Fussball
Muri gewinnt dank spätem Sinanovic-Treffer

Im 1.-Liga-Spiel gegen Thalwil passt vieles nicht. Und doch gelingt dem FC Muri trotz einer katastrophalen Chancenauswertung zwei Minuten vor Schluss das siegbringende Tor.

David Ludin
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Emir Sinanovic (hier 2013 im Baden-Dress) ist Muris Matchwinner.

Emir Sinanovic (hier 2013 im Baden-Dress) ist Muris Matchwinner.

Alexander Wagner

Sinnbildliche Szenen spielen sich ab: Muri Trainer Hubeli geht auf die Knie. Gerade ust Studer alleine vor dem Tor einen Schritt zu spät gekommen. Doch damit nicht genug. Minuten zuvor stand gleich zweimal nur noch das Gestänge im Weg: Ein Konter über Streuli vollendet Ludäscher mit dem Kopf – Pfosten.

Der Abpraller wird auf Umwegen zur Vorlage von Sinanovic, welcher aus 25 Metern ebenfalls an der Torumrandung scheitert. Nein, solche Chancen darf man nicht verpassen. Normalerweise. Eigentlich kommen den Heimherren im Laufe des Spiels immer mehr Faktoren entgegen, doch das Tor, es will einfach nicht gelingen. Chance um Chance wächst der Druck und die Nervosität steigt.

Neuzugang Sinanovic – der Erlöser

Die beiden Trainer an der Seitenlinie stehen kurz vor der Verzweiflung und lassen den Emotionen freien Lauf. Hubeli seinerseits scheint mit seinem Latein bald am Ende – er gibt Anweisungen, peitscht die Mannschaft verbal an und wechselt bis in die letzten Minuten. Und er leidet.

Die Anzeigetafel lässt mittlerweile kaum noch Zeit übrig. Doch dann geht alles ganz schnell. Ein schön vorgetragener Angriff findet Sinanovic in der Strafraumzone. Dieser lässt sich nicht zweimal bitten und erlöst den FC Muri im Stile eines abgebrühten Topskorers – sein Schlenzer ins weite Eck lässt dem gegnerischen Torhüter keine Chance.

Die Minuten bis zum Abpfiff lassen die Murianer nochmals wach werden. Die Erlösung ist vor allem dem Trainer ins Gesicht geschrieben – «die Erleichterung ist für alle gross, es steht jedoch nun viel Arbeit bevor». Immerhin kann man, wie Hubeli anfügt, mit viel Selbstvertrauen und positiver Energie ins nächste Spiel.

Danijel Knezevic – Der Neue

Im übernächsten Spiel gegen Gossau in der nächsten Woche wird ein neues Gesicht besonders auffallen: Danijel Knezevic wurde vom FC Wangen bei Olten zum FC Muri transferiert und wird in der Defensive zu Einsätzen kommen.

Mit ihm verpflichten die Freiämter einen gestandenen Verteidiger, welcher wie viele andere in den Reihen der Murianer bereits beim FC Wohlen unter Vertrag gestanden hat. Nach den jüngsten Spielen und den Leistungen der Murianer Defensive wird es Zeit, etwas zu ändern.

Viele individuelle Fehler in der Hinterachse haben dafür gesorgt, dass bis zur jetzigen Zeit kaum Stabilität aufkommen konnte. Für das Spiel gegen Balzers werden die Murianer noch ohne Knezevic auskommen müssen. In Liechtenstein wird für Muri bereits einer der Wegweiser auftauchen.

Muri - Thalwil 1:0 (0:0)
Brühl. – 180 Zuschauer. – Tore: 88. Sinanovic 1:0.
Muri: Felder, Diethelm, Zeqiraj, Matoshi; Müller, Ludäscher, Nathan, Streuli (75. Tafa F.), Sinanovic (Tafa K.), Studer (70. Thaqaj) , Hohl.
Thalwil: Gasser, Seeholzer, Häcki, Geiger, Schlüchter, Laski (64. Schnyder), Meyer (79. Carava), Schnidrig, Hediger, Bischofberger (56. Döttling), D Angelo.
Bemerkungen: Muri ohne Koch (verletzt), Knezevic (fehlende Spielberechtigung), Trost.­– Verwarnungen: 37. Studer, 40. Häcki, 41. Hohl, 45. Sinanovic, 60. Döttling.­– Rote Karten: 67. Hediger.– Pfosten/- Lattenschüsse: 53. Ludäscher, 53. Sinanovic.