Saudischer Investor
Mit diesen schönen Worten erklärt Monquez al-Yousef sein Engagement beim FC Wohlen

Wieso nur steigt ein reicher Geschäftsmann aus Saudi Arabien als Investor beim Challenge-League-Verein FC Wohlen ein? Monquez al-Yousef äussert sich dazu erstmals. Auch vor der Kamera.

Drucken
Teilen

Er sei kein Russe, der mit seinem Geld eigene Interessen verfolge, sagt Monquez al-Yousef gegenüber Tele M1. Der Investor erklärt im ersten TV-Interview zu seinem finanziellen Engagement beim FC Wohlen, was er vorhat und wie er die Spiele verfolgen will (siehe Video oben).

Am Dienstagabend hatte die Generalversammlung des FC Wohlen den saudischen Investor und seine Frau Denise in den Verwaltungsrat gewählt (die az berichtete). Wobei er neu auch die Aktienmehrheit hat.

Ein neuer und unbekannter Investor, über den noch kaum etwas bekannt ist, ruft leicht Skepsis hervor. Was will er wirklich? Was, wenn er plötzlich zu mächtig wird? Diese Skepsis versuchte Monquez al-Yousef schon in einem Interview mit dem "Blick" vom Mittwoch mit folgenden Aussagen zu zerstreuen:

  • "Die operative Führung bleibt in den Händen der Wohler. Ich möchte diese Gemeinschaft intakt halten. Da mische ich mich nicht ein."
  • Auf die Frage, ob er es verstehe, wenn Leute seinem Engagement skeptisch gegenüberstehen, sagt er: "Ja. Aber diese Leute können zu mir kommen und mich kennenlernen. Ich bin ein weltoffener Mensch und halte nichts von Klischees."
  • "Ich habe Vertrauen in die Verantwortlichen."

Im "Blick"-Interview äusserte er sich auch darüber, wieso er ausgerechnet beim FC Wohlen als Investor einsteigt. Da sei auch "Zufall und Schicksal" dabei gewesen. Er habe die Verantwortlichen kennengelernt und sich überzeugt, "dass ein Engagement hier Sinn macht. Fussball mit Herz und Leidenschaft kann man auch in der Challenge League spielen." Auch das klingt wieder sehr schön – wie aus einem Lehrbuch für Kommunikationsprofis. Auch wenn es ehrlich gemeint ist.

Dagegen lässt eine andere Aussage aufhorchen: "Ich werde meine geschäftlichen Aktivitäten teilweise auch von Genf nach Zürich verschieben. Ich sehe das Ganze auch als Businessclub. Vielleicht ergeben sich aus den Kontakten im Fussball auch geschäftliche Kontakte."

Will heissen: Er sieht den FC Wohlen als mögliches Eintrittstor in die Geschäftswelt des Grossraums Zürich. Wenn sich dank der Publizität, die er nun durch sein Engagement erhält, wiederum das eine oder andere geschäftliche Türchen öffnet, kann sich sein Engagement auch finanziell auszahlen. Fussball-Leidenschaft hin oder her. (pz)

Aktuelle Nachrichten