In den Startminuten präsentierten sich zwei ebenbürtige Mannschaften mit denselben nervösen Vorzeichen. Keines der Teams konnte sich markant durchsetzen oder für den eigenen Erfolg Boden gut machen. Zwar eröffnete Raphael Liniger das Score, aber Möhlin zog kurz darauf mit einem Gegentreffer nach. Der folgende Spielstand von 2:2 hielt sich sechs lange Minuten auf der Anzeigetafel fest und war geprägt von Fehlwürfen und Ballverlusten hüben wie drüben.

Erst in der zwölften Spielminute gelang den Fricktalern der Führungstreffer zum 2:3 und kurz danach zum 2:4. Yellow blieb aber Möhlin auf den Fersen und liess sich nicht markant abschütteln. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Fricktaler davon ziehen können, aber es passte wenig zusammen. Die Abschlüsse endeten meistens verhalten mit wenig zählbaren Treffern.

Oft wollte der Ball partout nicht ins Netz, sondern zog die Latte vor oder wurde von Goalie Markus Haupt abgefangen. Als dann nach der ersten Viertelstunde die erste Serie an ausgesprochenen Zeitstrafen für Möhlins Truppe ins Protokoll Aufnahme fand, reagierten die Spieler zwar konsterniert, aber kämpften beherzt weiter.

Die beiden Schiedsrichter aus Bahrain, welche ein Trainingsprogramm der IHT in der Schweiz absolvierten, pfiffen wegen Tätlichkeiten rigoros ab. Selbst Möhlins Neuzugang Tin Tocic brachten die verhängten Zeitstrafen in Verlegenheit. Der zwei Meter grosse Kroate, welcher nach Italien, Spanien  zuletzt in Rumänien  gespielt hatte, erklärte sich nach dem Spiel in gebrochenem Englisch ziemlich betroffen über diese unumstösslichen Abmahnungen. Für Tokic war Winterthur die erste Station mit seiner neuen Mannschaft. Trotz den vielen missratenen Aktionen behielt Möhlin die Führung bis zur zweiten Halbzeit mit einem Tor Vorsprung bei. Dies auch dank Keeper Flavio Wick, welcher hinten manch gefährlichen Schuss zu entschärfen wusste.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Winterthurer erwacht zu sein, waren die präsentere Mannschaft auf dem Feld. Möhlin versuchte dagegen zu halten, aber heute resultierten nicht die gewohnten Treffer. Dafür ging bei Yellow die Rechnung auf. Sie gingen durch einen verwerteten Strafstoss in Führung (11:10).

Obwohl Tobias Stalder wieder nachlegte, setzte sich in dieser Phase Yellow langsam aber sicher in Front und liess auf ihre entfachten Emotionen noch mehr Tore folgen. Möhlin waren diese Treffer nicht beschieden. Man darf sagen, sie versuchten sich abwechselnd immer wieder vor dem gegnerischen Tor und es fehlte auch nicht viel, aber die entscheidenden Würfe prallten ab, verfehlten das Ziel.

Zwar kämpfte sich Möhlin von einem Vier-Tore zu einem Ein-Tore-Rückstand zurück, aber zu mehr wollte es an diesem Abend einfach nicht reichen. Die Zeitstrafen kumulierten sich in der zweiten Halbzeit auf total neun an der Zahl und kosteten die dezimierten Fricktaler viel Kraft, nicht nur physisch, auch mental.