Gigathlon

Michael Kyburz: Der Velorennfahrer, der auch Segler ist

Michael Kyburz auf der Polyterrasse der ETH Zürich.

Michael Kyburz auf der Polyterrasse der ETH Zürich.

Der Radfahrer Michael Kyburz soll dem Aargau beim Gigathlon helfen, den Teamwettkampf zu gewinnen. Der Radsport ist jedoch nicht seine einzige Leidenschaft - denn zuvor war er lange als Segler aktiv.

Michael Kyburz ist ein Einzelfahrer, aber kein Egoist. Der ETH-Student will als Radrennfahrer des Teams «aargauersport.ch» dabei mithelfen, das ambitionierte Ziel zu erreichen und den Heim-Gigathlon für den Aargau zu gewinnen. Der Faktor Heimrennen war für den 25-Jährigen auch ein entscheidender Grund, am Mega-Anlass mit Start und Ziel in Aarau teilzunehmen. «Ich bin in Erlinsbach aufgewachsen, ging in Aarau zur Schule und wohne heute in Unterentfelden», sagt Kyburz und freut sich auf die zwei Velostrecken quer durch den Kanton.

Ein weiterer Grund für die Teilnahme war Freundin Fabienne Sommer. Die ehemalige WM-Teilnehmerin im Strassen-Radrennen hat den Gigathlon bereits zweimal bestritten und von der Atmosphäre geschwärmt. Sommer trägt auch grossen Anteil daran, dass Michael Kyburz heute als Elite-Amateur ebenfalls auf beachtlichem Niveau Rennen fährt. «Sie war es, die mir das erste Rennvelo geschenkt hat», verrät der angehende Maschinen-Ingenieur, der im Spätherbst sein Studium mit der Masterarbeit abschliesst.

Mitglied des Segel-Nationalteams

Zuvor war sein favorisierter Sport das Segeln. Bereits mit neun Jahren steuerte Kyburz sein erstes Boot auf dem Hallwilersee. Fünf Jahre lang bestritt er, wie auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder, als Mitglied des Junioren-Nationalteams internationale Regatten und startete für die Schweiz viermal an Europameisterschaften und einmal an einer WM. Die Passion fürs Wasser hat ihn bis heute nicht verlassen. Über Ostern war er zusammen mit Segelpartner Fabian Küttel mit einem Boot der 470er-Klasse auf dem Comersee.

International ging es für ihn zuletzt auch im Strassenrennsport zu und her. Kyburz nahm nach einer kurzfristigen Anfrage Mitte März an der Landesrundfahrt in Kamerun teil. Am einwöchigen Etappenrennen trug er mehrere Tage lang das Bergpreistrikot und belegte im Spurt der Schlussetappe den achten Rang. Eindrücklich waren aber auch die Rahmenbedingungen wie etwa die Begeisterung der afrikanischen Velofans am Strassenrand, die Temperaturen von mehr als 35 Grad und die Tiefe der Löcher auf den Strassen …

2009 löste Michael Kyburz auf Anraten eines Nachbars, der als Speaker bei den traditionellen Brugger Abendrennen amtet, seine erste Rennlizenz. Bald kam sein grosses Talent zum Vorschein, nach dem Studienbeginn aber auch das Spannungsfeld von Leistungssport und Berufsbildung. «Als Mitglied einer Sportgruppe wird man an die Rennen aufgeboten und muss viele Termine wahrnehmen. Diese bissen sich immer wieder mit dem ETH-Studium», erklärt Michael Kyburz. Deshalb ist er seit zwei Jahren sein eigener Sportchef und kämpft als Einzelfahrer im Feld. Angesichts der Teamarbeit seiner Konkurrenten kein einfacher Weg, den Kyburz da gewählt hat.

Ein Naturmensch mit Talent

Eigentlich wollte er aufgrund der zeitlichen Doppelbelastung vor einem Jahr die Karriere beenden, «doch die Resultate sprachen dagegen. Weil diese von Saison zu Saison besser wurden, habe ich nochmals eine Saison angehängt.» Einen Trainingsplan befolgt Kyburz nicht. Er trainiert dann, wenn er die Zeit dafür findet – insgesamt deutlich weniger als die allermeisten seiner Konkurrenten. Nach zwei Teilnahmen an der Bulgarien-Rundfahrt wollte er unbedingt nochmals das spezielle Feeling eines Etappenrennens miterleben.

Nun überlegt er sich, ob er Ende Jahr gleichzeitig mit dem Wechsel in die Arbeitswelt im Radrennsport kürzertreten will. «Ich denke, angesichts des doch sehr reduzierten Trainingsumfangs war es der Kopf, der mich an den Rennen enorm stark gemacht hat. In den letzten Jahren hat aber auch das Studium sehr viel Disziplin gefordert. Das hat mental sicher an den Kräften gezehrt und ich vermisste zuletzt meinen Biss in den Rennen.»

Dafür braucht es schon einen speziellen Reiz, etwa die zwei Renntage des Gigathlons am 11. und 12. Juli. Und man kann sich sicher sein – Michael Kyburz wird auch im nächsten Jahr, wenn er in die Berufswelt einsteigen will, seine sportlichen Herausforderungen finden. Denn er ist und bleibt ein Natur- und Bewegungsmensch, der seine Sportbegeisterung wenn immer möglich draussen an der frischen Luft auslebt. Und dies mit ziemlich viel Talent.

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