Radsport
Mirco Saggiorato als Lokalmatador in Gippingen

Neoprofi Mirco Saggiorato aus Ehrendingen will sich beim GP des Kantons Aargau von heute Donnerstag von seiner besten Seite präsentieren. In erster Linie gilt es aber, Erfahrungen zu sammeln.

Fabio Baranzini
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Mirco Saggiorato will möglichst bald von seinem Sport leben können.

Mirco Saggiorato will möglichst bald von seinem Sport leben können.

Gestern Nachmittag in Ehrendingen, dem Wohnort von Radprofi Mirco Saggiorato. Der 25-Jährige sitzt entspannt am Esstisch. Von Nervosität keine Spur. Dabei dauert es keine 24 Stunden mehr, bis der Startschuss zu seinem Heimrennen in Gippingen fällt.

Es ist eines der wichtigsten Rennen der Saison. «Ich bin selten nervös, aber ich habe schon Respekt vor den grossen Namen, die am Start sein werden», sagt er. Am Morgen hat er eine letzte Trainingseinheit absolviert.

90 Minuten locker rollen, den Puls einige Male in die Höhe jagen. «Ich habe mich gut gefühlt. Der Druck auf dem Pedal stimmt. Hoffentlich ist das im Rennen auch so», sagt Saggiorato.

Für seine dritte Teilnahme am GP Gippingen hat er sich viel vorgenommen. Er will aktiv fahren und in einer Spitzengruppe Unterschlupf finden. «Ich versuche lieber etwas und gehe mit wehenden Fahnen unter, als einfach anonym im Feld mitzurollen», gibt er sich vor dem Rennen angriffslustig.

Mirco Saggiorato will sein Heimrennen nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Der 25-Jährige will so bald wie möglich in ein grösseres Team wechseln, damit er von seinem Sport leben kann.

Die Zeit drängt, denn Saggiorato gehört längst nicht mehr zu den Jüngsten. «Die Teams suchen Fahrer, die 20 oder 21 sind. Als Schweizer hat man es da sehr schwer, weil wir wegen der Ausbildung erst in diesem Alter richtig zu trainieren beginnen», erklärt er.

Seinen Traum hat er aber noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil. Saggiorato hat diese Saison noch eine Schippe draufgelegt. Seit März ist er Vollprofi. Davor hatte er 40 Prozent als Automechaniker bei seinem Onkel gearbeitet.

Viel mehr trainiert er deswegen aber nicht. Doch die freie Zeit kann er gut gebrauchen. «Ich kann mich besser erholen und die kleinen Dinge erledigen, die im Alltag anfallen», sagt er. Zudem hat der Ehrendinger seine Ernährung umgestellt und seine Trainingsinhalte angepasst.

Die Änderungen zeigen die gewünschte Wirkung. Saggiorato ist gut in die neue Saison gestartet. Er hat in Tuggen einen Sieg einfahren können und bei der Flèche du Sud den guten zweiten Platz erreicht.

Im Mai ist er allerdings etwas aus dem Tritt gekommen. Zweimal ist er gestürzt, einmal ist ihm die Kette gerissen und bei einem Rennen in Frankreich ist er von einer älteren Autofahrerin, die einen Streckposten übersehen hatte, angefahren worden.

«Glücklicherweise habe ich mir nur ein paar Prellungen zugezogen», so der Radprofi. Bleibt zu hoffen, dass Mirco Saggioratos Pechsträhne heute in Gippingen keine Fortsetzung findet.

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