Coronavirus

Multi-Talent Valentina Rosamilia darf derzeit in Rom nur dank einer Sonderbewilligung draussen trainieren

Valentina Rosamilia hat sich ihr Auslandsemester in Rom anders vorgestellt.

Valentina Rosamilia hat sich ihr Auslandsemester in Rom anders vorgestellt.

Die 17-jährige Aargauerin Valentina Rosamilia ­absolviert derzeit ein Auslandsemester in Rom. Wegen der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie in Italien darf das Mittelstrecken- und Triathlon-Talent nur noch mit Sonderbewilligung draussen trainieren.

Das hat sich Valentina Rosamilia ganz anders vorgestellt. Kaum ist die 17-jährige Aargauerin so richtig in ihrem Auslandsemester in Italiens Hauptstadt Rom angekommen, schlägt die Coronavirus-Pandemie so richtig zu. Zuerst wird die Schule geschlossen, es folgen die meisten Geschäfte. Seit rund drei Wochen gilt nun zusätzlich eine Ausgangssperre.

«Das ist schon sehr speziell», sagt Rosamilia. Die Mittelstreckenläuferin und Triathletin hatte ihr Elternhaus in Hunzenschwil Mitte Januar verlassen und war nach Rom zu einer Gastfamilie umgezogen.

«In erster Linie habe ich mich für diesen Austausch entschieden, um in der Sprache sattelfest zu werden und das Leben in der Grossstadt kennenzulernen», sagt die im Aargau aufgewachsene Tochter eines Italieners und einer Schweizerin.

Training grösstenteils in der Wohnung der Gastfamilie

Neben Sprache und Lebenserfahrung gaben für die Athletin des BTV Aarau Athletics auch die Trainingsmöglichkeiten den Ausschlag für Rom. Seit drei Jahren startet Rosamilia im Triathlon bereits für das Team Minerva Roma, wo sie während ihres Auslandsemesters auch trainiert hätte.

Doch damit ist jetzt Schluss. Seit Schwimmbäder und weitere Trainingsstätten geschlossen bleiben müssen und auch ihre geliebten Dauerläufe in der freien Natur verboten sind, finden das Kraft- und Ausdauertraining für Rosamilia grösstenteils zu Hause in der Wohnung ihrer Gastfamilie statt.

Valentina Rosamilia während der Coronavirs-Pandemie in Rom

So klingt es derzeit bei Valentina Rosamilias Gastfamilie in Rom jeden Abend pünktlich um 18 Uhr auf dem Balkon.

  

Draussen darf sie – dank einer staatlichen Sonderbewilligung – nur noch im nahegelegenen Leichtathletik-Stadion trainieren.

Gedanken an vorzeitige Rückkehr sind vom Tisch

Immerhin: Obwohl die schweizerisch-italienische Doppelbürgerin Rosamilia nicht mehr mit dem Team trainieren kann, muss sie sich dabei nicht ganz alleine beüben. Das macht ihre Gastmutter, die Trainerin beim italienischen Leichtathletikverband ist.

Das ist auch mit ein Grund, warum die Idee einer vorzeitigen Rückkehr in die Heimat schnell wieder vom Tisch war. «In Italien sind die Trainingsbedingungen derzeit trotz der starken Einschränkungen besser», sagt Rosamilia.

U18-EM verschoben: Das grosse Saisonziel fällt aus

Im Telefongespräch mit der AZ klingt Rosamilia aufgestellt. Nichts deutet darauf hin, dass vor Wochenfrist auch ihr grosses Saisonziel, die U18-EM der Leichtathleten, dem Coronavirus und seinen Folgen zum Opfer gefallen ist. «Der Grund für mein tägliches Training, die Motivation – plötzlich war das weg. Das hat mir im ersten Moment schon etwas den Boden unter den Füssen weggezogen», sagt das Talent.

Zwei, drei Tage lang fiel es ihr schwer, sich aufzuraffen. Doch das ist mittlerweile vorbei. «Ich sehe die Sache jetzt positiv. Ich hatte noch nie und werde wohl auch nie mehr in meinem Leben so viel Zeit für Dinge haben, die sonst zu kurz kommen», sagt Rosamilia.

Die spezielle «Corona-To-do-Liste»

Eine ganz besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang eine Liste, die sie sich zusammengestellt hat. «Darauf stehen Dinge, die ich in dieser Zeit unbedingt erledigen will.»

Auf der Liste finden sich Filme und Serien, die sie sehen will. Bücher, die sie lesen will. Aber auch ganz profane Dinge, wie den Computer endlich einmal aufzuräumen. «Einfach all das, was ich sonst immer wieder aufschieben muss. Dafür ist jetzt genügend Zeit da», sagt Rosamilia.

Gewöhnlich belebtes Quartier Ponte Milvio ist ganz ruhig

Mit ihrer Gastfamilie lebt sie im üblicherweise lebhaften Quartier Ponte Milvio. Es ist vor allem wegen der Milvischen Brücke, die während Jahrhunderten als nördlicher Haupteingang in die Metropole diente, bekannt. Derzeit sind die Strassen allerdings ungewöhnlich ruhig.

Trotzdem wird es Rosamilia auch unter dem Corona-Regime kaum langweilig werden. Auch deshalb, weil sie neben ihrem neuen «Corona-Alltag» von der Schweizer Privatschule in Rom, wo sie während ihres Auslandsemesters eingeschrieben ist, regelmässig mit Hausaufgaben versorgt wird – digital.

Immer verbunden mit der Hoffnung, dass sie bis zum Ende ihres Auslandsemesters wieder in den normalen Schul- und Trainingsbetrieb ihres Gastlandes zurückkehren kann.

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