Neuverpflichtung
Mit Martin Rueda kommt ein zweites Alphatier zum FC Wohlen

Martin Rueda vollzieht beim FC Wohlen den Wechsel vom Trainer zum Sportchef. Mit Sforza und Rueda treffen nun zwei Alphatiere aufeinander. Die Aufgabenbereiche sind jedoch klar aufgeteilt.

Pascal Del Negro
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Martin Rueda hat die ersten Arbeitstage in seiner neuen Funktion als sportlicher Leiter beim FC Wohlen hinter sich.

Martin Rueda hat die ersten Arbeitstage in seiner neuen Funktion als sportlicher Leiter beim FC Wohlen hinter sich.

foto-net / Alexander Wagner

Mit dem Start ins neue Jahr begann für Martin Rueda ein neues Abenteuer. Der 52-Jährige hat das Amt als sportlicher Leiter bei Challenge-League-Leader Wohlen übernommen. Der schweizerisch-spanische Doppelbürger ist im Freiamt keineswegs unbekannt, bereits dreimal war er beim FC Wohlen engagiert. Entsprechend herzlich war sein Empfang: «Ich höre oft: ‹Schön, dass du wieder da bist.› Für mich ist es wirklich ein Heimkommen.»

Neu ist allerdings seine Funktion. Bei seinen ersten drei Amtszeiten war er Cheftrainer der ersten Mannschaft, vor zwölf Jahren führte er Wohlen als Höhepunkt zum Aufstieg in die Challenge League.

Nachwuchs in die erste Mannschaft

Dass Rueda nun eine neue Aufgabe übernimmt, hat seine Gründe: «Ich wollte neue Bereiche des Fussballbusiness kennenlernen. Es ist interessant, auch mal zu sehen, was hintendurch läuft, sei es organisatorisch oder finanziell.» Allerdings braucht er noch etwas Zeit, bis er in seinem neuen Job angekommen ist: «Ich muss mich erst einarbeiten. Ein wichtiger Punkt wird die Nachwuchsförderung sein – wir wollen möglichst viele eigene Spieler in die erste Mannschaft führen.»

Seit seinem ersten Engagement hat sich in Wohlen viel geändert: «Es ist einiges gegangen, es ist ein Vollprofibetrieb entstanden. Als ich zum ersten Mal hier war, hatte niemand einen Profivertrag. Ich habe ebenfalls nebenbei noch gearbeitet.» Heute stehen ihm Assistenz-, Goalie- und Konditionstrainer zur Verfügung.

Auch sportlich hat sich etwas getan. Unter Trainer Ciriaco Sforza ist die Mannschaft zu einem Spitzenteam gereift – im Dezember konnten die Wohler den Wintermeistertitel in der Challenge League feiern.

Backup für Sforza?

Mit Sforza und Rueda treffen nun aber zwei Alphatiere aufeinander. Beide haben eine Profikarriere hinter sich und beide wollen sich jetzt auch neben dem Platz etablieren. Probleme sieht Rueda dabei aber keine: «Es ist klar geregelt: Ich bin sportlicher Leiter, Sforza Trainer. Geht es um die erste Mannschaft, entscheidet Sforza, da mische ich mich nicht ein. Ich habe kein Problem damit, mich aus seinen Angelegenheiten rauszuhalten. Wenn er mich allerdings um meine Meinung bittet, helfe ich im natürlich gerne.»

Doch im Fussballbusiness kann alles sehr schnell gehen, das sagt auch Martin Rueda. Und Ciriaco Sforza ist momentan ein begehrter Trainer. Würde also Rueda, der für den Trainerposten mehr als qualifiziert ist, bei einem möglichen Abgang Sforzas in die Bresche springen? «Darüber mache ich mir momentan keine Gedanken – eine Abmachung gibt es jedenfalls nicht. Falls es zu einer Trennung kommen sollte, müssten wir uns zusammensetzen und das Ganze genau unter die Lupe nehmen.»

Vorerst zählt aber die sportliche Leistung des FC Wohlen: «Wir wollen den ersten Platz verteidigen», sagt Rueda bestimmt. Über einen allfälligen Aufstieg macht er sich jedoch noch keine Gedanken. «Wir versuchen, die bestmöglichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Ob es dann wirklich klappt, und wir die Kriterien erfüllen, können wir nicht beeinflussen – dieser Entscheid läge dann bei der Swiss Football League.»