Fussball
Mikael Gren: Wettingens No-Name hat einen bekannten Vater

Der 25-jährige Sohn von GC-Legende Mats Gren spielt beim FC Wettingen in der zweiten Liga. Für eine grosse Fussballkarriere hat es ihm, ganz im Gegensatz zu seinem bekannten Vater, nicht gereicht.

Cedric Heer
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Mats Grens Sohn Mikael.

Mats Grens Sohn Mikael.

Cedric Heer

Wenn Mikael Gren einen Fussballplatz betritt, tut er das heute anders, als er es früher gemacht hat. Während er einst «quasi im Hardturm gewohnt hat, fehlt mir heute ab und zu die nötige Motivation». Früher war, als Vater Mats während 15 Jahren für GC spielte. Heute ist, wenn Sohn Mikael beim FC Wettingen in der 2. Liga als Innenverteidiger aufläuft. Als Verteidiger spielte zuletzt auch Vater Mats. «Viele behaupten, ich hätte die Spielveranlagung und die Art, wie ich mich bewege, von ihm geerbt», sagt der 25-Jährige, um dann mit einem Lachen anzufügen: «Damit hätte es sich dann aber auch schon.»

Tatsächlich lässt sich der fussballerische Werdegang von Vater und Sohn überhaupt nicht vergleichen. Während Vater Mats in seiner Aktivkarriere lediglich für drei Vereine aufgelaufen ist, ist Wettingen für Sohn Mikael bereits der achte Verein. «Es hat immer das Eine das Andere ergeben», beschreibt Mikael seine grosse Anzahl Wechseln.

Wo in Engstringen der Wohnort entscheidend war, waren es bei Niederweningen die Kollegen und schliesslich bei Wettingen der Trainer, der ehemalige FCA-Verteidger Beat Studer. «Bei Wettingen konnte ich dem Trainer meine Situation erklären – das Verständnis dafür war gross», sagt der schweizerisch-schwedische Doppelbürger.

Verpasste Chancen

Der Situation, dass er heute als Amateur und nicht als Profi spielt, ist sich Gren, der sich einst neben heutigen Grössen wie Fabio Daprelà, Scott Sutter oder Kay Voser behauptet hat, bewusst. «In gewissen Situationen hätte ich länger durchbeissen sollen», sagt der gelernte Schadensspezialist. Konkret nennt er dafür zwei Beispiele, die ihn «im Nachhinein reuen, weil sich daraus etwas entwickeln hätte können. Ich hatte die Chance, vor dem Wechsel zu Küsnacht in die U21 von GC zu gehen. Bei Küsnacht in der 1. Liga habe ich als damals 18-Jähriger aber mehr Chancen gesehen, zu spielen», sagt Mikael. Der zweite Punkt war, als er dem Ruf seines Vaters in die zweite schwedische Liga folgen sollte. «Die damit verbundene Teilzeit-Arbeitsstelle hat sich aber (zu) spät gefunden, weshalb ich innerlich bereits damit abgeschlossen habe», sagt Mikael.

Unverfälschter Blick

Den Willen sieht Mikael dann auch als grössten Unterschied zu seinem
Vater Mats. «Der unbändige Wille hat meinen Vater sehr weit gebracht, beispielsweise als er als Vorbereitung auf den FC Göteborg jeden Tag laufen ging, um konditionell nicht abzufallen», sagt Mikael. Abfallen tut Gren auch bei Wettingen nicht, wo er als Stamminnenverteidiger aufläuft. «Vermutlich bin ich zu verspielt für diese Position. Ich will den Ball am Fuss haben und etwas zaubern – das ist als Innenverteidiger nicht immer optimal», beschreibt er sich. Mit 25 Jahren ist der Zug einer grossen Karriere für den ruhigen und kommunikativen Verteidiger zwar abgefahren, mit Wettingen will er in dieser Saison aber angreifen: «Unser Ziel ist es, oben mitzuspielen.»