Handball
Muri daheim weiter ungeschlagen

Wohlen hat das Lokalderby verloren. Muri ist jetzt Co-Leader mit Wädenswil.

Fabio Baranzini
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Robert Konecnik von Handball Wohlen in arger Bedrängnis.

Robert Konecnik von Handball Wohlen in arger Bedrängnis.

Fabio Baranzini

In den vergangenen beiden Spielzeiten hatten die Freiämter Handball-Derbys fast immer eine Sache gemeinsam: Handball Wohlen verliess den Platz als Sieger. Erst am 18. März dieses Jahres hat der TV Muri nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder einmal gegen Wohlen gewinnen können. Dieses Duell fand in der Schlussphase der letztjährigen Finalrunde statt, als Muri immer besser auf Touren gekommen war, während Handball Wohlen nach einer starken Saison auf der Zielgeraden die Kraft verloren hatte. Wohlen beendete die Finalrunde danach auf Rang drei, der TV Muri klassierte sich direkt dahinter.

Das erste Aufeinandertreffen der beiden Freiämter 1. Ligisten in diesem Jahr fand nun aber unter anderen Vorzeichen statt. Diesmal war Muri der Favorit. Die Klosterdörfler waren mit fünf Siegen – unter anderem gegen die Topteams Wädenswil und Seen Tigers – stark in die neue Saison gestartet und strotzen vor Selbstvertrauen. Wohlen dagegen bekundete nach den vielen Wechseln im Team Mühe, den Tritt zu finden. Nach drei Niederlagen zum Auftakt konnte die Mannschaft von Trainer Daniel Lehmann zuletzt immerhin zwei Siege ins Trockene bringen, musste im Derby aber auf die Leistungsträger Adrian Studerus und Christoph Schraner verzichten.

Gut mitgehalten

Trotz den widrigen Umständen schlugen sich die Wohler nach einer schwachen Startphase, in der sie innerhalb von zwölf Minuten drei Zeitstrafen kassierten und kurz danach mit 6:11 ins Hintertreffen gerieten, ganz ordentlich. Bis zur Pause konnten sie den Rückstand auf 12:15 verkürzen und steigerten sich insbesondere in der Defensive.

In der zweiten Hälfte erwischte Muri dann aber erneut den besseren Start. Die Jungs von Trainer Claude Bruggmann spielten einen Tick schneller und schnörkelloser als Wohlen und konnten so die Führung auf zwischenzeitlich sechs Tore ausbauen. Erfolgreichster Werfer war Carlo Femiano mit zehn Treffern, aber auch Jerome Zucker (4 Tore) und Jonas Heusi (ebenfalls 4 Tore) trugen ihren Teil zum verdienten 26:22-Derbysieg bei. «Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen und waren schon die ganze Woche heiss darauf. Wir haben ein solides Spiel gezeigt und sind dank dem tollen Teamgeist und der Tatsache, dass wir sehr gut eingespielt sind, nie wirklich in Gefahr gekommen», freute sich Kreisläufer Jerome Zucker.

Nicht nachlassen

Dass Muri dieses Derby verdient gewonnen hat, musste auch Daniel Lehmann neidlos anerkennen. «Muri hat stark gespielt. Man merkt, dass nach den vielen Siegen in ihrem Spiel das Selbstverständnis vorhanden ist und daher alles etwas runder läuft als bei uns», so der Trainer von Handball Wohlen. Dennoch war man im Wohler Lager mit der gezeigten Leistung nicht unzufrieden. «Es war eines unserer besten Spiele in dieser Saison. Wir waren Muri während 60 Minuten ebenbürtig und das ist gemessen an unserer aktuellen Situation eine gute Leistung», sagt Routinier Andreas Stierli. «Der Umbruch in der Mannschaft braucht viel Zeit und Training, aber mit der richtigen Einstellung ist die Finalrunde auf alle Fälle möglich.»

Die Qualifikation für die Finalrunde hat der TV Muri dagegen fast schon in der Tasche. Mit sechs Siegen aus sieben Spielen haben die Murianer eine sehr starke Hinrunde gespielt und sich damit einen beachtlichen Vorsprung auf die Abstiegsrundenplätze erarbeitet. «Wir haben alle Heimspiele gewonnen und uns damit eine tolle Ausgangslage erspielt», so Trainer Claude Bruggmann. «Wir sind mit dem Saisonstart sehr zufrieden, denn wir haben gezeigt, dass wir jedes Team in dieser Liga schlagen können. Dennoch dürfen wir jetzt nicht nachlassen und zu rechnen beginnen, sondern müssen unseren bisherigen Weg immer konsequent weiter gehen.»

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