Handball
Nach dem Aufstieg: Jetzt muss Suhr Aarau in den Kader investieren

Nach der Rückkehr in die Nationalliga A werden die Weichen gestellt, damit der HSC auch dort bleibt. Vor allem muss Mark Schelbert ersetzt werden, der gegen den RTV Basel sein letztes Spiel machte.

Daniel Weissenbrunner
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Die Spieler feiern den Aufstieg.

Die Spieler feiern den Aufstieg.

Uwe Zinke

Die letzten Zweifel räumte Misha Kaufmann gut zehn Minuten vor Spielschluss aus dem Weg. Die Basler waren nochmals gefährlich nahe bis auf drei Tore an die Aarauer herangekommen. Kaufmann, der überragende Mann an diesem Abend, entschärfte die Situation mit einem weiteren seiner insgesamt zwölf Treffer.

Der Rest wurde so zum Schaulaufen in der Rankhof-Halle, die sich fest in Aargauer Besitz befand. Die Anhänger waren dem Aufruf des Teams gefolgt und unterstützten es lautstark.

Zurück im Oberhaus

Um 21.43 Uhr gab es für die Fans und Mannschaft kein Halten mehr. Mit dem 36:30-Erfolg vollzog der HSC den letzten Schritt auf dem Weg zurück in die Beletage des Schweizer Handballs. Zwei Jahre nach dem Doppelabstieg von Suhr Aarau und Endingen ist der Kanton Aargau zumindest wieder mit einem Team in der Nationalliga A vertreten. Endingen muss als Zweiter der NLB die Barrage gegen Lakers Stäfa bestreiten.

«Es ist ein Wahnsinn, was diese Mannschaft geleistet hat», sagte Mark Schelbert überschwänglich. Der Routinier stuft den Erfolg mit dem HSC in seiner persönlichen Skala höher ein als die Einsätze mit Kadetten Schaffhausen in der Champions League.

Wenn es einen Wermutstropfen am Mittwochabend gab, dann sicher diesen, dass der 28-Jährige die letzte Partie in seiner Laufbahn bestritten hat. «Ich hätte sicher noch drei, vier Jahre weiterspielen können.» Beruf, Sport und Privatleben seien bei diesem Aufwand aber nicht mehr vereinbar gewesen.

Treyers Zufriedenheit

In welcher Funktion Schelbert dem Klub erhalten bleibt, werden die Gespräche in den nächsten Wochen zeigen. «Wir hoffen, dass wir eine Lösung finden werden», erklärte Peter Treyer. Der Vereinspräsident stand zufrieden etwas abseits des Geschehens und genoss sichtlich den Moment. «Dieser Triumph hat für mich einen sehr hohen Stellenwert.»

Das sagt einer, der in den 1980er-Jahren als Boss des FC Aarau mit Trainer Ottmar Hitzfeld Cupsieg und Vize-Meisterschaft feierte. Treyer misst dem Aufstieg auch deshalb grosse Bedeutung zu, weil er trotz seines Abstechers zum FCA im Herzen mit Leib und Seele ein Handballer geblieben ist.

Treyer gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Personen in dieser Sportart. Für ihn ist die Rückkehr in die höchste Spielklasse zudem ein Einstand nach Mass. Treyer trat das Amt erst im vergangenen Sommer als Nachfolger von Christian Käser an.

Breiteres Kader vonnöten

Zu den Baumeistern des Erfolgs gehört auch Trainer Patrik Fend. Der Ostschweizer hat eine Mannschaft geformt, in der die Balance zwischen alten und jungen Spielern perfekt austariert ist. Fend gab das Kompliment umgehend an seine Spieler weiter. «Sie haben bewiesen, dass sie in schwierigen Phasen in der Lage sind, den Fokus nicht zu verlieren.»

In der Tat liess sich das Team nach den Niederlagen gegen Yellow Winterthur und Endingen nicht aus der Ruhe bringen. Auch als der RTV Basel am Mittwoch zu Beginn ordentlich Druck aufsetzte, verfielen Fends Mannen nicht in Hektik.

Eine nicht zu unterschätzende Qualität im Hinblick auf das Abenteuer Nationalliga A. «Was uns sicher noch fehlt, ist die Breite des Kaders», sagt Fend. Bis jetzt ist erst der Zuzug des slowakischen Torhüters Martin Pramuk von Pfadi Winterthur bekannt. «Alles Weitere wird sich demnächst zeigen.» Über den Stand von Vertragsverhandlungen wollte er keine weiteren Gedanken verschwenden.

«NLB's best, NLA's next» stand auf den gedruckten T-Shirts, die sich Fend und die Mannschaft übergestreift hatten. Im Ausgangstenü machte sich die Mannschaft auf den - langen - Heimweg. Im Feste feiern ist der Klub ebenfalls A-klassig.

Die Aufstiegshelden des HSC Suhr Aarau.
11 Bilder
Die Suhrer feiern nach dem klaren Sieg in Basel ihren Erfolg.
Die Fans des HSC Suhr Aarau sind in der Basler Rankhoffhalle in Überzahl.
Kreisläufer Mathias Kasapidis bei einem seiner wichtigen Tore.
Rückraumspieler Patrick Romann ist nicht zu bremsen.
Igor Stamenov vom RTV Basel ist auch gegen Suhr Aarau ein Gefahrenherd, die Niederlage kann er jedoch nicht verhindern.
Suhr Aarau kehrt nach Sieg in Basel in NLA zurück
Mark Schelbert schlägt noch einmal zu – das Match gegen Basel war sein letztes. Er tritt zurück.
Basels Goalie Pascal Stauber zeigt zwar einige Paraden, doch seine Mannschaft verliert trotzdem gegen Suhr Aarau.

Die Aufstiegshelden des HSC Suhr Aarau.

Uwe Zinke