Handball

Mit der Paradeformation wäre für Siggenthal mehr möglich gewesen

Daniel Merz (Mitte) und seine Kollegen dürfen erhobenen Hauptes in die Weihnachtspause. Gerry Frei/Archiv

Daniel Merz (Mitte) und seine Kollegen dürfen erhobenen Hauptes in die Weihnachtspause. Gerry Frei/Archiv

Siggenthal/Vom Stein Baden schafft die Cup-Sensation nicht und verliert gegen den A-Klub Fortitudo Gossau mit 30:35. «Am Schluss fehlte die Kraft», dies die klaren Worte von Siggenthals Daniel Merz nach der Partie.

Von einer Dominanz des NLA-Teams Fortitudo Gossau gegenüber dem unterklassigen Siggenthal durfte auf keinen Fall die Rede sein. Die Nervosität und Fehleranfälligkeit, die zu Beginn des Spiels bei den Aargauern noch präsent waren, verflogen bereits nach wenigen Minuten. Von da an spielte David gegen Goliath munter mit. Fortitudo Gossau schaffte es nicht, das Spiel vollkommen in den Griff zu bekommen und eine klare Tordifferenz herauszuspielen.

Beim 8:8 tobt die Halle

Bis in der 15. Minute lief das durch Verletzungspech stark geschwächte Siggenthal zwar stets einem Rückstand hinterher, doch dann konnte Manuel Lässer erstmals zum 8:8 ausgleichen und die Halle tobte. Die berüchtigte rote Wand beflügelte die Mannschaft und die Limmattaler lagen bis in der 25. Minute sogar vorne.

In den letzten Minuten vor der Pause zog Siggenthals Torhüter Raphael Aeberhard dann einige düstere Minuten ein. Und da auch seine Feldspieler vor dem Tor des Gegners keinen Erfolg mehr verzeichnen konnten, gelang es Fortitudo, die Führung wieder zurück zu erobern. So kam es, dass Siggenthal/Vom Stein zur Halbzeit mit 15:19 im Hintertreffen lag.

«Im Handball sind vier Tore unterschied eine kleine Welt. Es ist noch alles möglich», lauteten die aufmunternden Worte des Speakers in der Halbzeit. Auch das Lied der «Toten Hosen» mit dem Titel «Steh auf, wenn du am Boden bist», das immer dann gespielt wurde, wenn ein Spieler am Boden lag, motivierte zusätzlich.

Mit Paradeformation mehr möglich

Die Mannschaft von Trainer Peter Szilagyi nahm sich dies scheinbar zu Herzen. Denn trotz der wenigen Wechselmöglichkeiten, eines weiteren Ausfalls – Renato Meier nach Spielhälfte – und des Klassenunterschieds zeigte das Heimteam auch in der zweiten Hälfte, dass es mit einem NLA-Klub mithalten kann.

Zwar gab Fortitudo den Vorsprung nicht mehr her und schaffte dank dem Sieg die erstmalige Qualifikation für die Viertelfinals in der Vereinsgeschichte. Dies jedoch auch dank der unglücklichen Kadersituation auf Seiten von Siggenthal/Vom Stein, wie Daniel Merz nach der Partie bestätigte: «Hätten wir mit der Paradeformation auflaufen können, wäre vielleicht sogar der Sieg drin gewesen.» Zufrieden waren die Akteure des SCS allemal. «Da wir krasser Aussenseiter waren, sind wir glücklich mit unserer Leistung. Heute haben wir gemerkt, dass die NLA gar nicht so weit weg ist», freut sich Merz.

Auch beim Gegner musste man eingestehen, dass dieser Sieg kein leichter war: «Unterklassige Teams sind im Cup immer topmotiviert. Und bei diesem Publikum ist es auch für uns schwer, zu gewinnen», erklärte Fortitudos Gabriel Würth nach dem Spiel. Einmal mehr trug die rote Wand ihr Team auf Händen und sorgte für einen trotz Niederlage versöhnlichen Abschluss vor der Weihnachtspause.

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