Turnen
Nach 2000 Tagen setzen sie zum Endspurt an

Eine Woche bleibt den Verantwortlichen des Eidgenössischen Turnfests in Biel noch für die letzten Vorbereitungen.

Pascal Kamber
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Thomas Jäger (links) und Festdirektor Fränk Hofer sindzufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitungen.pka

Thomas Jäger (links) und Festdirektor Fränk Hofer sindzufrieden mit dem Verlauf der Vorbereitungen.pka

«Biel ist parat», liess Erich Fehr bei der gestrigen Medienkonferenz mit freudiger Stimme verlauten. Der Stadtpräsident fasste damit kurz und bündig zusammen, was Festdirektor Fränk Hofer und Gesamtwettkampfleiter Thomas Jäger zuvor beim einstündigen Rundgang auf dem Festgelände des Eidgenössischen Turnfests (ETF) den Medienvertretern vor Ort vermitteln wollten. Seit über 2000 Tagen arbeitet das Organisationskomitee für den grössten Breitensportanlass der Schweiz, der heute in einer Woche eröffnet und bis zum 23. Juni dauern wird. «Wir sind auf Kurs», versicherte Fränk Hofer, betonte aber im gleichen Atemzug, dass im Vorbereitungs-Endspurt nochmals alle Kräfte der zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer benötigt würden.

Der Fokus richte sich nun auf die Detailarbeit, wie der 47-Jährige erklärte – beispielsweise müssen auf dem Zeltplatz bei Ipsach rund 3000 Igluzelte aufgestellt werden. Ergänzt wird das «Wenger-Basecamp», wie der Zeltplatz während der zehn ETF-Tage bezeichnet wird, mit diversen Feuerstellen und Angeboten zur sportlichen Beschäftigung. Dabei steht die Nachhaltigkeit im Zentrum. «Das Land wird nicht bearbeitet. Alle Leitungen verlaufen direkt auf dem Boden», sagte Hofer. Ebenfalls noch gebaut wird auf den Wettkampfanlagen auf dem Ipsermoos.

Rund die Hälfte der 60 000 erwarteten Turnerinnen und Turner werden hier im Einsatz stehen und damit das Gelände zum Turnfest-Zentrum machen. Besonders stolz ist Thomas Jäger über die vielen Anmeldungen bei den jüngsten.

«Im Vergleich zu Frauenfeld sind in Biel viermal mehr Jugendliche am Start, das ist ein riesiger Erfolg», freut sich der ETF-Gesamtwettkampfleiter. Die hohen Meldezahlen haben Jäger allerdings vor eine Herausforderung gestellt – 300 000 Wettkampfminuten mussten auf die sechs effektiven Wettkampftage verteilt werden. «Das hat uns einen immensen Aufwand beschert, weil die Anlagen schliesslich etwas aushalten müssen», sagte der Villiger. Er ist aber der Ansicht, dass hervorragende Voraussetzungen für einen fairen Wettkampf geschaffen worden seien.

In der Tat sind die Dimensionen auf dem ETF-Gelände beeindruckend. Stellvertretend dafür steht die Coop-Arena in der Nähe des Bahnhofs, die Platz für 3500 Zuschauer bietet. «Gemeinsam mit dem Expo-Park stellt sie das Herz des Festgeländes dar», sagte Fränk Hofer. Eine weitere Besonderheit ist die Nähe zum Bielersee, die indes auch ihre Gefahren birgt. «Wir haben mit der Polizei und der Feuerwehr ein Konzept erarbeitet. Meine Leute haben das professionell aufgezogen», lobt Thomas Jäger seinen Helferstab. «Trotzdem appellieren wir an den gesunden Menschenverstand.»

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