Challenge League
Motivationsspritze: Das erwartet die FCA-Spieler – wenn sie die Barrage erreichen

Für die Spieler des FC Aarau würde sich die Qualifikation für die zwei Barrage-Spiele doppelt auszahlen. Zusammen mit der Punkte-Prämie für einen Platz unter den ersten drei Mannschaften erhalten Neumayr, Schneuwly, Zverotic und co. auch noch eine Barrage-Prämie.

Ruedi Kuhn
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Nach dem 3:2 hat die Mannschaft allen Grund zum Jubeln: Im März holte der FCA in vier Spielen acht Punkte, mittlerweile hat der Verein den dritten Tabellenplatz erobert.
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Nicolas Bürgy, Olivier Jäckle und Elsad Zverotic sind erleichtert über den Abpfiff der Partie und freuen sich über die drei erspielten Punkte.
Am Schluss kann der FC Aarau die rasante Partie doch für sich entscheiden. Maierhofer, Jäckle und Zverotic treffen für den FCA und sichern dem Verein so den wichtigen Sieg.
Elsad Zverotic (l.) im Zweikampf mit dem Torschützen zum 3:2, Helios Sessolo.
FCA-Spieler Marco Schneuwly ist nach dem erneuten Gegentreffer schockiert.
Kurz vor der Pause fällt sogar das 3:2: Linus Obexer, Stefan Maierhofer und Marco Schneuwly (v.l.n.r) sind enttäuscht, während Imran Bunjaku (l.) jubelt.
Marco Schneuwly, Torhüter Djordje Nikolic, Linus Obexer und Nicolas Schindelholz (v.ln.r) sind nach dem 3:1 alles andere als zufrieden.
Nicolas Schindelholz (l.) im Duell mit Helios Sessolo, dieser fliegt nach der Pause aufgrund einer Gelb-roten Karte vom Platz.
Die Aarauer Nicolas Schindelholz, Marco Thaler, Elsad Zverotic und Linus Obexer feiern, Valentino Pugliese ist hingegen nicht zum Lachen zumute.
Der Torschütze Elsad Zverotic (l.) bejubelt seinen Treffer mit Linus Obexer (r.).
Andre Goncalves (l.) und Imran Bunjaku (M.) können trotz beherztem Eingreifen das 3:0 durch Elsad Zverotic (r.) nicht verhindern.
Markus Neumayr (l.) zieht gegenValentino Pugliese (r.) den Kürzeren.
Olivier Jäckle verwandelt zum 2:0 per Elfmeter, Torhüeter Rafael Zbinden hat keine Chance.
Valentino Pugliese (l.) gegen FCA-Spieler Linus Obexer (r.).
Samuel Delli Carri (r.) kann den Lauf von Varol Tasar (l.) nicht verhindern, noch hat der FCA-Stürmer aber kein Tor erzielt.
Markus Neumayr (l.) und Marco Schneuwly (r.) geben alles, um Schaffhausens Valentino Pugliese (M.) aufzuhalten.
Nach dem 1:0 jubeln Nicolas Bürgy, Linus Obexer, der Torschütze Stefan Maierhofer und Trainer Patrick Rahmen (v.l.n.r.).
Stefan Maierhofer (r.) und sein Treffer zum 1:0 für den FC Aarau.
lsad Zverotic (l.) sind alle Mittel recht, um den FCS-Spieler Luca Tranquilli (r.) zu stoppen.
Beide Mannschaften kurz vor dem Anpfiff.

Nach dem 3:2 hat die Mannschaft allen Grund zum Jubeln: Im März holte der FCA in vier Spielen acht Punkte, mittlerweile hat der Verein den dritten Tabellenplatz erobert.

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Zehn Runden vor dem Ende ist der FC Aarau erstmals in den Top 3 der Challenge League klassiert. Nach dem 3:2-Sieg gegen Schaffhausen im Brügglifeld hat die Mannschaft von Trainer Patrick Rahmen das kriselnde Winterthur überholt und auf Platz vier verdrängt. Der Sprung auf Rang drei ist für die Aarauer nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern er zahlt sich für die Spieler auch in finanzieller Hinsicht aus.

Roger Geissberger spricht Klartext: «Es ist vertraglich vereinbart, dass die Spieler in dieser Saison ab Rang drei Punkteprämien erhalten», sagt der Vizepräsident und Verantwortliche des Ressorts Sport. «Das ist jetzt erstmals der Fall. Wir haben in der Vergangenheit allerdings öfters Sonderprämien ausbezahlt. Sollte der FC Aarau am Schluss die Barrage-Spiele erreichen, erhalten sie auch dieses Mal sogar noch Zusatzprämien.»

Es winkt eine Aufstiegsprämie

Zusatzprämien? In welcher Form? «Sollte sich der FC Aarau Ende Mai für die Barrage qualifizieren, werden die Punkteprämien rückwirkend ab 1. März ausbezahlt», sagt Geissberger dazu. «So wollen wir die Spieler in der Schlussphase der Saison zusätzlich motivieren. Die zwei Spiele gegen den Neunten der Super League wären nach dem verpatzten Start in die Saison der verdiente Lohn für eine sensationelle Aufholjagd.»

Ein cleverer Schachzug von Geissberger! Mal schauen, ob die Motivationsspritze Geld zum Ziel führen wird. Sollte der FC Aarau nach dem Rückspiel in der Barrage Anfang Juni im Brügglifeld tatsächlich aufsteigen, würden FCA-Trainer Patrick Rahmen und Spieler wie Marco Schneuwly und Elsad Zverotic ja auch noch von einer fetten Aufstiegsprämie profitieren. Diese verlockenden Aussichten könnten tatsächlich in der entscheidenden Phase zusätzliche Kräfte freimachen.

Von der Zukunftsmusik zurück in die Realität: Noch sind die zwei Barrage-Spiele und ein Aufstieg in die höchste Spielklasse nicht mehr als ein Wunschdenken. Zum Abschluss des dritten Viertels dieser Saison gastiert der FC Aarau heute beim SC Kriens.

Die Zentralschweizer haben aus den acht Spielen in der Rückrunde 16 Punkte geholt und sich damit viel Luft im Abstiegskampf verschafft. Das ist nur ein Zähler weniger als der FC Aarau und Leader Servette. Der SC Kriens hat also einen Lauf und darf auf keinen Fall unterschätzt werden.

Djordje Nikolic: 5,5 Ohne seine vier sensationellen Paraden hätte der FCA dieses Spiel nicht gewonnen. Zurecht zum besten Spieler gewählt.
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Marco Thaler: 4,5 Ersetzt den verletzten Giger auf rechts. In der ersten Halbzeit ein offensiver Brandherd, nach der Pause Konzentration auf die Defensive.
Nicolas Bürgy: 4,5 Innenverteidiger mit Spielmacher-Qualitäten. Doch in der Schaffhauser Druckphase schwimmt auch er.
Nicolas Schindelholz: 4,5 Solider, routinierter Auftritt. Hat sich nach langer Pause wieder reingebissen in die Stammelf.
Linus Obexer: 4,5 Seine Flanken sind verbesserungswürdig. Bissig in den Zweikämpfen und kämpferisch vorbildlich wie immer.
Olivier Jäckle: 5,5 Bärenstarker Auftritt des Strategen im Zentrum. Übernimmt Verantwortung beim Penalty und hält Offensive und Defensive zusammen.
Elsad Zverotic: 5 Verliert gefühlt keinen Zweikampf und zeigt auch spielerisch, was er draufhat. Prachtstreffer zum 3:0.
Varol Tasar: 4 Wirbliger Auftritt ohne Ertrag. Steht in der 83. Minute alleine vor dem Tor, vergibt aber das scheinbar sichere 4:2.
Markus Neumayr: 5 Vorbereiter des 1:0 und Flankengeber vor dem Penalty. Einmal mehr ein effizienter Auftritt des Spielmachers.
Marco Schneuwly: 4,5 Hat seinen grossen Auftritt, als der den Penalty zum 2:0 rausholt. Sonst ohne Torgefahr, aber mit wichtiger Defensivarbeit.
Stefan Maierhofer: 5 Der Mann ist Gold wert: Trifft in unnachahmlicher Manier zum 1:0 und beschäftigt die Schaffhauser dauernd. Sonderurlaub zurückbezahlt.
Petar Misic: - Kommt in der 74. Minute für Schneuwly. Zu kurz im Einsatz für eine Note.
Norman Peyretti: - Kommt in der 84. Minute für Tasar. Zu kurz im Einsatz für eine Note.
Mats Hammerich: - Kommt in der 91. Minute für Neumayr. Zu kurz im Einsatz für eine Note.

Djordje Nikolic: 5,5 Ohne seine vier sensationellen Paraden hätte der FCA dieses Spiel nicht gewonnen. Zurecht zum besten Spieler gewählt.

zvg

Ein treffsicherer Bekannter

Aufzupassen gilt es aus Sicht des FC Aarau vor allem auf die Offensivspieler Nico Siegrist und Saleh Chihadeh. Der Ex-Aarauer Siegrist schoss in dieser Saison schon 15 Tore. 2011/12 spielte er unter Trainer René Weiler beim FCA. Was ist ihm geblieben aus der Zeit in Aarau? «Das Brügglifeldstadion – ein Ort, wo Fussball noch so wirklich richtig gelebt wird.»

Chihadeh brachte es in dieser Saison auf acht Treffer und war beim 1:0-Auswärtssieg am vergangenen Samstag in Wil einziger Torschütze und Matchwinner. Interessant: Weil Chihadehs Vertrag mit dem SC Kriens nur noch bis Ende dieser Saison dauert, ist er auf Klubsuche. Chihadeh führte Gespräche mit den Verantwortlichen des FC Vaduz. Ein Wechsel zu den Liechtensteinern liegt in der Luft.

Pikant: In den vergangenen Wochen gab es Gerüchte, dass der FC Aarau Interesse an einer Verpflichtung von Chihadeh hat. Ist da was dran? «Nein», sagt der 24-jährige Palästinenser. «Ich hatte zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kontakte zum FC Aarau, habe mit niemandem über einen möglichen Transfer gesprochen.»

Kommt hinzu, dass es im aktuellen Kader des FC Aarau ein Überangebot an Offensivspielern gibt. Statt an Zuzüge zu denken, sollte man erst einmal den einen oder anderen Stürmer abgeben. Gefordert wird gegen Kriens aber die Defensive. Mal schauen, ob die torgefährlichen Siegrist und Chihadeh den Aarauern das Leben schwer machen werden.