Die Gastgeber beeindruckten vor Spielbeginn bereits mit äusserst prominenter Verletztenliste (darunter der ehemalige HSC-Kreisläufer Mathias Kasapidis), aufgrund derer sich der HSC Suhr Aarau, trotz des für ihn ebenfalls schwerwiegenden Ausfalls von Topscorer und Abwehrspitze Tim Aufdenblatten, berechtigte Hoffnungen auf die ersten Finalrunden-Punkte des Jahres 2018 machen durfte.

Die Startformation des Gastes, der im letzten Spiel des Jahres dank starker zweiter Hälfte den Schweizer Cup gegen den BSV Bern gewann, war dennoch namhaft. Um NLA-Rekordspieler Marcel Hess, der im NLA-Team des damaligen TV Suhr debütierte und zum Saisonende vom Spitzenhandball zurücktritt, formierte sich eine gegenüber dem jungen HSC-Team dennoch erfahrenere Mannschaft, die in einer ausgeglichenen Anfangsphase insgesamt einfachere Torerfolge über ihr Umschalt- und Tempospiel verbuchen konnte.

Lichtblick Dario Ferrante

Im Positionsspiel stand die HSC-Abwehr erneut (man darf mittlerweile gar sagen gewohnt) sicher. Und dahinter spielte Dario Ferrante von Beginn an gross auf. «Für mich war es heute sehr wichtig und wertvoll, mich vom Auftaktspiel gegen Thun persönlich so rehabilitieren und der Mannschaft helfen zu können», gab der schlussendlich völlig zurecht zum besten HSC-Spieler des Spiels gewählte Rückhalt nach dem Spiel zu Protokoll.

Impressionen aus dem Spiel.

Impressionen aus dem Spiel.

Wenn dann war es Hühne Ante Kuduz, der aus dem Rückraum traf, während sich der HSC Suhr Aarau offensiv im Positionsspiel mühte, mit dem Mittel des siebten Feldspielers jedoch früh und vermehrt reüssierte. Weil sich dabei aber auch immer wieder einfache Fehler einschlichen und Kuduz nun vom aufdrehenden, variantenreichen Kevin Jud im Torewerfen unterstützt wurde, setzte sich der Gastgeber bis zur 28. Spielminute beinahe spielend auf 14:10 ab.

Lichtblicke Laube und Christ

Kurz danach wechselte Misha Kaufmann mit Cédric Christ sein zweites, hoffnungsvolles Jungtalent und Eigengewächs ein und beorderte ihn sogleich an die Spitze seiner 5:1-Abwehr, die der zweite Youngster Lukas Laube bereits seit der 20. Spielminute als Abwehrchef dirigierte.

Beide sind noch keine 18 Jahre alt und verliehen der Abwehr des NLA-Sechsten nach dem 11:15-Pausenrückstand und verschlafenem Start in den zweiten Durchgang (12:18 nach 34 und 13:20 nach 37 Spielminuten) bis zuletzt wertvolle Stabilität. «Grosses Kompliment an die Beiden, sie haben heute einen super Job gemacht, waren mutig und haben uns so enorm weitergeholfen», lobte Ferrante seine beiden jüngsten Teamkollegen ebenso wie Cheftrainer Misha Kaufmann, der sie als «Lichtblicke der Partie» hervorhob.

Impressionen aus dem Spiel.

Impressionen aus dem Spiel.

Lichtblick Timothy Reichmuth

Laube deckte im zweiten Durchgang dabei vorwiegend auf der rechten Halbposition gegen die Halblinken Kuduz und Ott, Christ bildete weiterhin die bewegliche Abwehrspitze. Nach der frühen Auszeit gelang so der 17:20-Anschluss durch den im zweiten Durchgang ebenfalls gross aufspielenden Timothy Reichmuth, der drei Minuten vor Schluss gar zum 22:24 einnetzte und so die Hoffnung auf einen durchaus verdienten Punktgewinn final weckte.

Am Ende aber setzte sich der erfahrenere, wenn auch dezimiertere Gastgeber schlussendlich mit 26:22 durch. «Wir sind sehr enttäuscht heute gegen diesen dezimierten Gegner nichts Zählbares mitgenommen zu haben» resümierte Dario Ferrante nach dem Spiel und fand dabei die entscheidenden Gründe dafür «dass wir es nicht geschafft haben, als Kollektiv das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben.»

Impressionen aus dem Spiel.

Impressionen aus dem Spiel.

Für den weiteren Verlauf der Finalrunde hat sich das Team aber nach wie vor vieles vorgenommen – die ambitionierten Ziele des Herausforderers bleiben. Mit solch besonderen Lichtblicken, diesen zwar schmerzhaften aber für die Entwicklung enorm wichtigen Erfahrungen und der ungebrochenen Moral und Leidenschaft bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Team selbst mit Punkten dafür belohnt.