NLA-Handball

Nach der bitteren Pleite gegen den BSV Bern befindet sich der TV Endingen im Tal der Tränen

Die bitteren Niederlagen schmerzen ihn: TVE-Trainer Zoltan Majeri.

Die bitteren Niederlagen schmerzen ihn: TVE-Trainer Zoltan Majeri.

Der TV Endingen unterliegt dem BSV Bern trotz zwischenzeitlicher Fünf-Tore-Führung mit 27:34. Trainer Zoltan Majeri verschlägt es aufgrund der bitteren Art und Weise der Niederlage nicht nur die Sprache, sondern es treibt ihm auch Tränen in die Augen.

27:34! Die Anzeigetafel kennt nach der Schlusssirene kein Erbarmen. In grellem Rot leuchtet das bittere Endresultat von der südlichen Wand der GoEasy-Arena. Der TV Endingen kassiert am frühen Samstagabend gegen den BSV Bern die vierte Niederlage im fünften Saisonspiel und wartet weiterhin auf den ersten Sieg in der Meisterschaft 2020/21.

Die Enttäuschung in den Reihen der Endinger ist riesig. Sie so gross, dass TVE-Trainer Zoltan Majeri noch Minuten nach der Schlusssirene kaum etwas herausbringt. «Ich finde keine Worte», gibt der 47-Jährige mit leerem Blick und brüchiger Stimme zu Protokoll. Dann steigen ihm Tränen in die Augen. «Ich nehme diese Niederlage auf mich», fügt Majeri noch an und stellt sich damit schützend vor seine Mannschaft.

Klar ist: Der TV Endingen operiert mit dem mit Abstand kleinsten Budget der gesamten Liga. Dem im Gegensatz zur vergangenen Saison verstärkten Kader der Surbtaler fehlt es ohne die rekonvaleszenten Joel Huesmann und Leonard Pejkovic weiterhin an Breite. Ausserdem ist es, ohne die beiden Langzeitverletzten, mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 20 Jahren eines der jüngsten der NLA. Läuft alles nach Papierform spricht also eigentlich kaum etwas für die Surbtaler.

Umso erstaunlicher, dass der TVE mit Ausnahme der deutlichen 27:41-Pleite bei Ligakrösus Kadetten Schaffhausen, bisher in jeder Partie mindestens bis zur Pause mit einem Punktgewinn liebäugeln konnte und jeweils noch in Schlagdistanz zum Gegner lag. Mit Ausnahme des 23:23-Unentschiedens gegen den RTV Basel zum Saisonauftakt blieb es allerdings für die Endinger beim liebäugeln mit Punkten, nach der Schlusssirene stand Majeris Team jeweils ohne Punkte da.

Die Art und Weise der ­Niederlagen ist brutal

So auch an diesem frühen Samstagabend. Dabei hatte es phasenweise so gut ausgesehen für seine Mannschaft. Die erste Halbzeit war, von den letzten Minuten einmal abgesehen, etwas vom Besten, was die Endinger in dieser Saison bisher geboten haben.

Mit viel Tempo, einer guten Portion Kaltblütigkeit und einem starken Rückhalt Vit Schams zwischen den Pfosten zog das Heimteam bis zur 25. Minute gegen den BSV Bern vor 420 Zuschauerinnen und Zuschauern in der GoEasy-Arena auf 16:11 davon – und führte nach 30 Spielminuten wegen der bereits angetönten mehrminütigen Schwächephase kurz vor der Pause trotzdem nur noch mit einem Treffer (16:15). In der zweiten Halbzeit verloren die Endinger nach und nach den Anschluss und mussten am Ende eine deutliche 27:34-Niederlage hinnehmen.

Es ist die brutale Art und Weise der Niederlagen, die TVE-Trainer Majeri ins Tal der Tränen treibt. Sein ganzes Herzblut steckt im Projekt TV Endingen. Fast alles würde er für diesen Verein geben. Selbst eine schwere Knieverletzung vermag den Osteuropäer nicht zu stoppen.

Auch am Samstagabend, etwas mehr als zwei Wochen nachdem sein Knie bis auf das Kreuzband einen Totalschaden erlitten hat, ist Majeri an der Seitenlinie ein Aktivposten. Er gibt seinen Spielern Anweisungen, gestikuliert wild und hat immer die richtigen Worte parat.

Doch nach der Schlusssirene verschlägt es Majeri die Sprache. Ausgerechnet ihm, der acht Sprachen beherrscht, schiessen die Tränen in die Augen.

Den ausführlichen Matchbericht der Endinger 27:34-Niederlage gegen den BSV Bern lesen Sie hier.

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