Challenge League
Minikrise: Aarau kämpft in Chiasso gegen den Absturz in die Trostlosigkeit

Nach drei sieglosen Spielen droht dem FC Aarau beim Schlusslicht Chiasso der Fall in die Trostlosigkeit. Mit einer Niederlage würden die Aufstiegschancen endgültig schwinden und der FCA könnte wohl nur noch im Mittelfeld der Challenge League mitmischen.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
 Arnaud Buehler (Wil) gegen Alessandro Ciarrocchi (Aarau)
10 Bilder
FC Aarau - FC Wil
 Johan Vonlanten und Igor Nganga vor dem Spiel
 Trainer Raimomdo Ponte und Igor Nganga (Wil)
 Igor Nganga (Wil)
 Nduka Ozokwo (Wil) gegen Goeffrey Treand (Aarau)
 Igor Nganga (Wil) gegen Goeffrey Treand (Aarau)
 Sandro Burki (Aarau) gegen Frano Mlinar (Wil)
 Nduka Ozokwo (Wil) gegen Goeffrey Treand (Aarau)
Nduka Ozokwo (Wil) gegen Bruno Martignoni (Aarau)

Arnaud Buehler (Wil) gegen Alessandro Ciarrocchi (Aarau)

freshfocus

FC Chiasso – FC Aarau, da war doch schon mal was in diesem Jahr: richtig! Am Samstag, 13. Februar, reiste die Mannschaft von Trainer Marco Schällibaum als Schlusslicht der Challenge League zum Tabellennachbarn in die Südschweiz. Sie gewann die Zitterpartie nach einer schwachen Startphase, mit viel Dusel und dank zwei Toren von Verteidiger Igor Nganga 2:1. Nach diesem Sieg musste sich der FC Aarau keine allzu grossen Gedanken mehr über einen möglichen Absturz in die Promotion League machen. Im Gegenteil. Der Erfolg war der Auftakt zu einer eindrücklichen Aufholjagd mit dem Vorstoss bis in die Top 3.

Gut acht Monate später reist der FC Aarau erneut nach Chiasso. Diesmal steht zwar nicht die sportliche Existenz des Klubs auf dem Spiel, aber an Brisanz fehlt es auch heuer keineswegs. Es geht um viel. Verliert Aarau nach den zuletzt schwachen Leistungen und den 0:1-Niederlagen gegen Servette und Wil zum dritten Mal in Folge, kann es sich im Kampf um den Aufstieg in die Super League abmelden. Ein Platz im Mittelfeld, ein Platz in der Anonymität der Rangliste wäre Tatsache. Das Spiel in Chiasso als Weichensteller? Ja! Denn: Sollte der FC Aarau gegen die graue Maus der Challenge League tatsächlich verlieren, fällt er in die sportliche Trostlosigkeit. Und würde sich die Negativspirale bis zur Winterpause weiter drehen, dann müsste er sich sogar nach hinten orientieren.

Die Vorzeichen für das Spiel in Chiasso sind also ähnlich wie am erwähnten Samstag Mitte Februar. Sandro Burki will die heutige Partie allerdings nicht mit dem Abstiegskrimi unmittelbar nach der Winterpause vergleichen. «Damals hatten wir das Messer am Hals», blickt der Captain des FC Aarau zurück. «So extrem ist es diesmal nicht. Wir dürfen die Begegnung mit dem Tabellenletzten aber auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Das Spiel wird für uns zum Charaktertest. Läuft es nämlich gut, dann schwimmen alle auf der Welle mit. Läuft es aber schlecht, steht man als Profifussballer plötzlich ganz alleine da. Jetzt ist eine Reaktion gefragt.»

Der Trainer hat ein gutes Gefühl

Und wie reagiert Marco Schällibaum? Der Trainer des FC Aarau spricht zwar von einer Minikrise, hält aber erstaunlicherweise mit Kritik an seiner Mannschaft zurück: «Ich habe trotz der ungenügenden Resultate ein gutes Gefühl», sagt er. «Die Spieler trainierten in den vergangenen Wochen ausgezeichnet. Die Arbeitsmoral bei den Spielern ist absolut intakt. Wollen wir aber in der Spitzengruppe mit dabei bleiben, müssen wir jetzt den Umschwung schaffen.»

Mit einem Erfolg am Samstag in Chiasso könnte der FC Aarau also den dringend benötigten Befreiungsschlag landen. Und er könnte Werbung für den Cup-Achtelfinal vom nächsten Mittwoch im Brügglifeld gegen den Super-Ligisten Lugano machen. Die Qualifikation für die Viertelfinals würde bedeuten, dass man in einem sportlich interessanten und finanziell lukrativen Wettbewerb überwintert. Und träumen wir ruhig noch ein bisschen weiter: Mit zwei weiteren Siegen im nächsten Frühjahr würde man schon im Final stehen. Erinnern Sie sich? Es war 1985, als der FC Aarau den bisher einzigen Cuperfolg in seiner Vereinsgeschichte feiern konnte. Warum soll sich diese wunderbare Geschichte 32 Jahre später nicht wiederholen?