Jubel, Trubel, Heiterkeit ... und Tränen. Nicht etwa Tränen der Freude, sondern Tränen der Trauer. Irgendwie war der kurz vor der NLB-Playofffinalserie verstorbene Endinger Torhütertrainer Martin Pauli auch mit dabei, als Spieler und Staff des TV Endingen am frühen Samstagabend den Aufstieg in die NLA bejubelten.

Ganz plastisch zeigte sich das auf dem in solchen Momenten traditionellen Mannschaftsbild: In der Lücke zwischen Torhüter Christophoros Nungovitch und Siebenmeterschütze Armin Sarac, war auch ein Portraitbild Paulis mit dabei.

Station Siggenthal, 18.05.2019. Sport, Handball, NLB: Saison 2018 / 2019. Aufstiegsspiel 3. TV Endingen - Lakers Staefa. Der TV Endingen gewinnt auch das dritte Spiel und steigt in die Nationalliga A auf! Copyright by: Alexander Wagner Handball, NLB Saison 2018 / 2019: Playoff-Final, 3. Spiel TV Endingen - Lakers Stäfa in der  Go Easy Arena in Station Siggenthal

Das Mannschaftsbild mit dem Portraitbild von Martin Pauli.

Station Siggenthal, 18.05.2019. Sport, Handball, NLB: Saison 2018 / 2019. Aufstiegsspiel 3. TV Endingen - Lakers Staefa. Der TV Endingen gewinnt auch das dritte Spiel und steigt in die Nationalliga A auf! Copyright by: Alexander Wagner Handball, NLB Saison 2018 / 2019: Playoff-Final, 3. Spiel TV Endingen - Lakers Stäfa in der  Go Easy Arena in Station Siggenthal

Vor 1782 Zuschauerinnen und Zuschauern besiegte der TV Endingen die Lakers Stäfa in der GoEasy-Arena mit 28:25. Damit entschieden die Surbtaler die Serie um den Aufstieg in die NLA klar und deutlich mit 3:0 Siegen und kehren nur ein Jahr nach dem Abstieg auf direktem Weg in die höchste Schweizer Spielklasse zurück.

«Wir sind für Martin Pauli aufgestiegen! Die vergangenen Wochen waren für uns alle nicht so einfach. Ich hoffe, er hat unseren Aufstieg gesehen und sich gefreut», sagt TVE-Captain Christian Riechsteiner. Immer wieder wird er nach der Schlusssirene von Tränen übermannt, ist in Gedanken bei seinem langjährigen Wegbegleiter Pauli.

Die Mannschaft des TV Endingen feiert den Aufstieg in die NLA

Aller Trauer zum Trotz, ist bei Riechsteiner und Co. auch der Stolz auf die Leistung in der abgelaufenen Saison förmlich greifbar: In 26 Hauptrundenpartien hat der TVE nur gerade zwei Niederlagen kassiert, in der Finalserie keine einzige. «Das war eine bombastische Saison und kaum zu toppen. Schlussendlich sind wir verdient aufgestiegen», sagt Riechsteiner.

Majeri: «Jedes Spiel war auf seine Art schwierig»

Ähnlich sieht das auch sein Trainer Zoltan Majeri, der die Mannschaft Anfang des Jahres 2018 übernommen und den Abstieg vor Jahresfrist nicht mehr hatte verhindern können: «Wir haben eine wahnsinnige Saison gespielt. Die NLB ist keine schlechte Liga. Jedes Spiel war auf seine Art schwierig, eine besondere Herausforderung», sagt der frühere GC-Torhüter.

Bei den Feierlichkeiten auf der Platte hielt sich Majeri zurück, seine Gedanken kreisten schon kurz nach der Schlusssirene auch um die kommende Saison in der NLA. «Ich habe volles Vertrauen in meine Mannschaft. Sie sind bereit dafür», sagt er mit Blick auf die anstehende Herausforderung.

TVE will Konzept auch in NLA treu bleiben

Der TVE will seinem Konzept, junge Spieler einzusetzen, die andernorts (noch) nicht zum Zug kommen und erste Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln sollen, auch in der NLA treu bleiben. Das zeigt sich auch in den bereits vermeldeten Transfers: So stossen auf die kommende Saison die beiden Flügelspieler Claudio Vögtli von Kriens-Luzern und Noah Grau von der U19-Elite des HSC Suhr Aarau, sowie Rückraumspieler Sven Schafroth vom TV Solothurn zu den Surbtalern.

Sebastian Kündig und Armin Sarac hingegen bestritten am Samstag ihre letzten Partien im Trikot des TVE. Sie werden den Klub verlassen beziehungsweise ihre Karrieren beenden. Ansonsten bleibt der Stamm der Mannschaft zusammen.

Dieses Mal mit Pokal

Als der TVE vor zwei Jahren letztmals in die NLA aufgestiegen war, hatte die Mannschaft enttäuscht feststellen müssen, dass der Verband die Trophäe für den NLB-Meister im Vorfeld abgeschafft hatte.

So behalfen sich Captain Christian Riechsteiner (l.) und Geschäftsführer Christian Villiger beim letzten Aufstieg des TVE vor zwei Jahren.

So behalfen sich Captain Christian Riechsteiner (l.) und Geschäftsführer Christian Villiger beim letzten Aufstieg des TVE vor zwei Jahren.

Dieses Mal gab es trotzdem einen Pokal zu stemmen. Die Endinger liessen ganz einfach selber einen herstellen. Geziert von der Aufschrift: «NLB Trophy 2018/19 – Gewinner Playoff-Finalspiele – TV Endingen vs. Lakers Stäfa».
Eines ist sicher: In der NLA müssten die Endinger nur einen Pokal für den Ligaerhalt selber bestellen, derjenige für den Meister käme von der Liga.