Montagabend, kurz vor der Pause des FCA-Heimspiels gegen Rapperswil-Jona: Das Gegentor zum 0:1 ist noch keine zwei Minuten alt, da hallen Schreie vom Brügglifeld-Rasen auf die Tribüne: Sie kommen von Marco Thaler, der nach einem Zweikampf mit Rappi-Stürmer Manuel Kubli am Boden liegt. Sofort bitten die Teamkollegen die medizinischen Betreuer, auf den Platz zu kommen. Auch die Barrenträger eilen zu Thaler.

Dieser kann das Feld dann doch auf den eigenen Beinen verlassen, jedoch nur gestützt von Arzt und Physiotherapeut. Das schaut nicht gut aus. Und tatsächlich: Was als Gerücht während der Pause die Runde macht, erhärtet sich nach dem Schlusspfiff: Thaler hat sich wohl im rechten Knie das Kreuzband gerissen. Die definitive Bestätigung folgt am Mittwochvormittag, nachdem Thaler sich am Dienstag ausführlichen Untersuchungen unterzog: Kreuzbandriss, Operation in den nächsten Tagen, Ausfalldauer mindestens sechs Monate.

Eine solche Verletzung ist nie schön. Für Thaler aber ist sie besonders bitter und kommt zum dümmsten Zeitpunkt. Jeweils im Frühjahr 2016 und 2017 erlitt der Innenverteidiger einen Mittelfussbruch und fiel für die anschliessende Rückrunde aus. Und nun, ebenfalls im ersten Viertel des Jahres, dieser Kreuzbandriss, der das vorzeitige Saisonende bedeutet.

Für Thaler könnte die Hiobsbotschaft entscheidende Auswirkungen auf seine Zukunftspläne haben: Der Vertrag des 23-Jährigen beim FC Aarau läuft Ende Juni aus. Sportchef Sandro Burki will Thaler trotz Kreuzbandriss unbedingt als zentrales Element der zukünftigen Mannschaft halten. Thaler aber hat Angebote von anderen Klubs vorliegen - sich bislang aber nicht entscheiden können. Warum - das lesen Sie hier!

Ergibt sich die Entscheidung nun von alleine? Ziehen die interessierten Klubs das Angebot für Thaler zurück, weil sie vom Transfer eines Spielers absehen, der frühestens im Herbst wieder einsatzfähig sein wird? So tragisch der Kreuzbandriss für Thaler ist, für den FC Aarau könnte die Verletzung langfristig sogar positiv sein.