Mountainbike
Diese Aargauer kämpfen an der Mountainbike-WM in Italien um die Medaillen

Der Kanton Aargau ist an der Mountainbike-WM im Val di Sole (ITA) prominent vertreten. So steht es um die Medaillenchancen der einzelnen Athleten.

Nicolas Blust
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Lea Huber aus Sulz steht vor ihrer ersten Teilnahme an einer Mountainbike-WM.

Lea Huber aus Sulz steht vor ihrer ersten Teilnahme an einer Mountainbike-WM.

Bild: Fabio Baranzini

Lea Huber befindet sich in ausgezeichneter Verfassung. Die Mountainbikerin aus Sulz holte vor rund zwei Wochen an der Europameisterschaft im serbischen Novi Sad zwei Medaillen. Nun will sie auch an der WM im Val di Sole in Italien an die Leistungen anknüpfen und ein gutes Resultat einfahren.

Bereits der Auftakt der EM war für Huber äusserst erfolgreich. Im Staffelrennen hat die Fricktalerin zusammen mit ihren Teamkolleginnen und -kollegen den zweiten Platz erreicht. Huber hatte am Medaillengewinn grossen Anteil, fuhr sie doch die zweitschnellste Zeit aller Juniorinnen.

Huber beweist auch im Einzelrennen ihre Stärke

Damit holte sich die 17-Jährige auch das nötige Selbstvertrauen für das Einzelrennen.

«Ich wusste dank dem Staffeleinsatz wie es ist, die Strecke in Novi Sad voll am Limit zu fahren. Das hat mir sicher geholfen und mental war es wichtig, dass ich nach dem Staffelrennen wusste, dass ich bei den Juniorinnen zu den Schnellsten gehöre.»

Im Einzelrennen der U19 bestätigte sie dann ihre ausgezeichnete Form. Am Ende durfte sich Lea Huber über die Bronzemedaille freuen und reiste folglich mit zwei EM-Medaillen im Gepäck zurück in die Schweiz. «Es ist eine megaschöne Woche für mich gewesen. Ich habe nicht mit den beiden Medaillen gerechnet», bilanziert Huber rückblickend über die EM.

Nun richtet sie ihren Fokus aber auf die WM-Strecke im Val di Sole. Diese könne man nicht mit der Strecke in Novi Sad vergleichen: «Die Strecke ist sehr technisch.» Das gefällt der Sulzerin aber:

«Gestern waren wir das erste Mal auf der Strecke. Ich finde sie sehr cool. Das sie sehr technisch ist, gefällt mir gut.»

Keine grossen Ambitionen bei der ersten WM-Teilnahme

Die Ausgangslage vor der WM sei aber nicht vergleichbar mit der in Serbien vor zwei Wochen. Dafür sei das Feld der Fahrerinnen deutlich stärker. Ausserdem geht es Huber vor allem darum, bei ihrer ersten WM-Teilnahme wichtige Erfahrungen zu sammeln. Trotzdem reiste Huber mit gewissen Erwartungen in die italienischen Alpen: «Ich habe zwar keine grossen Erwartungen, doch es ist schon mein Ziel, unter den besten acht Fahrerinnen zu landen.»

Ansonsten möchte sie vor allem die Stimmung rund um die Weltmeisterschaft aufsaugen. Es sei nämlich schon sehr speziell, mit den Kindheitsidolen im gleichen Hotel zu übernachten.

«Es ist mega cool, plötzlich im gleichen Hotel zu sein wie Nino Schurter. Ich bin von Fahrerinnen und Fahrern umgeben, die ich normalerweise im Fernsehen verfolge. Deswegen versuche ich, die Stimmung möglichst gut zu geniessen»

Ausserdem haben die erfahrenen Schweizer Mountainbike-Profis auch einige Tipps auf Lager, die sie der 17-jährigen Huber mit auf den Weg geben können. «Wir werden von den Elite-Fahrerinnen toll unterstützt», beschreibt die Fricktalerin die Lage im Schweizer Hotel.

Für Lea Huber gilt es also in erster Linie, erste Erfahrungen an der WM zu sammeln. Vielleicht kann sie diese aber sogar noch mit einem Topergebnis am Donnerstag ergänzen. Und eines Tages ist es dann vielleicht sie, die jungen Fahrerinnen Tipps geben kann.

Doppeleinsatz für Noelle Rüetschi

Ebenfalls in der Kategorie U19 an den Start geht Noelle Rüetschi. Die Fahrerin aus Gipf Oberfrick will, wie ihre gute Freundin Lea Huber, an ihrer ersten WM-Teilnahme Erfahrungen sammeln. Neben dem Start im U19-Rennen startet Rüetschi auch im Team-Relay am Mittwoch. Dort gelten die Schweizerinnen und Schweizer als Topfavoriten auf einen Medaillengewinn.

Im Einzelrennen am Donnerstag gehört Noelle Rüetschi zwar zum erweiterten Favoritenkreis, eine Medaille wäre aber nahezu eine Sensation für die 17-Jährige.

Joel Roth will an der WM seine U23-Karriere vergolden

Mehr als nur zum erweiterten Favoritenkreis gehört Joel Roth aus Kölliken. Der 22-Jährige gehört zu den besten U23-Fahrern der Welt, was er regelmässig unter Beweis stellt. Dass er sich in bester Verfassung befindet, zeigte er an der U23-EM in Novi Sad. Dort verteidigte er souverän seinen Europameistertitel aus dem vergangenen Jahr.

Europameister Joel Roth aus Kölliken will an der WM einen gebührenden Abschluss seiner U23-Karriere feiern.

Europameister Joel Roth aus Kölliken will an der WM einen gebührenden Abschluss seiner U23-Karriere feiern.

Bild: Freshfocus

Nun soll an der WM der nächste Streich folgen. Vergangenen Herbst musste sich Roth als Dritter nur knapp geschlagen geben. Nun will er am Samstag bei seiner letzten Teilnahme in der U23-Kategorie den ganz grossen Wurf landen. Der Weltmeistertitel wäre der gebührende Abschluss von Roths U23-Karriere. Nächstes Jahr wird er in der Elite an den Start gehen müssen und sich mit den Besten der Besten im Mountainbike messen.

Pechvogel Niederberger verpasst die WM trotz bestechender Form

Der grosse Pechvogel der diesjährigen WM heisst Noel Niederberger. Seit dem Saisonstart stellt der 26-Jährige aus Kleindöttingen sein Talent im Downhill eindrücklich unter Beweis und gewann den Auftakt des European Downhill Cup in Österreich. Seither fuhr er regelmässig gute Resultate ein. Dementsprechend setzte er sich auch für die WM im Val di Sole grosse Ziele.

Niederberger wird in Italien aber nicht an den Start gehen können. Seit vergangener Woche leidet der Aargauer an Angina. Ein Start an der WM steht deswegen ausser Frage. Ein herber Schlag für den Downhill-Fahrer:

«Die Enttäuschung ist riesig. Nach einer super Saison wäre ich top motiviert gewesen und wollte unter die besten 30 fahren.»

Stattdessen liegt er nun zu Hause im Bett und erholt sich. Niederberger bleibt trotz der Enttäuschung pragmatisch: «Die Gesundheit geht vor. Ich versuche nun, pünktlich auf den Weltcup in der Lenzerheide wieder fit zu sein.» Ein Erfolg beim Heimrennen wäre immerhin ein kleiner Trost für das Verpassen des Saison-Highlights.

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