Fussball
Muris Leidenschaft

Die Freiämter schlagen im Derby das Team Aargau 3:2 und wahren sich die Chance auf den Aufstieg in die 1. Liga.

Ruedi Kuhn
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Mann des Spiels: Sandro Streuli vom FC Muri.

Mann des Spiels: Sandro Streuli vom FC Muri.

Alexander Wagner

Bis zur 85. Minute war von Muris Stürmer Carmine Pascariello nicht viel zu sehen. Der 27-jährige Italiener bemühte sich zwar, brachte aber nichts Nennenswertes zustande. Dann schlug Muris Nummer 10 jedoch zu. Nach einem herrlichen Flankenball von Joker David Studer stand Pascariello goldrichtig, nahm den Ball im Fünfmeterraum mit dem Innenrist und traf zum 3:2. Kurz darauf war die spannende und temporeiche Partie zu Ende. Schliesslich gewann die Mannschaft, die mit dem Doppeltorschützen Sandro Streuli den Mann des Spiels stellte und die auf dem schwer bespielbaren Terrain etwas mehr Leidenschaft, Kampfgeist und vor allem Siegeswillen zeigte.

An die Grenzen gehen

Pascariello freute sich nach dem Schlusspfiff geradezu diebisch über den Gewinn der drei Punkte. Erst kümmerte er sich allerdings um seine zweijährige Tochter Serena, strich ihr liebevoll über die Haare und geriet dann ins Schwärmen: «Der FC Muri hat mit diesem Sieg ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben. Wir wollten den Erfolg, waren um eine Spur besser als der Gegner und haben verdient gewonnen.» Dass sich die Freiämter zu keinem Zeitpunkt mit einem Unentschieden zufriedengaben, zahlte sich am Ende aus. Pascariello kennt den Hauptgrund für den Höhenflug und sagt: «Wir waren vor Beginn der Rückrunde in einem Seminar beim früheren Kickbox-Weltmeister Rocco Cipriano. Er hat uns gezeigt, wie man an die Grenzen des Leistungsvermögens, ja sogar darüber hinausgehen kann.»

Dass die Murianer nach dem Erfolg nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Spitze haben, verspricht für die Schlussphase der Saison höchste Brisanz. Das Team Aargau muss sich nach dem kleinen Rückschlag selbst an der Nase nehmen. Trainer Thomas Binggeli sah sein Team zwar «krass überlegen», gab sich aber dennoch selbstkritisch. «Wir hatten», so Binggeli, «ein deutliches Chancenplus, liessen es aber im Abschluss an der nötigen Effizienz vermissen. Wer fünf, ja sechs hochkarätige Möglichkeiten vergibt, muss sich nicht wundern, wenn er keine Punkte holt.»