Sportler von Morgen
Mischung aus Talent und Kampfgeist

In Amanda Schneiders Leben dreht sich alles um Tennis. Derzeit gehört die 14-Jährige zu den sechs besten Schweizer Spielerinnen ihres Jahrgangs. Während Gleichaltrige in die ferien verreisen, spielt die Aargauerin Turniere.

Kathrin Aerni
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Stolz präsentiert Amanda Schneider die in diesem Jahr gewonnenen Pokale und die Medaille. aerni

Stolz präsentiert Amanda Schneider die in diesem Jahr gewonnenen Pokale und die Medaille. aerni

Limmattaler Zeitung

Amanda Schneider ist eher klein gewachsen, doch das hindert die 14-Jährige nicht daran, dass sie im Tennis hoch hinaus will. Nach den Sommerferien besucht sie das letzte Jahr an der Sekundarschule Würenlingen. Dann will sie sich ihren grossen Traum vom Profitennis erfüllen.

Amanda Schneider sitzt entspannt im Garten und erzählt mit einem Leuchten in den Augen vom Tennis, ihrer grossen Leidenschaft. Dieser frönt sie seit bald neun Jahren. Ihre Begeisterung sei schon mit acht Jahren so gross gewesen, erzählt ihr Vater Remo Schneider lachend, dass sie ihren Zimmerschrank kurzerhand als Tenniswand benutzte. Und das aus dem einzigen Grund, weil das aufgeweckte Mädchen mit den langen blonden Haaren schon damals mehr als zweimal pro Woche trainieren wollte.

Auch Niederlagen einstecken muss gelrernt sein

Wenn sie auch ab und zu Niederlagen einstecken muss, so wie zum Beispiel am Vorabend, als sie von den Junioren-Schweizer-Meisterschaften in Lausanne zurückehrte und es ihr dort alles andere als nach Wunsch lief. Im Einzel schied sie schon im Viertelfinale aus, und im Doppel kam sie zwar in den Final, verlor dort aber. «Mein Ziel war es, den Titel zu holen», gibt sie unumwunden zu. Schliesslich ist sie bereits Vize-Schweizer-Meisterin der Kategorie U14 in der Halle. «Vielleicht spiele ich einfach lieber auf Hartplätzen», schmunzelt sie.

«Ich muss noch konstanter spielen», sagt Amanda Schneider selbstkritisch. Sie scheint jedoch auf einem guten Weg zu sein. Denn sie kann zum einen mit dem Trainerstab von Eric van Harpen im deutschen Tiengen und Homburg trainieren und zum andern mit Freddy Siegenthaler vom TC Brugg.

15 Stunden Training pro Woche

Der Niederländer Eric van Harpen hatte schon einige Weltklassespielerinnen unter seinen Fittichen. So etwa Patty Schnyder, Arantxa Sanchez oder Anna Kurnikowa. Van Harpen bringt die nötige Erfahrung mit, um junge Talente sukzessive bei ihren ersten Schritten ins Profitennis zu unterstützen. Mittlerweile trainiert die Jugendliche rund 15 Stunden pro Woche. Zweimal wöchentlich büffelt sie Kondition in Brugg. Hinzu kommen täglich zwei bis drei Stunden Tennistraining, das sie in Tiengen und Homburg bei Eric van Harpens internationalem Tennisteam unter der Leitung von Dino Sprovieri absolviert. Dort wird vorwiegend an der Technik gefeilt. Van Harpen attestiert Amanda viel Potenzial, eine gute Technik und schnelle Beine. Van Harpen: «Nun geht es darum, dass Amanda das gute Level halten kann.» Letztlich könne man erst in zwei, drei Jahren beurteilen, ob sie es dereinst als Tennisprofi schaffen könne.

Training statt Ferien

Während ihre Schulkolleginnen in den Sommerferien in die Badi gehen oder das Dolcefarniente geniessen, spielt Amanda Schneider ein Turnier nach dem andern. Es gehe darum, in der schulfreien Zeit möglichst viele Punkte zu sammeln, sagt Mutter Luba. Im holländischen Velp findet bereits diese Woche eines der prestigeträchtigsten Turniere für die Kategorie U14 statt. Dort werden auch internationale Kontakte zu Gleichaltrigen geknüpft. Vater und Mutter Schneider stehen voll hinter ihrer Tochter und deren Berufswunsch, Tennisprofi zu werden. «Wir müssen Amanda manchmal eher bremsen als motivieren», erklären sie.

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