Die Entwicklung der Mannschaft in den letzten Wochen war alarmierend. Statt den Ligaerhalt frühzeitig sichergestellt zu haben, kämpft Muri zwei Runden vor Schluss immer noch um jeden Punkt und gegen den Fall unter den Strich. «In den letzten beiden Partien ist von der Mannschaft nichts mehr gekommen», erklärt Käppeli. 0:3 und 0:4 gingen diese verloren. Das Trainerteam habe ratlos gewirkt. «Wir sind jetzt in akuter Abstiegsgefahr und so hat die sportliche Leitung entschieden, dass man etwas ändern muss.» Drei Zähler beträgt der Vorsprung noch auf das vorletzte Sursee, das beim heutigen Stand zusammen mit dem FC Bern absteigen würde.

Beginn bei Null

Beat Hubeli wäre Ende Saison ohnehin gegangen. Carmine Pascariello übernimmt im Sommer. Nun wurde für die Übergangsphase René van Eck verpflichtet. «Es ist immer wieder eine Herausforderung mit einer Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt, den Fall zu verhindern», sagt der Holländer. Lange habe er nicht überlegen müssen, als er an Pfingsten angerufen worden sei. «Ich stehe gerne auf dem Platz und habe drei Kinder in der Schweiz, die ich nun während einer längeren Zeit sehen kann.» Die Mannschaft hat er noch nie begutachten können, er begann seine Arbeit mit dem ersten Training praktisch bei Null. Lediglich Michael Diethelm kennt er bereits. Der Murianer Captain war in Luzern Teil der Mannschaft, mit der van Eck als Trainer 2006 den Aufstieg in die höchste Liga schaffte.

Der neue Trainer René van Eck im ersten Training am Dienstagabend.

Der neue Trainer René van Eck im ersten Training am Dienstagabend.

Van Eck geniesst in der Innerschweiz nicht nur wegen des Aufstiegs Kultstatus. Fast neun Jahre spielte er beim FC Luzern. Schönspielereien lagen ihm nicht. Er war als knallharter Kämpfer in der Abwehr bekannt. Einer, der dorthin geht, wo es weh tut. Eigenschaften, die der 50-Jährige nun als Trainer in die 1.-Liga-Equipe des FC Muri tragen soll. «Er kann einen neuen Spirit in die Mannschaft bringen», glaubt Sportchef Marcel Käppeli. «Die erste Woche mit ihm soll eine positive sein, in der gut trainiert wird. Damit am Samstag ein Team auf dem Platz steht, das Gas gibt.» Im ersten Training wurde in verschiedenen Spielformen vor allem mit dem Ball gearbeitet. Das Rad neu erfinden will van Eck nicht: «Sie sollen einfach das spielen, das sie können.»

«Es braucht einen Schub»

Beim FC Muri setzt man grosse Hoffnungen in René van Eck. Ein Ruck soll durch die Mannschaft gehen. «Spieler, die bisher nicht ihre Leistung gebracht haben, sehen vielleicht ihre Chance und können über sich hinaus wachsen», sagt Marcel Käppeli. «Es braucht jetzt einen Schub, sonst steigen wir ab.» Ob die Rechnung aufgeht wird sich am Samstag zeigen. Dann spielt der FC Muri um 16 Uhr zu Hause gegen den SC Buochs. (zp)