Als Kriens-Stürmer Abubakar in der 88. Minute zum 1:2 trifft, fragen sich alle im Stadion: Muss der FC Aarau tatsächlich noch um den sicher geglaubten Sieg zittern? Nein! Ausgerechnet Sturmjuwel Yvan Alounga, kurz zuvor eingewechselt, markiert auf der anderen Seite das nervenberuhigende 3:1. Und wie: Der 17-Jährige schnappt sich vor dem gegnerischen Strafraum den Ball, läuft sich die Schussbahn frei und donnert dann den Ball aus 18 Metern ins Kreuzeck. Schöner kann das erste Profitor für einen Fussballer nicht sein!

Damit nicht genug: Die Fans sind immer noch aus dem Häuschen ob Aloungas Prachtstreffer, da fällt schon das nächste Tor. Petar Misic ist es, der eine Rossini-Flanke einköpfelt. 4:1! Die spektakuläre Schlussphase, die mit Neumayrs herrlichem Treffer zum 2:0 in er 81. Minute beginnt, entschädigt die FCA-Fans unter den 2818 Zuschauern für eine lange Zeit zähe Partie. Und dank des ersten Saisonsieges ist auch der Knüller am kommenden Freitag gegen GC (20 Uhr, Brügglifeld) so richtig lanciert: Mit den nächsten drei Punkten gegen den Super-League-Absteiger könnte der FCA die Zürcher in der Tabelle überholen.

Trainer Patrick Rahmen im Interview nach Aarau-Kriens

Trainer Patrick Rahmen im Interview nach Aarau-Kriens

FCA-Trainer Rahmen veränderte seine Mannschaft gegen Kriens im Gegensatz zum Auftakt in Winterthur auf zwei Positionen: Für den verletzten Marco Schneuwly spielt im Sturmzentrum Stefan Maierhofer, in der Innenverteidigung rotiert Giuseppe Leo für Marco Thaler ins Team. Unabhängig davon müsste der FC Aarau schon nach 58 Sekunden in Führung gehen müssen, doch Petar Misic setzt seinen Volley-Schuss aus vier Metern neben das Tor. Der Kroate hat auch die zweite Grosschance des Heimteams (33. Minute), als er in der 33. Minute das ideale Zuspiel von Maierhofer aber wiederum nicht nutzen kann.

Ausser den zwei Möglichkeiten durch Misic bleibt der FCA in der ersten Halbzeit vieles schuldig. Zwar ist das angeschlagene Tempo hoch, doch auf Kosten der Genauigkeit: Etliche Pässe landen beim Gegner oder im Nirgendwo. Die Krienser nutzen die wachsende Verunsicherung im Heimteam und kommen ihrerseits zu drei guten Möglichkeiten vor dem Pausenpfiff: Zwei Mal pariert FCA-Goalie Ammeter bravourös, dazwischen kullert ein Schuss der Krienser haarscharf am Pfosten vorbei. Dass die Innerschweizer vor der Pause mindestens auf Augenhöhe mit dem FCA sind, verdeutlicht auch die Eckballstatistik von 10:2 für die Gäste.

Kriens gehört auch die erste Grosschance nach dem Seitenwechsel - dieses Mal ist es Tadic, der in der 58. Minute aus bester Position danebenschiesst. Und dann kommt es in der 65. Minute knüppeldick für die Gäste, als sie den Aarauern das 1:0 quasi schenken: Nach einem weiten Auskick von Ammeter scheinen die Krienser die Situation im Griff zu haben, ehe der Rückpass von Urtic auf seinen Goalie Osigwe viel zu kurz gerät, Aaraus Misic den Krienser Schlussmann umkurvt und den Ball ins leere Tor schiebt. Grosser Jubel beim Heimteam - ganz nach dem Motto: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Das Gegentor aus dem Nichts lähmt die Gäste. Der FC Aarau hingegen verwaltet geschickt und erzielt in der 81. Minute durch den in der zweiten Halbzeit starken Markus Neumayr das 2:0. Auch das ein Traumtor und technisch höchst anspruchsvoll - Neumayr schlenzt das Zuspiel von Gezim Pepsi direkt in den weiter entfernten Winkel. 

Das Telegramm zum Spiel:

FC Aarau – SC Kriens 4:1 (0:0)

Brügglifeld. – 2818 Zuschauer. – SR: Schärli. – Tore: 65. Misic 1:0. 81. Neumayr (Pepsi) 2:0. 88. Abubakar 2:1. 90. Alounga 3:1. 91. Misic 4:1.

Aarau: Ammeter; Giger, Leo, Schindelholz, Mehidic; Hammerich (66. Pepsi), Zverotic; Thiesson (90. Thaler), Neumayr (84. Alounga), Misic; Maierhofer (66. Rossini).

Kriens: Osigwe; Costa, Elvedi, Berisha, Mijatovic; Ulrich (88. Yesilcayir), Bürgisser, Kukeli, Dzonlagic (61. Urtic); Hoxha (79. Siegrist), Tadic (71. Abubakar).

Bemerkungen: Aarau ohne Corradi, Jäckle, Peralta, Schneuwly, Spadanuda (alle verletzt) und von Arx (nicht im Aufgebot). Kriens ohne Fanger (verletzt), Fäh, Kleiner, Sadrijaj und Zizzi (alle nicht im Aufgebot). – Verwarnungen: 52. Kukeli (Foulspiel), 66. Berisha (Reklamieren).

Haben Sie die Partie verpasst? Lesen Sie alles zu den fünf Toren und mehr im Ticker nach: