FC Aarau
Mit mehr Geld in die nächste Saison – auch mit Stefan Maierhofer?

Nach dem verpassten Aufstieg geht der Blick nach vorne. Sportchef Sandro Burki bleibt und wechselt nicht zu den Grasshoppers. Der FC Aarau wird auch mit einem höheren Budget in die nächste Saison gehen.

Sebastian Wendel
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Roger Geissberger (r.), Vizepräsident FC Aarau: «Ich bin guter Dinge, dass wir das hinkriegen und Stefan Maierhofer auch in der nächsten Saison Tore für den FCA erzielen wird.»

Roger Geissberger (r.), Vizepräsident FC Aarau: «Ich bin guter Dinge, dass wir das hinkriegen und Stefan Maierhofer auch in der nächsten Saison Tore für den FCA erzielen wird.»

Andy Mueller/freshfocus

Es gibt Fans, die sorgen am Tiefpunkt der Klubgeschichte für einen Spielabbruch und entwürdigen die Mannschaft, indem sie diese zur Herausgabe der Trikots zwingt – so geschehen vor einigen Wochen beim Abstieg der Grasshoppers.

Und es gibt Fans, die applaudieren nach der wohl bittersten Niederlage der Klubgeschichte den Spielern und dem Trainer, obwohl sie selber am Boden zerstört sind. Die klopfen sogar den gegnerischen Anhängern auf die Schultern und danken für zwei fantastische Fussballfeste – so geschehen im Stadion Brügglifeld, wo der FC Aarau am Sonntag einen 4:0-Vorsprung aus dem Hinspiel aus der Hand gibt und im Penaltyschiessen den sicher geglaubten Super-League-Aufstieg verpasst.

Auch auf dem Platz: Fairness pur. FCA-Präsident Alfred Schmid gratuliert seinem Amtskollegen Christian Binggeli, die Xamax-Spieler trösten die Aarauer und man spürt den Neuenburgern bei ihrem Jubel an, dass ihnen gleichzeitig der Gegner leidtut.

Die Bilder zum Barrage-Rückspiel:

Konsternierte Gesichter auf dem Brügglifeld: Der FC Aarau verliert das Rückspiel gegen Xamax mit 0:4 und verliert die Barrage nach Penaltyschiessen (4:5).
48 Bilder
Auch für die kleinen Fans ist der verpasste Aufstieg ein herber Schlag.
Das Brügglifeld ist ausverkauft. Einige Fans versuchen während des Spiels dennoch, einen Blick auf den Platz zu erhaschen.
Hoffen und Bangen vor den Abschrankungen.
Das Public Viewing in der Aeschbachhalle 6.
Auch in der zweiten Halbzeit noch kein Tor für den FC Aarau. Fans im Penny's in Aarau sind konsterniert.
Hoffen und beten im Penny's.
Schock bei den FC-Aarau-Fans: Xamax geht bereits nach wenigen Minuten in Führung. Public Viewing in der Aeschbachhalle.
Public Viewing im Penny.
Public Viewing im Penny.
Lange Gesichter auch bei den kleinen Fans.
Public Viewing im Penny Farthing in Aarau.
Auch draussen fiebern die Fans mit.
Public Viewing in der Aeschbachhalle.
Fans schwingen FCA-Fahnen im Stadion.
Angespannte Stimmung beim Public Viewing in der Aeschbachhalle.
Regierungsrat Alex Hürzeler tippt auf 3:1 für Aarau, Landammann Urs Hofmann hält ein 1:1 für realistischer. Beide Regierungsmitglieder sind seit Jahrzehnten
Die Fans sind unterwegs ins Brügglifeld
FCA-Trainer Patrick Rahmen
Raphaël Nuzzolo verlässt nach seiner Spuckattacke gegen Schiedsrichter Stephan Klossner den Platz. Schuldbewusst?
Die Aarau-Fans jubeln ausgelassen nach dem grossartigen 4:0 in Neuenburg.
Vor dem Match: Die Aarauer Invasion in Neuenburg.
Um 16.24 Uhr fuhr der Extrazug mit 14 Waggons nach Neuenburg los. Die Fans haben reichlich Proviant dabei, damit der Hunger gestillt ist und die Kehlen nicht trocken bleiben.
Bald gehts los: Viele Fans machen sich auf den Weg in Richtung Extrazug nach Neuenburg.
Die Fans stimmen sich im Penny Farthing Pub schon mal auf den Match ein.
Die Fans stimmen sich im Penny Farthing Pub schon mal auf den Match ein.
Die Fans stimmen sich im Penny Farthing Pub schon mal auf den Match ein.
Fans des FC Aarau sind um die Mittagszeit schon nach Neuenburg unterwegs.
Das Brügglifeld ist für das Barrage-Rückspiel gegen Xamax schon seit Mittwoch ausverkauft.
Markus Neumayr ist auf dem Weg zur Genesung
Stefan Klossner leitet am Donnerstag Xamax-Aarau
Der FC Aarau steht in der Barrage – und feiert das zusammen mit den Fans.
Sion-Präsident Christian Constantin traut Aarau in der Barrage gegen Xamax nichts zu
Jubel über den 1:0-Sieg gegen Rapperswil-Jona und die damit gesicherte Barrage: Die Spieler des FC Aarau feiern mit den Fans.
Matchwinner und Siegtorschütze Stefan Maierhofer lässt sich nach dem 1:0-Sieg gegen Rapperswil-Jona von den FCA-Fans bejubeln.
Diese 11 sollen es für Aarau richten.
Sensationelle Choreo der Fans vor Aarau-Rappi
Stefan Maierhofer steht im Barrage-Final gegen Rappi in der Startelf
Nach zweijährigem Verletzungspech ist Mittelfeldspieler Olivier Jäckle in dieser Saison ein Schlüsselspieler und erhält als Lohn einen Vertrag bis 2021.
Varol Tasar ist einer von sechs FCA-Spielern, die nach der nächsten Gelben Karte ein Spiel zuschauen müssen
Nikolaj Hänni pfeift Chiasso-Aarau
Stefan Maierhofer fühlt sich in Aarau ziemlich wohl.
Nicolas Schindelholz ist der vierte FCA-Profi, der in dieser Saison das "Tor des Monats" erzielte
Kämpferherz Zverotic fehlt dem FCA in Chiasso
Linksverteidiger Obexer wird in Chiasso wohl durch Damir Mehidic ersetzt

Konsternierte Gesichter auf dem Brügglifeld: Der FC Aarau verliert das Rückspiel gegen Xamax mit 0:4 und verliert die Barrage nach Penaltyschiessen (4:5).

Fabio Baranzini

Die Vorwärtsstrategie

Aufstellung, Druckmanagement, zu gute Ausgangslage – man kann aus Aarauer Sicht überall Gründe suchen für die Niederlage. Doch Fussball ist manchmal auch unerklärbar, das war beim FC Aarau nicht nur im 38. und letzten Spiel der Saison so.

Fakt ist: Am 22. Juni startet der FCA in die Vorbereitung für die nächste Saison. Mit Sportchef Sandro Burki auf der Kommandobrücke, der sich am Samstag mit dem Verwaltungsrat auf einen neuen Vertrag bis 2022 einigte und gleichzeitig die Offerte der Grasshoppers ausschlug.

Ein ausschlaggebender Punkt dafür, dass Burki in Aarau bleibt, ist die vom Verwaltungsrat ausgerufene Vorwärtsstrategie. Präsident Schmid kündigte wenige Minuten nach dem verpassten Aufstieg an: «Nächste Saison greifen wir wieder vorne an. Wir erhöhen das Budget, um wieder eine kompetitive Mannschaft zusammenzustellen.»

Was das konkret bedeutet, erläutert am Tag danach Vizepräsident Roger Geissberger, im Verwaltungsrat verantwortlich für das Ressort Sport: «Das Budget für die Profimannschaft wird in der kommenden Saison rund 4,5 Millionen Franken betragen, zehn Prozent mehr als in der vergangenen Spielzeit. Darin enthalten sind Lohnkosten und der Aufwand für Reisen und Material.»

Das Gesamtbudget der FCA AG, das neben den Kosten für die Profimannschaft die Löhne für die Angestellten der Geschäftsstelle sowie die Ausgaben für die Infrastruktur und die Sicherheit beinhaltet, wird knapp 6 Millionen Franken betragen.

Wer ersetzt Varol Tasar?

Der FC Aarau wird damit in der kommenden Saison finanziell die drittstärkste Kraft sein – hinter GC und Lausanne, die mit Gesamtbudgets weit über der 10-Millionen-Marke operieren. Geissberger: «Wir waren schon in der Saison 2018/19 die Nummer 3 hinter Servette und Lausanne und haben es trotzdem in die Barrage geschafft. Der FC Aarau hat auch in der nächsten Saison die Ambition, die vermeintlich stärkeren Vereine zu ärgern und vorne mitzuspielen.»

Dafür braucht der FCA in erster Linie ein starkes Kader. Das Gerüst steht, doch einige wichtige Personalien sind noch offen: Wer steht im Tor? Wird Wunschkandidat Djordje Nikolic eine weitere Saison vom FC Basel ausgeliehen? Falls der Serbe in die Super League will – wird Steven Deana in Aarau wieder zur Nummer 1? Und wer ersetzt Topskorer Varol Tasar (13 Saisontore)? Eine weitere wichtige Personalie ist Sturm-Routinier Stefan Maierhofer (36) – bleibt der Österreicher in Aarau? Geissberger sagt: «Wir wollen Stefan halten. Ich bin guter Dinge, dass wir das hinkriegen und Maierhofer auch in der nächsten Saison Tore für den FC Aarau erzielt.»

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