Judo

Mit neuem Schwung Richtung Titel: Die Brugger Judokas wollen in der NLA einmal mehr triumphieren

Will mit seinen Brugger Teamkollegen um den Titel kämpfe: Judoka und Schweizer Meister Michael Kistler.

Will mit seinen Brugger Teamkollegen um den Titel kämpfe: Judoka und Schweizer Meister Michael Kistler.

Der Ju-Jitsu und Judo Club Brugg will im Mannschaftswettkampf beweisen, dass er trotz einiger Wechsel bereit für den erneuten Erfolg ist. Mit einem guten Mix aus jungen und erfahrenen Kämpfern soll der Verein erneut als NLA-Sieger aus dem Final Four in der Westschweiz herausgehen.

Wenn es um die Schweizer Mannschaftsmeisterschaften im Judo geht, muss man sich eigentlich vor allem den Namen eines Vereins merken: Ju-Jitsu und Judo Club Brugg. Ganze 15-mal konnten die Brugger Judokas den Meistertitel einheimsen, machten sich so zum Rekordmeister.

Auch in diesem Jahr sind die Vorzeichen gut. Auf dem ersten Platz wurde die Vorrunde beendet, im Final Four kann die ganze Mannschaft am Samstag mit breiter Brust antreten. Ist also schon im Vorhinein alles klar? Mitnichten.

«Es war keine perfekte Saison, wir haben auch die eine oder andere Runde verloren. Das zeigt einfach, wie eng alle Teams beieinander sind», sagt Trainer Martin Nietlispach. Auch auf die Erfahrung, die allzu oft das Zünglein an der Waage ist, kann nicht mehr gezählt werden. In St-Légier-La Chiésaz (Waadt) tritt ein Team an, bei dem kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist.

Eine Brücke zwischen zwei Generationen

«Wir haben viele Wechsel durchgemacht, jetzt viel mehr junge Kämpfer im Team. Aus der erfahrenen Generation, die fünf oder auch zehn Titel holen konnte, sind nur noch wenige da», sagt Nietlispach. Einer, der diesen Generationenwechsel überdauert hat und eine Brücke zwischen den beiden Lagern schlägt, ist Michael Kistler.

Seit fast 15 Jahren ist er mit von der Partie, zum dritten Mal nimmt er nun selbst am Final Four teil. Der 25-Jährige konnte an den vor zwei Wochen stattgefundenen Schweizer Meisterschaften zum ersten Mal den Sieg einfahren. Als Leistungsträger werden am Samstag alle Augen auf ihn gerichtet sein. Druck verspürt er allerdings kaum.

«Es ist cool, dass ich Schweizer Meister wurde, auf jeden Fall. Aber danach ging das Training normal weiter. Die nächsten Wettkämpfe erwarten einem ja sowieso immer. Mit genügend Ruhe kommt das Ganze schon gut», sagt der Brugger. Ähnlich sieht das Nietlispach, der mit der Favoritenrolle vertraut ist. Die Rolle des Gejagten wurde dem Verein auf dem Leib geschneidert.

Debüt unter erschwerten Bedingungen

Einer, auf dessen Schultern allerdings doch etwas Anspannung lastet, ist Daniel Eich. Der 19-Jährige ist zum ersten Mal im Final Four dabei. «Aufgeregt bin ich nicht, aber es ist schon krass, nun dort mitkämpfen zu können», sagt er.

Seit seinem zweifachen Triumph an der Schweizer Meisterschaft steht er vor veränderten Bedingungen. «Die Erwartungen sind schon ein bisschen gestiegen. Auch die an mich selber», sagt der Gebenstorfer. Überhaupt ist die Zielsetzung klar. Als Titelverteidiger kann es nur einen Weg geben: den ins Final.

Übersättigt ist die Mannschaft trotzdem nicht. Die Frage nach der fehlenden Motivation kanzelt Nietlispach mit einem Lachen ab. «Das ist in unserem Team noch nie ein Problem gewesen», sagt er. Auch Kistler will auf Titelkurs gehen: «Es macht Spass, mit der ganzen Mannschaft anzutreten. Es ist der letzte Event des Jahres, an dem man noch einmal gute Kämpfe zeigen und mit allen mitfiebern kann», sagt er.

Starke Konkurrenz aus dem Ausland

Im Weg stehen könnten dem erneuten Erfolg vor allem die Westschweizer. Und mit ihnen die ausländischen Verstärkungskämpfer. Von sieben Kämpfen dürfen zwei durch eingeflogene Gäste bestritten werden. 

Wer genau für wen antritt, daraus wird im Vorhinein oft und gerne ein Geheimnis gemacht. Die Katze im Sack ist es trotzdem nicht ganz: Zumindest ist bekannt, dass die Gegner äusserst stark sind.

«Ein WM-Dritter aus Ägypten wird gerne eingeflogen, starke Italiener und Franzosen, die international zu den Topkämpfern gehören», sagt Nietlispach. Dass diese für die Konkurrenz den Unterschied machen, gilt es zu vermeiden. Im Halbfinal muss das Team gegen Cortaillod, den Viertplatzierten der Qualifikationsphase, bestehen.

Mit Teamgeist zum Erfolg

Bei einem allfälligen Finaleinzug wartet entweder Morges (2.) oder Uster (3.) auf die Aargauer. Gerade Eich, der seine beiden Gegner noch nicht kennt, wird gefordert sein. Alleine gelassen wird er mit dieser Herkulesaufgabe aber nicht. Routiniers wie Kistler stehen dem Nachwuchs bei. Auch wenn er sich nicht als Vorbild bezeichnen will: Tipps und Informationen zu den Gegnern gibt er gerne weiter.

Daniel Eich (r.) wird bei seinem Debüt gefordert. Noch weiss der Judoka nicht, auf wen er am Samstag im Final Four trifft.

Daniel Eich (r.) wird bei seinem Debüt gefordert. Noch weiss der Judoka nicht, auf wen er am Samstag im Final Four trifft.

«Wieso wir so stark sind? Weil die jungen und die alten Kämpfer gut zusammenspannen und wir einen guten Teamgeist haben», sagt Kistler. Der Zusammenhalt ist der grösste Vorteil des Teams. Eines, das nun in neuer Formation seine erste Erfolgsgeschichte schreiben will.

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