Vor einer Woche feierte Nikolaj Talimaa sein Trainings-Comeback. Mit weicheren und leichteren Bällen trainiert er momentan eine Stunde pro Tag, um seinen Arm noch etwas zu schonen. Seit Ende letzten Jahres plagten ihn Schmerzen im Ellbogen. Nach einer Fehldiagnose und der daraus resultierenden falschen Therapie verlängerte sich sein Leidensweg um mehrere Wochen, sodass er die Winter-Schweizermeisterschaften verpasste.

Talimaa kämpft sich zurück

Mit der nötigen Geduld und Reife liess der 14-Jährige die festgestellten Wachstumsprobleme über sich ergehen und kämpfte sich zurück. «Ich hätte gerne gespielt, aber es kommt nicht auf den jetzigen Erfolg an. Ich dachte mir immer, dass es schon wieder gut wird.

Zudem hatte ich gute Ablenkungsmöglichkeiten und habe mit Klavier spielen begonnen», schaut der U12-Schweizermeister des Jahres 2012 mit einem Lächeln zurück. Seit nun drei Jahren trainiert er in der Tennis Academy in Frenkendorf unter den Fittichen seiner Trainer Rodolphe Handschin und Nicole Züger. Zusammengerechnet sind dies 12 bis 13 Stunden in der Woche, in denen Talimaa an der Technik, Taktik und Kondition feilt.

Videointerview mit Nikolaj Talimaa

Videointerview mit Nikolaj Talimaa

An manchen Tagen absolviert er zusätzlich selbstständig ein Krafttraining. Abseits des Tennisplatzes besucht Talimaa die Bezirksschule in Rheinfelden und wird diesen Sommer nach Liestal ans Sportgymnasium wechseln. Dass er parallel zu seiner sportlichen Karriere eine Ausbildung absolvieren möchte, ist für das Talent klar: Man wisse schliesslich nie, was passieren könne.

Einem späteren Studium ist der Sohn eines russisch-estischen Vaters und einer indisch-schweizerischen Mutter nicht abgeneigt: «Ich möchte wenn möglich Tennisprofi werden und auf der ATP-Tour spielen. Wenn das nicht klappt, käme für mich ein naturwissenschaftliches Studium in Frage.»

Fokus liegt auf dem Sommer-Schweizermeisterschaften

Die anstehenden Ziele fallen aufgrund seiner Verletzungsgeschichte eher bescheiden aus. «Ich möchte mich zuerst von der Verletzung erholen und die ersten Turniere spielen. Danach gilt es, sich auf die Sommer-Schweizermeisterschaften zu fokussieren», ist der Fan von Roger Federer realistisch. Je nach dem muss der in der Schweiz als Nummer vier gesetzte Sportler (U14) eine Zusatzrunde in der Qualifikation drehen.

Da er bis zum Sommer wahrscheinlich noch nicht auf Top-Niveau sein könne, sei dies gut möglich, meint Talimaa. Längerfristig möchte sich der Schüler in allen Bereichen weiterentwickeln und auch mental stärker werden: «Ich will immer an der Spitze dran bleiben. Denn wenn ich auf der ITF (höchste Tour auf Juniorenstufe. Anm. d. Red,) Erfolge verbuchen kann, ist die Chance auch grösser einmal auf der ATP-Tour mich messen zu können.»