FC Lenzburg
Nach dem Abstieg in die 2. Liga: Mehr Kontinuität und Herz für Blau-Weiss

Jetzt ist es definitiv: Der FC Lenzburg steigt in die 2. Liga regional ab. Der Verein sieht es als Chance für einen Neuanfang.

Fabio Baranzini
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Die Lenzburger (hier Dominik Gisler, rechts) wollen einen Neuanfang.

Die Lenzburger (hier Dominik Gisler, rechts) wollen einen Neuanfang.

Fabio Baranzini

Auch wenn es schon elf Tage her ist, denken Igor Drmic und seine Mannschaft immer wieder zurück an das Spiel gegen Liestal. Ein Spiel, das man niemals hätte verlieren dürfen und trotzdem 0:2 verlor. «Liestal fehlten sechs Stammspieler, weil ihr Captain geheiratet hat an diesem Tag. Wir haben auf Sieg gespielt, trafen zweimal den Pfosten, zweimal die Latte und liefen viermal allein auf den Torhüter zu, ohne ein Tor zu erzielen», blickt Spielertrainer Igor Drmic zurück. Liestal dagegen zeigte sich wesentlich kaltblütiger und erzielte aus seinen wenigen Chancen zwei Tore.

Die Niederlage gegen Liestal war der Knackpunkt. Von diesem Rückschlag erholten sich die Lenzburger nicht mehr. Trotz einem 1:0-Heimsieg im letzten Spiel gegen Wohlen II vergangenen Samstag konnten sie den Abstieg nicht mehr verhindern. Am Ende hat ein einziger Punkt gefehlt zum rettenden elften Platz. «Dieser Abstieg ist extrem bitter. Das müssen wir erst einmal verdauen», so Drmic.

Igor Drmic: «Dieser Abstieg ist extrem bitter. Das müssen wir erst einmal verdauen.»

Igor Drmic: «Dieser Abstieg ist extrem bitter. Das müssen wir erst einmal verdauen.»

Fabio Baranzini

Ein einziges Kommen und Gehen

Die Gründe für den Abstieg in die 2. Liga regional kennt man in Lenzburg. Die Verantwortlichen sind sich einig, dass das Grundproblem die fehlende Kontinuität in der Mannschaft war. «Seit dem Ende der Ära von Trainer Herbert Koitzsch vor zwei Jahren hatten wir viel zu viele Spielerrochaden. Es war ein einziges Kommen und Gehen. Das kann nicht funktionieren», sagt Mike Barth, Co-Präsident des FCL.

Eine Einschätzung, die Igor Drmic teilt. «Durch die vielen Wechsel fehlte den Spielern die Identifikation mit dem Verein. In den wichtigen Spielen gegen den Abstieg konnten sie nicht mit dem Druck umgehen und haben versagt», so Drmic. «Dabei waren es oftmals genau diese Spieler, die neben dem Platz enorme Forderungen an den Verein gestellt haben, die ihre Leistung auf dem Feld nicht gebracht haben. Solche Starallüren will ich nicht mehr in meinem Team haben. Ich will einen Neuanfang mit dem harten Kern der Mannschaft», sagt Drmic.

Mike Barth, Co-Präsident des FCL

«Es soll künftig eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die im Herzen Blau-Weiss ist. Die Identifikation mit dem Verein muss stimmen, das ist das Wichtigste.»

Der 33-Jährige, der erst im Februar zum FC Lenzburg gestossen ist, wird bei seinem Vorhaben von der Vereinsführung unterstützt. «Es soll künftig eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die im Herzen Blau-Weiss ist. Die Identifikation mit dem Verein muss stimmen, das ist das Wichtigste», so Barth. Entsprechend wird in der Sommerpause beim FC Lenzburg ausgemistet. «Spieler, denen das Drumherum wichtiger ist als der Verein und die zuerst fragen, was sie alles bekommen, wollen wir nicht mehr bei uns haben», spricht Barth Klartext.

«Wieder familiärer werden»

Kontinuität und Identifikation mit dem Verein sollen die neuen Eckpfeiler der ersten Mannschaft sein. Trotzdem will man bereits in der nächsten Saison um den Aufstieg mitspielen, vielleicht sogar schon aufsteigen. Aber nicht um jeden Preis. Darin sind sich Drmic und Barth einig. «Zuerst muss alles rundherum passen. Der FC Lenzburg muss wieder familiärer werden und das Team muss auf und neben dem Platz zusammenhalten. Wenn uns das gelingt, sind wir auch wieder eine interessante Adresse für junge Talente, mit denen wir eine erfolgreiche Mannschaft aufbauen können», sagt Drmic.