Schweizer Cup

Nach dem Weckruf ist der FCA für den Cup-Fight bereit

Silvan Widmer und sein FC Aarau wollen auf die 1:5-Niederlage von Biel reagieren.

Silvan Widmer und sein FC Aarau wollen auf die 1:5-Niederlage von Biel reagieren.

Am Sonntag um 14.30 Uhr trifft der FC Aarau im Cup-Sechzehntelfinal auf Ligakonkurrent Bellinzona. Die beiden Stürmer Antic und Senger seien wieder voll einsatzfähig, sagt Trainer René Weiler. Ein Einsatz von Topskorer Callà ist hingegen fraglich.

Die gute Nachricht vorne weg: Die beiden Stürmer Goran Antic und Dante Adrian Senger sind für den Cup-Fight vom Sonntag gegen die AC Bellinzona wieder fit. «Die beiden habe diese Woche wieder voll mit der Mannschaft trainiert», sagt FCA-Trainer René Weiler. Bei der 1:5-Niederlage gegen Biel hatte Weiler auf Antic verzichtet und Senger erst in der 62. Minute beim Stand von 0:3 eingewechselt.

«Sowohl Antic, als auch Senger haben in der Vorwoche kaum mit der Mannschaft trainieren können», sagt Weiler. Deshalb habe er auf dem Kunstrasen in der Neuenburger Maladière, dem Bieler Exilstadion, nichts riskieren wollen.

Callàs Einsatz unsicher

Unklar ist die Situation von Davide Callà, mit acht Saisontoren der bisher beste Torschütze der Aarauer. Er fehlte gegen Biel verletzungsbedingt. «Bei Callà stehen die Chancen ‹fifty-fifty›», sagt Weiler. Er habe diese Woche wieder individuell trainieren können. Morgen soll ein Belastungstest Klarheit schaffen. «Die Hoffnung ist aber gross, dass er zumindest im Meisterschaftsspiel in einer Woche wieder auflaufen kann.»

Nach der Niederlage gegen Biel sieht Weiler trotzdem keinen Handlungsbedarf: «Wir arbeiten genau gleich gut weiter. Gegen Biel fehlte uns einzig das Glück, das wir in den Spiel davor noch hatten.» Es sei nichts als normal, dass eine Erfolgsserie - der FCA hatte zehn Spiele in Serie nicht mehr verloren - irgendwann einmal ein Ende finde.

Widmer: «Weckruf zur richtigen Zeit»

Verteidiger Silvan Widmer sieht in der Niederlage vom Montag vor allem Gutes: «Wir sind wieder auf dem Boden der Realität angekommen und wissen, dass eine solche Leistung nicht reicht.» In den Spielen zuvor habe man jeweils trotz ähnlicher Leistungen noch irgendwie gewonnen. Das sei nun ein Weckruf zur richtigen Zeit gewesen. «Wenn wir aber weiterhin oben bleiben wollen, reicht das einfach nicht mehr.»

Widmer freut sich auf das Spiel vom Sonntag. «Der Cup ist schon speziell. Hier können wir in wenigen Spielen viel erreichen», sagt er. Und obwohl nur eine Woche später an gleicher Stätte der Challenge-League-Spitzenkampf gegen Bellinzona ansteht, zählt für Widmer nur das Cup-Spiel. «Die Konzentration liegt vorerst nur auf dem Cup-Spiel.»

Der Spitzenkampf ist im Hinterkopf präsent

Ganz aus den Gedanken lässt sich aber auch der Spitzenkampf nicht drängen: «Natürlich wäre es wertvoll, in einer Woche die Distanz in der Meisterschaft auf unseren grössten Konkurrenten Bellinzona zu vergrössern», sagt Widmer.

Auch Innenverteidiger Olivier Jäckle relativiert die 1:5-Klatsche vom Biel-Match. «So schlecht, wie es das Resultat vermuten lässt, waren wir gegen Biel nicht.» Die Mannschaft sei für ihre Fehler schlichtweg bitter bestraft worden. «Wir müssen defensiv etwas sicherer stehen und in der Offensive wieder mehr an unsere Chancen glauben - dann fallen die Bälle auch wieder rein.»

Cup-Sechzehntelfinal ist kein Gassenhauer

Auf ein volles Haus können die Gastgeber im Brügglifeld trotz der spannenden Affiche kaum hoffen. «Die Sechzehntelfinals im November sind immer schwierig», sagt FCA-Pressesprecher Remo Conoci. Es sei ein Phänomen, dass Cup-Spiele häufig weniger gut besucht würden, als Meisterschaftsspiele. «Das hat sicher auch damit zu tun, dass Saisonabos für diese Spiele nicht gültig sind.»

Erschwerend komme hinzu, dass die Wettervorhersage für Sonntag eher schlecht sei, so Conoci. «Wenn wir unseren Saisonschnitt von rund 3000 Zuschauern erreichen, können wir zufrieden sein.»

Der FC Aarau versucht dafür mit anderen Mitteln weiter Zuschauer anzuziehen: Der Verein hat die Cupsiegermannschaft der Saison 1984/85 eingeladen. «Mit Ausnahme von Torhüter Roberto Böckli wird das gesamte Team von damals im Brügglifeld anwesend sein. Auch Ottmar Hitzfeld», sagt Conoci.

Hitzfelds Anwesenheit als Motivation

Für junge Spieler mit Perspektiven dürfte die Anwesenheit des Nationaltrainers eine zusätzliche Motivation sein. «Es ist sicher schön, dass Hitzfeld da ist», sagt der 19-jährige Jäckle, der unlängst sein erstes Aufgebot für U20-Nati erhalten hat. In erster Linie gehe es ihm aber darum, dass das Team als Ganzes eine gute Leistung abliefere.

Ähnlich sieht das Widmer, der seit Anfang diesen Jahres zum Stamm der U21-Nati gehört: «Es ist auf jeden Fall speziell, dass der Nati-Trainer höchst persönlich im Stadion sein wird.» Aber im Fussball präsentiere man sich als Spieler sowieso jedes Wochenende, relativiert der 19-Jährige. «Ich bin mir aber sicher, dass gute Leistungen auch bei Herrn Hitzfeld ankommen, wenn er nicht selber im Stadion sitzt.»

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