Four Cross
Mit dem Mountainbike über Sprünge, Wellen und Kompressionen

Nachdem Roger Rinderknecht seine Kariere 2012 mit dem Weltmeistertitel im Four Cross kürte, wird ab morgen Freitag im österreichischen Leogang sein Nachfolger gesucht. Mit dabei sind die zwei jungen Aargauer Simon Waldburger und Roger Keller

Jessica Widmer
Drucken
Teilen
Simon Waldburger auf dem Weg zum Sieg im Schweizer Trikot

Simon Waldburger auf dem Weg zum Sieg im Schweizer Trikot

2012 kürte der Winterthurer BMX-Olympionike Roger Rinderknecht seine Karriere mit dem Weltmeistertitel in der Mountainbike-Disziplin Four Cross. Ab Freitag wird im österreichischen Leogang sein Nachfolger gesucht. Der Aargau hat mit Simon Waldburger und Roger Keller zwei vielversprechende junge Cracks an den Start geschickt. Die beiden Fahrer haben ihr Können bereits mehrfach an internationalen Wettkämpfen unter Beweis gestellt.

Schweizermeister Simon Waldburger

Der 20-jährige Simon Waldburger konnte sich im August beim Heimrennen in Leibstadt den Schweizermeistertitel im Four Cross sichern und geht als Schweizer Teamleader ins Rennen. Da das Starterfeld in diesem Jahr besonders hochkarätig ausfällt, hat sich der Hottwiler jedoch bescheidene Ziele gesteckt. Wenn alles nach Plan läuft, sollte eine Halbfinal-Teilnahme drinliegen, die besten 16 sind sein Mindestziel. Nicht zuletzt, weil sich der frischgebackene Maturand, der die Sportkanti in Aarau besuchte, in diesem Sommer während dreier Monaten voll und ganz aufs Training konzentrieren konnte.

Nach der WM wird Waldburger sein Studium beginnen. «Dann muss ich einen Weg finden, um das Wirtschaftsstudium und das Four-Cross-Training unter einen Hut zu bringen. Aber mit einer guten Organisation sollte das kein Problem sein», stellt er klar.

Der gute Mix machts aus

Auf die WM hin hat sich Waldburger vor allem mental vorbereitet und sich immer wieder vorgestellt, wie es ist, seine früheren Vorbilder zu schlagen. Dies gelang dem 20-Jährigen im Verlauf der Saison bereits des Öfteren, sodass er das Jahr auf dem dritten Rang des UCI World Ranking abschloss.

Der Mix zwischen Spass und Arbeit in dieser Sportart liegt Simon Waldburger besonders. «Ich kann mich während der Rennen mit den Gegnern messen. Dafür trainiere ich hart. Wenn ich aber mit meinen Freunden in der Freizeit auf dem Bike bin, dann zählt der Spass. Die Freizeit wird somit zum indirekten Training. Der Sport ist nicht so verbissen, das gefällt mir.»

Roger Keller mit WM-Premiere

Der drei Jahre jüngere Roger Keller, der wie Waldburger für den VC Leibstadt fährt, ist der jüngste im WM-Kader und zum ersten Mal dabei. Eigentlich hat der 17-Jährige, der im Sommer die Lehre als Fachmann für Betriebsunterhalt begonnen hat, in den letzten Monaten vermehrt Zeit auf dem Downhill-Bike verbracht und nur eine Handvoll Four-Cross-Rennen bestritten. Bei diesen war er aber so erfolgreich, dass er sich für die WM qualifizieren konnte.

Jetzt ist der Klingnauer in Österreich und lässt alles auf sich zukommen. «Da ich erst vor zwei Wochen von meiner WM-Teilnahme erfuhr, hatte ich kaum Zeit mich vorzubereiten. Für mich ist alles neu. Ich schaue, wie es wird, und gebe natürlich mein Bestes», erklärt Keller.

Der Neuling und der Routinier sind sich einig, dass man für eine optimale Vorbereitung viel Zeit ins Four-Cross- und BMX-Fahren stecken muss. Trotzdem findet Simon Waldburger, dass es wichtig ist, Abwechslung ins Training zu bringen: «Oftmals spiele ich Fussball, gehe schwimmen oder mache Geräteturnen, um meinen Körper fit zu halten.» Entscheidend ist das richtige Verhältnis.

In Österreich wird sich zeigen, ob die zwei Aargauer den richtigen Mix gefunden haben, um Roger Rinderknecht als Weltmeister zu beerben.

Aktuelle Nachrichten