Mountainbike-SM
Joel Roth darf trotz verpasster Titelverteidigung weiterhin von seiner ersten Olympia-Teilnahme träumen

Joel Roth ist in dieser Saison nicht vom Glück verfolgt. An der Schweizer Meisterschaft muss sich der Fahrer des Biketeam Solothurn mit Platz 2 begnügen, im Weltcup verpasst er zweimal als Vierter knapp das Podest. Als Ersatzfahrer darf der Kölliker aber von einer Olympia-Teilnahme träumen.

Nicolas Blust
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Joel Roth beim Weltcup-Rennen in Albstadt.

Joel Roth beim Weltcup-Rennen in Albstadt.

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Das Ziel war die Titelverteidigung. Joel Roth fuhr im vergangenen Jahr an der Mountainbike-SM im Cross-Country souverän zum Sieg in der Kategorie U23. Am vergangenen Wochenende wollte er seinen Triumph in Gstaad wiederholen. Am Ende muss sich der Kölliker vom Biketeam Solothurn aber Alexandre Balmer geschlagen geben und sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Im vergangenen Jahr konnte sich Joel Roth in Gränichen souverän zum Schweizer Meister küren.

Im vergangenen Jahr konnte sich Joel Roth in Gränichen souverän zum Schweizer Meister küren.

Alexander Wagner

«Es war ein gutes Rennen von mir. Der Sieger war einfach unglaublich stark», sagt Joel Roth über das Rennen vom Wochenende. Ein wenig Frust über den verpassten Triumph ist dann aber doch da. Vor allem, weil die Wettkampfbedingungen speziell waren: «Normalerweise starten wir etwas versetzt zum Elite-Rennen. Dieses Mal sind wir aber gleich hinter der Elite gestartet.» Somit kam es immer wieder zu Stau und das Überholen war nicht ganz einfach. Der Kölliker möchte das aber nicht als Ausrede sehen:

«Ich bin zwar sicher, dass es das Rennen etwas verfälscht hat. Trotzdem waren die Bedingungen für alle gleich und er (Alexandre Balmer) war einfach stärker als ich.»

Der zweite Platz ist natürlich eine kleine Enttäuschung für den 22-Jährigen, der vergangene Saison beinahe alles gewonnen hat. Deswegen ging er auch als Favorit ins Rennen. «Es ist Meckern auf hohem Niveau, aber ich habe etwas mehr von mir erwartet», sagt Roth selbstkritisch. Denn der Kölliker scheint diese Saison bisher das Glück nicht gepachtet zu haben.

Zwei vierte Plätze in den bisherigen Weltcup-Rennen

In den zwei bisherigen Weltcup-Rennen musste sich der U23-Europameister jeweils mit dem undankbaren vierten Platz begnügen. «Ich bin momentan noch nicht in der Form, um im Weltcup zu gewinnen. Trotzdem bin ich weiterhin zuversichtlich, dass ich meine Ziele erreichen kann», sagt Roth. Im Weltcup strebt er einen Sieg sowie eine Top-3-Platzierung im Gesamtweltcup an.

Die weiteren Ziele für Roth sind ein möglichst gutes Abschneiden an der EM in Novi Sad sowie an der WM im Val di Sole, die beide im August stattfinden. Bis dahin stehen für den Fahrer des Biketeam Solothurn aber noch einige Rennen auf dem Programm: «Im Juni starte ich an vier Rennen. Zweimal am Swiss Bike Cup und zweimal im Weltcup.» Danach steht eine kurze Pause an, ehe die Saisonhighlights im August anstehen. «Die Erholungszeit im Juli wird entscheidend für die restliche Saison. Danach braucht es einen guten Formaufbau für den Saisonendspurt», sagt Roth.

Als Ersatzfahrer an die Olympischen Spiele in Tokio?

Ob Roth diese kurze Pause im Juli überhaupt hat, ist aber noch nicht in Stein gemeisselt. Denn der 22-Jährige wurde als Ersatzfahrer für die Olympischen Spiele selektioniert. Da Filippo Colombo sich beim Weltcup-Auftakt in Albstadt einen Beckenbruch zugezogen hat, ist seine Teilnahme in Tokio noch nicht sicher. «Wenn er nicht starten kann, dann bin ich der dritte Olympia-Fahrer der Schweiz», sagt Roth sichtlich geehrt über die Selektion. Er selbst hätte damit nicht gerechnet: «Das kam extrem unerwartet für mich. Es ist für mich eine Ehre, dass ich diese Chance bekommen würde.» Zwar rechnet Roth nicht mit einer Teilnahme, trotzdem freue er sich über die Wertschätzung von Seiten des Verbands.

Noch ist also nicht klar, wie Joel Roths Programm im Sommer aussieht. Deswegen gilt es für ihn, spontan zu bleiben. Er hält jedoch an seinem Plan fest, sich für die EM und WM im August vorzubereiten. Und vielleicht kommt der 22-Jährige aus Kölliken dann noch unverhofft zu seinem bisherigen Karrierehighlight – eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio.