Aarau ganz einfach nicht gewinnen. Im elften Derby in der Challenge League setzte es die siebte Pleite ab. Viermal spielte man unentschieden.

Am Samstag, 21. Mai, bietet sich den Freiämtern im heimischen Stadion Niedermatten zum zwölften Mal die Gelegenheit, den grossen Bruder aus dem Westen endlich einmal in die Knie zu zwingen. So richtig daran glauben wird man allerdings nicht einmal im Freiamt.

Wie sagte Martin Rueda während seiner Spielanalyse so schön und so treffend: «Der FC Aarau hat Super-League-Niveau.» Mal ganz ehrlich: Davon ist der FC Wohlen weit entfernt. Meilenweit sogar.